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Alt 30.03.2011, 15:38
User 17544 User 17544 ist offline
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AW: Süddt. Seniorenhalbfinalisten wehren sich gegen Schiedsgericht

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Gibst du deinen Ansatz eine reelle Chance, dass Händler für eine handvoll Amateurspieler, die an Meisterschaften teilnehmen, wo diese erweiterten Prüfungen stattfinden, diese Investitionen aus betriebswirtschaftlichen Erwägungen tätigen würden?
Wären diese Ergebnisse denn für eine Materialprüfung verbindlich?
Eine solche Materialprüfung ist natürlich genau so wenig verbindlich wie eine TÜV-Plakette für einen Polizisten verbindlich ist, der ein Auto auf Fahrtauglichkeit überprüft. Es wäre ein Anfang - mehr sicherlich nicht.

Die Investition wäre ganz sicher zu verschmerzen, trotzdem glaube ich nicht, dass es dazu in der nächsten Zeit kommen wird. Das eigentliche Problem ist nämlich ein ganz anderes. Mehr als 90% der Spieler kommen nie in die Verlegenheit einer Schlägerkontrolle. Schlägerkontrollzentren sind - wenn überhaupt - erst ab Oberliga im Meisterschaftsbetrieb und auf höheren Turnierenebenen der einzelnen Verbände (Wobei noch nicht alle Verbände über die Geräte verfügen) vorgesehen. Alles was unterhalb dieser Ebenen spielt, wird nie mit solchen Kontrollen in Berührung kommen. Das sind dann allerdings der Großteil der Spieler, die in TT-Shops Beläge kaufen. Diese Spieler lieben ihre VOC-getränkten Beläge und ihre zu langen Noppen. Die haben gar kein Interesse daran ausgelüftetes Material zu bekommen. Die wollen, dass der Effekt möglichst lange anhält. Spieler ab OL kennen sich meist so gut mit Materialfragen aus, dass sie sich auch eher selten beim Bescheißen erwischen lassen - wenn sie es denn tun.

Zitat:
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Warum wird mein Vorschlag, die Ergebnisse eurer Materialprüfungen zu veröffentlichen nicht ernster ins Kalkül gezogen.
Wenn vermehrt Unregelmässigkeiten bei einem Belag X festgestellt würden, könnten die Spieler entsprechend reagieren.
Und nur genau dann werden wir die gewünschte Marktbereinigung erzielen.
Da missverstehst du mich. Ich bin kein Schlägerkontrolleur, sondern nur ein interessierter Mensch.

Veröffentlichungen würden nur ohne Namen gehen und davon hätte sicherlich keiner was. Was würde es nutzen, wenn man weiß, dass auf dem Turnier X der Belag Y mit z.B. 30 ppm aufgefallen wäre Rein gar nix. Außer dass sich der Hersteller evtl. beschwert und auf Schadenersatz klagt. Eine Schlägerkontrolle hat ja keinen anklagenden Charakter. Es ist eine rein sachliche Zustandsfeststellung. Es wird in keinster Weise dazu Bezug genommen, wie der unzulässige Zustand zustande gekommen ist.

Erkenntnis könnte man nur kriegen, wenn sich wer unabhängiges dazu bereit erklärt originalverpackte neue Beläge zu "vermessen" und diese Daten zur Verfügung stellt. Bloß wer sollte das machen Die Händler und Hersteller werden das ganz sicher nicht tun. Schiedsrichter werden das ganz sicher auch nicht tun. Sie sind ja nicht die Materialprüfungskommission und ihnen würde auch kein Hersteller oder Händler solches Material zur Verfügung stellen. Da ist in der Tat die ITTF gefragt. Die bitten die Hersteller laut T4 auch seit einiger Zeit darum, ihnen von allen zugelassenen Belägen (ca 1300!) jeweils ein Exemplar mit der max. Schwammstärke im originalverpackten Zustand (halt so wie sie in den Handel kommen) und in jeder Farbe für VOC-Tests zur Verfügung zu stellen. Was daraus wird, muss man halt abwarten...

Zitat:
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Nur ein kleines Problem besteht auch weiterhin noch, es wurden Regeln aufgestellt, die sicherlich immer komplexer werden. Die meisten TT-Spieler dürften sich wohl bis zur Landesliga tummeln, die wären weiterhin im Nirvana.

Sollten Regeln nicht so aufgestellt werden, dass auch die Basis der Spieler diese einhalten können?
Bei allem Verständnis für deine Aufregung und der auch nicht von der Hand zu weisenden Komplexität des Themas, so viel muss man als Spieler nun auch nicht beachten, wenn man denn gewillt ist regelkonforme Schläger zu spielen.

Das Holz muss eben sein. Der Belag muss auf der gültigen ITTF-Liste zu finden sein. Beläge sollten dass Holz vollständig bedecken und weder überstehen noch kleiner als das Blatt sein. Dann sollte man nur VOC-freie Kleber benutzen. Man muss darauf achten, dass der Belagsname und er ITTF-Stempel gut und vollumfänglich zu erkennen sind. Wenn man dann noch neu montierte Beläge 24 h auslüften lässt und die Belagsdicke überprüft, hat man zu 99,9% einen zulässigen Schläger, an dem kein SR was aussetzen wird. Evtl. besorgt man sich noch eine neue Schlägerhülle, falls die Gefahr besteht, das in der Alten VOC-haltige Schläger steckten. Dann reinigt man seinen Schläger nur noch mit Wasser und fertig ist die Laube. Das traue ich jedem Menschen zu, der noch in der Lage ist TT zu spielen und den älteren Senioren schon mal ganz bestimmt. Die haben im Leben ganz sicher andere und viel schwierigere Dinge hinbekommen als einen dämlichen TT-Schläger regelgerecht zusammenzubasteln und auszulüften!
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