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Alt 08.04.2011, 10:11
User 17544 User 17544 ist offline
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AW: Süddt. Seniorenhalbfinalisten wehren sich gegen Schiedsgericht

Zitat:
Zitat von klugscheisser Beitrag anzeigen
Wo, außer bei den Sportlern selbst?
Na ja, TT ist halt keine Sportart, die außer von den Sportlern selbst sonderlich in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird.

Wenn ein Timo Boll mal in der Öffentlichkeit z.B. im Fernsehen auftaucht, wird er meist dazu verdonnert zirkusmäßig irgendwelche "Kunststückchen" vorzuführen. Über Regeln und deren Einhaltung wird dabei nie geredet. Einzig der Fall Ovtcharov hat für ein wenig Aufmerksamkeit auf anderem Wege gesorgt.

Falls doch mal was durch die Medien (meist Zeitungen) geistert, das mit Schlägerkontrollen zu tun hat, dann sind diese Berichte meist so gestrickt, dass sie den Lesern, die mit TT nicht viel am Kittel haben, suggerieren, dass es sich um eine Gängelei der Sportler handelt. (Angeblich) Fehlerhafte Messgeräte, die dafür verantwortlich sind, dass faire Sportler zu unrecht disqualifiziert wurden, Senioren und Kinder die alle völlig argslos an einem Turnier teilnehmen, wo sie dann völlig von Schlägerkontrollen überrascht werden und stets völlig unverschuldet disqualifiziert wurden.

Wenn es mal einen kritischeren Bericht gibt, dreht er sich darum, dass sich deutsche Größen darüber auslassen, dass international mit manipulierten Schlägern betrogen wird, ohne das es zu entsprechenden Kontrollen kommt. Leidtragende sind dann natürlich nur die deutschen Sportler, die natürlich selbst nicht manipulieren.

Ganz sicher sollte das nicht dazu verleiten, jeden nicht regelkonformen Schläger in die Kategorie "absichtlich manipuliert" einzuordnen. Dazu ist schon die Problematik mit neuen Belägen und z.T. untauglichen und angeblich lösemittelfreien Klebern einfach zu groß. Schiedsrichter bzw Schlägerkontrolleure sind immer gut beraten, wenn sie die Ergebnisse ihrer Kontrollen als rein sachliche Feststellung, dass ein Schläger nicht den Bestimmungen entspricht, erläutern. Jeglichen Kommentar zur möglichen Ursache sollten sie sich besser verkneifen. Jegliche Diskussion wird zu nichts führen, außer das sie - die Kontrolleure bzw Schiedsrichter - selbst angegriffen werden.

Das allerdings selbstverständlich in nicht unerheblichem Maße an Schlägern absichtlich manipuliert wird, ist trotzdem eine Tatsache, die eigentlich keiner, der nicht wie der Plapperkäfer von Traal durchs Leben geht, ernsthaft bezweifelt. Das zieht sich auch durch so ziemlich alle Klassen. Die diesbezügliche Regel kennt eigentlich jeden TT-Spieler:

4.7 Das Belagmaterial muss ohne irgendeine physikalische, chemische oder sonstige Behandlung verwendet werden.

Ebenso ist es mittlerweile bekannt, dass neue Beläge ab Werk zu viel VOC enthalten (können) und das neu montierte Beläge ausgelüftet werden müssen. Dieser Umstand ist natürlich äußerst blöde und sollte von den Verantwortlichen der ITTF schnellst möglichst geändert werden, denn er führt - wie mittlerweile jeder mitgekriegt haben sollte - vor allem dazu, dass sich Spieler damit rechtfertigen können und somit den Kontrolleuren das Leben schwer machen, weil darauf, verständlicher Weise, bei jedem Schläger, der nicht den Grenzwert einhält, rumgeritten wird. Das auf den GO gleich zwei Messgeräte für fehlerhaft erklärt werden, weil zuvor 6 Schläger mit zu hohen VOC-Werten gemessen wurden, stößt nun noch ein weiteres Tor auf, was es den Kontrolleuren in Zukunft schwer machen wird ihren Job unaufgeregt angehen zu können.

Was in anderen Sportarten das Doping ist, ist im TT-Sport der unzulässige Schläger. Beim Doping ist es schließlich - bzw war es bis zum Fall Ovtcharov - auch unerheblich wie es dazu gekommen ist, dass unerlaubte Mittel im Körper nachgewiesen worden sind. Es geht schließlich darum für Wettbewerbsgleichheit zu sorgen. Das ist für mich die Grundvoraussetzung, die jeden Sport erst zu dem macht was er ist - ein ernstzunehmender Wettbewerb, dessen Ausgang nicht davon abhängig ist was sich ein Sportler vorher eingepfiffen hat bzw was er mit seinem Schläger angestellt hat.

So wie Dopingkontrollen auch, sollte allerdings bei Schlägerkontrollen ebenfalls dafür gesorgt werden, dass sich kein Spieler - zumindest ab einer gewissen Spielklasse - sicher sein kann, das er keinem Test unterzogen wird. Ein Anfang wäre es, wenn auf allen Ebenen des DTTB unangekündigte Kontrollen stattfinden. Also beim Spielbetrieb ab OL. DTTL-Spiele sollten nach meinem Dafürhalten stets von Schlägerkontrollen begleitet werden.
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