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Zitat von pingpongwizard
Und nur weil unbewiesene Vermutungen immer wieder und wieder wiederholt werden, werden sie erst recht nicht wahr.
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Das ist halt der Unterschied zwischen glauben und vermuten
Galuben fußt auf rein gar nix. Eine Vermutung fußt zumindest auf eine ganze Reihe von Indizien, die diese Vermutung sehr wahrscheinlich machen nur ein Beweis ist das halt noch nicht - da hast du ohne wenn und aber recht.
Der Glaube wird durch den Glauben selbst im eigenen Kopf zur Wahrheit. Eine Vermutung hat diesen Anspruch nicht. Sie wird nicht wahr, sondern sie ist wahr oder eben nicht. Dazwischen gibt es nix.
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Zitat von pingpongwizard
Ich kenne die vorgeschriebene Verfahrensweise zur Kontrolle. Ich weiss aber nicht was in Dortmund abgelaufen ist, nur dass die Berichterstattung darüber von keinem Fachmann erstellt wurde oder diese(r) Reporter keine fachkundige(n) Quelle(n) hatte(n) bzw. nur Interesse daran etwas reisserisch aufzumachen (Stichwort :50% Überschreitung).
Noch einmal : warum glauben einige wenige Wortführer hier einfach nicht dass die Geräte tatsächlich defekt waren ? Das teuerste Gerät nutzt nichts wenn die Kalibrierung nicht stimmt, der Sensor nicht stimmt oder defekt ist oder wenn die Umrechnungstabelle von digits in Konzentrationen fehlerhaft ?
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Ich bin mir da nicht so sicher, dass du die vorgeschriebene oder besser gesagt, die vorgesehene, Verfahrensweise kennst.
Bei den GO wurden das Schlägerkontrollzentrum von erfahrenen Schlägerkontrolleuren geleitet, die über einige Erfahrung mit dem Umgang des miniRae verfügen. Ich gehe davon aus, dass sie ihren Job sehr gewissenhaft ausgeführt haben und selbstverständlich beide ITTF-eigenen Geräte vor den offiziellen Messungen auf Funktionstüchtigkeit überprüft haben.
Die Berichte, dass es sich angeblich um die Messungen der Belagsdicke gehandelt hatte, waren nicht nur im Express zu lesen. Die gab es auch z.B. in der Süddeutschen. Da gehe ich nun mal davon aus, dass sie genau das geschreiben haben, was sie von der Pressestelle der Veranstaltung an Informationen erhalten haben. Klargestellt, dass es die VOC-Messungen waren, wurde es es wesentlich später. Dann wurde es von einem ITTF-Offiziellen damit erklärt, dass die Geräte wohl beim Transport kontaminiert wurden.
Kontaminierte Geräte würden aber schon bei der vorgesehenen Umgebungsmessung, die auch so auf einem dafür vorgesehenen Formular eingetragen werden sollen, sofort jeden Kontrolleur dazu veranlassen, an der Funktionstüchtigkeit der Geräte erheblich zu zweifeln. Ein kontaminiertes Gerät würde nicht bei einigen Messungen Schläger als unauffällig, im Sinne der Grenzwerte, "durchwinken" und in anderen Fällen dann zu hohe Werte anzeigen.
Das Prozedere sieht zudem vor, dass jede Messung, die eine überschreitung des Grenzwertes ermittelt, durch eine zweite Messung mit einem anderen Gerät (sofern vorhanden, was bei den GO der Fall war) bestetigt werden soll. All das wird auf einem Formular festgehalten und führt dann dazu, dass die Turnierleitung informiert wird. Diese muss dann an Hand des Regelwerks bei einer after-match-Kontrolle (Bei den Vorrundenspielen handelte es sich um after-match-Kontrollen) die mit diesen Schlägern gespielten Spiele als verloren werten und führt dann zur Disqualifikation. Einen solchen Schritt werden die auf einem so hochrangigen Turnier, die dort verantwortlichen Menschen, die ganz sicher sehr viel Erfahrung haben, nur dann einleiten, wenn es keinen Zweifel gibt. Auf der GO - einen Prestigeturnier für den TT-Sport, dass ganz sicher auch dazu beitragen soll, dass der TT-Sport auch öffentlich ins Rampenlicht kommt, sind gleich sechs unzulässige Schläger ebenso ganz sicher eher ein Negativimage.
