Zitat:
Zitat von Ricardo Schimassek
dass die Chinesen ganz einfach einen wesentlich härteren, von der Schlaghärte härteren, Topspin spielen. Das erreicht man meines Erachtens vor allem dadurch, dass man, anstatt den Ball so hauchdünn wie möglich zu treffen und zu ziehen, versucht, ihn halbvoll zu treffen, etwa ein Zwischending zwischen Schuss und Topspin.
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Denke das Gegenteil ist der Fall. Gerade mit den druckvollen Bällen von
Wang Hao hatte Boll weniger Schwierigkeiten. Wang Hao konnte den Spin mehr variieren; mal eröffnet er mit mehr Spin als Tempo, mal mit mehr Tempo als Spin; und die Bälle sind dann schwerer einzuschätzen. Gerade mit seinen "dünn" getroffenen Eröffnungsbällen hat er Punkte gemacht.
Boll variiert weniger, seine Bälle geraten länger, kurz und flach ablegen fällt ihm schwerer, kann aber auch mehr Druck erzeugen. Das bringt ihm Vorteile und Punkte im offenen Spiel, letztlich hat er dann aber viele Punkte durch seine Berechenbarkeit und im "kleinen Spiel" verloren. Bei
Wang Hao macht es die Mischung aus superber Technik, Taktik, Variationsfähigkeit, und, ich nenne es mal "Trickkiste", daß er Oberwasser bekommt. Er trifft ab und an unglaubliche Wunderschläge, verdeckt dann noch seine Aufschläge, macht zum Schluß noch zwei neuartige kurze Aufschläge in Bolls VH, zeigt Boll dann noch die Faust ins Gesicht, und all das zusammengenommen ist das Zünglein an der Waage oder, anders gesagt, zuviel für Boll. Teilweise schon grenzwertig, nichtsdestoweniger ein Register für hocheffizientes Tischtennis, muß man anerkennen.