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Zitat von Torsten von Bayern
Vielen Dank für die guten Wünsche. Bei einer WM mit 800 Teilnehmern ist die Verantwortung natürlich besonders groß - die Spieler verdienen ja trotz ihrer hohen Anzahl dieselbe Gründlichkeit und Nachvollziehbarkeit wie z.B. bei einer Deutschen Meisterschaft mit nur 96 SpielerInnen.
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Eine nicht unerhebliche Portion an Leidensfähigkeit wird man als Schiedsrichter wohl mitbringen müssen. Als Schlägerkontrolleur scheint ein gewisser Hang zum Masochismus noch dazu kommen zu müssen
Fehler kann man sich bei diesem Job sicher nicht leisten, wobei es nicht mal ein Mindestmaß an Anerkennung gibt, selbst dann nicht, wenn man alles 100 % richtig gemacht hat. Sobald Schläger auffällig werden, steht man sofort in der Kritik. Woher nimmt man bei den Gegebenheiten die Motivation solch ein Amt zu übernehmen
Zitat:
Zitat von Torsten von Bayern
Ich würde aus dem Gedächtnis schätzen, dass international ca. 5-10% der vorgelegten Beläge NA-Beläge sind. Wir machen dann bei den VOC-Messungen keinen Unterschied zwischen NI- und NA-Belägen. Ich meine sogar, wir hätten schon mal irgendwann einen NA-Belag mit 10 ppm gehabt. Der running gag "Frischgeklebte Noppen" ist natürlich allgemein bekannt, aber wie Du oben richtig geschrieben hast: Die ITTF hält am Gesundheitsaspekt fest. Und damit ist es für sie unerheblich, ob z.B. der Kleber den Belag schneller macht oder einfach "nur so" Lösungsmittel enthält.
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Das es unerheblich sein muss, woher zu hohe VOC-Werte kommen - egal ob man dafür den gesundheitlichen Aspekt dafür herhalten lässt, oder angesichts der ehrer niedrigen VOC-Belastungen ehrlicher Weise nicht darauf rumreitet - steht für mich außer Frage. Die ITTF selbst muss ja auch mit niemanden diskutieren. Die kann sich auf den Standpunkt stellen, dass es schließlich keine Eiche sonderlich stört, wenn sich die Wildschweine daran kratzen. Als Schlägerkontrolleur, der vor Ort ist und mit den Spielern, Trainern und Betreuern direkten Kontakt hat, sieht das sicherlich anders aus. Da immer die Contenance zu bewahren, ist sicher nicht leicht. Im internationalen Bereich dürfte es sicher leichter sein, als z.B. auf Verbandebene.
Was VOC-Messungen bei NA-Belägen betrifft, bin ich davon nicht wirklich überzeugt. Bei all dem was ich hier mit zugegeben bescheidenen Mitteln über das von der ITTF gewählte Messverfahren mit dem miniRAE rauskriegen konnte, scheint es so zu sein, dass die sogenannte Messkappe, die mit dem Ein- und Auslass des Gerätes verbunden ist, dafür Sorge tragen zu können, dass während der Messung nur Luft, die vom VOC-Gehalt her über die Umgebungsmessung klar definiert ist, über dem Belag zirkulieren und deshalb das Messergebnis nicht verfälschen kann. Gleichzeitig wird dadurch dafür gesorgt, dass keine, vom Belag ausgedünsteten VOC-Anteile, während der Messzeit unerkannt bleiben können. Das setzt natürlich voraus, dass die Messkappe beim Messvorgang dicht auf dem Belag sitzt. Auf einem NA-Belag ist das aber nicht möglich. Während des Messvorgangs auf einem NA-Belag wird zum größten Teil Umgebungsluft über den Einlass ins Gerät gesogen, da die Messkappe wegen der Noppen nicht dicht aufliegen kann. Die VOC-Ausdünstungen des NA-Belages werden dann - zumindest nach meiner Logik - nur zu einem geringen Teil vom Gerät erfasst werden können.
Ganz sicher ist eine solche Messung besser als nix und wird wohl eher zum Vorteil der Spieler gereichen. Nur wirklich dolle ist das nicht, denn wünschenswert präzise wie etwa die Messung auf einem NI-Belag, kann eine solche Messung eigentlich - wenn ich denn richtig liege - nicht sein.
Mag sein, dass ich mir zu viele Gedanken mache