Das dann, ohne dass es in irgendeiner Weise erläutert wurde, wie man denn festgestellt hat, dass die Messgeräte fehlerhaft gearbeitet haben - was man nach meiner Ansicht nur könnte, wenn ein über jeden Zweifel erhabenes Referenzgerät zur Überprüfung der angeblich fehlerhaften miniRAE genutzt worden wäre - , die Geräte kurzer Hand als fehlerhaft erklärt hat, ist völlig unnachvollziehbar. Ich gehe sogar einen Schritt weiter und nenne es skandalös. Dieses unangenehme Thema wird, wie man sieht, nicht aufgearbeitet, sondern es wird schlicht und ergreifend mit nebulösen Erklärungsversuchen eifach ausgesessen und man geht zur Tagesordnung über. Die Schlägerkontrolleure selbst - so schätze ich - werden die Entscheidung, die Geräte als fehlerhaft zu erklären, auch eher kritisch gesehen haben. Sie sind es schließlich, die weiterhin Kontrollen mit den miniRaes durchführen sollen, während der ITTF-Tross weitergezogen ist.
Dein Glaube an den sauber TT-Sport mag das nicht erschüttern. Ich sehe allerdings so viele Ungereimtheiten, dass es mir nicht gelingen will, einfach alles zu ignorieren und einfach an einen sauberen TT-Sport zu glauben. Eine derartige Ignoranz und Gutgläubigkeit ist mir einfach nicht gegeben
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Zitat von pingpongwizard
Und wenn wir schon dabei sind : wo liegt der Unterschied zwischen dem was ich glaube und viele hier vermuten ? Es gibt keinen nur dass die die glauben vielleicht neutraler an die Sache herangehen.... glaube ich
That`s it.
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"That's it" mag für dich gelten - ich sehe das schon ein wenig anders
Was wir sicherlich gemeinsam haben, ist die Liebe zum TT-Sport. Mir wäre es halt allemale lieber, wenn es die Verantwortlichen aus eigener Kraft schaffen für einen sauberen Sport zu sorgen und nicht erst außenstehende Leute darauf kommen, dass da was gehörig aus dem Ruder läuft. Sonst geht es dem TT vielleicht so wie dem Radsport, wo die Öffentlichkeit davon ausgeht, dass dort sowieso jeder dopt.
Zum eigentlichen Thema zurück: In der Beziehung habe ich großes Verständnis für alle Senioren und auch alle anderen Spieler die auf Verbandsmeisterschaften Schlägerkontrollen unterzogen werden, bei denen dann kein Lobbyist kurzer Hand die Messgeräte für fehlerhaft erklären lässt, weil zu viele mit überschrittenen Grenzwerten aufgefallen sind. Auch gehe ich davon aus, dass die dort auffällig gewordenen Schläger, in den aller meisten Fällen nicht absichtlich manipuliert worden sind.
Nach den GO dürfte es meiner Meinung nach sehr schwer sein, weiterhin für Schlägerkontrollen Aufklärung zu betreiben. Selbst in der DTTL und in der 2. BL kommt es meines Wissens nach nicht zu Schlägerkontrollen. Von der RL und OL ganz zu schweigen. Dort spielen aber Leute, die in erster Linie kontrolliert werden sollten und zwar in der Zuständigkeit des DTTB. Jener Dachverband, der selbst die Schlägerkontrollen zum 1.9.2010 ins Leben gerufen hat.
Ich finde, dass es sehr offensichtlich ist, dass es massiv an Willen mangelt, Schlägermanipulationen aufzudecken. Es könnte halt für den TT-Sport zu einem massiven Imageverlust führen, wenn man Woche für Woche Spitzenspieler mit unzulässigen Schlägern feststellt.