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AW: Hölzer der TT-Manufaktur
Habe nach rd. 3 Wochen Lieferzeit ein Spin Master der TT-Manufaktur erhalten und konnte es in ca. 12 Spielstunden (50% Systemtrainig) im direkten Vergleich zu meinem Referenzholz "BTY Spark" testen. Getestet wurde mit den Belägen (VH) Palio Conqueror 1,8 - NI / (RH) Palio Flying Dragon 1,8 - KN.
Qualität/Gewicht:
Die Verarbeitungsqualität ist top, nicht nur Vollholzfans dürften sehr angetan sein. Das Gewicht mit dem mittleren konischen Griff (der mir übrigens sehr gut gefällt) beträgt 84g. Die (von mir favorisierte) Schlägerblattform ist mit 149x158 dem BTY sehr ähnlich.
Ballanschlag/Biegefestigkeit/Vibrationen:
Das Holz scheint steifer bzw. biegefester als mein Spark zu sein, des Weiteren ist der Ballanschlag deutlich härter. Im TT_Katalog würde wohl "leicht steif" stehen, eine gewisse Restelastizität ist dennoch vorhanden. Das Spin Master vibriert leicht, ähnlich wie das Spark, die Vibrationsdauer scheint aber trockener/kürzer zu sein - insgesamt für mich immer noch sehr angenehm bei sehr guter Ballrückmeldung.
Kontrolle:
Durch die größere Härte leidet die Kontrolle im passiven Spiel (Schupf, US, Abwehr) etwas - hier ist das Spark leichter zu kontrollieren. Allerdings ist es im Spiel nach vorne genau umgekehrt - hier ist das Spin Master druckvoller und präziser.
Geschwindigkeit:
Das Spin Master ist schneller als das Spark, ich stufe es als Off- Holz mit deutlichem Hang zu OFF ein. Das Holz hat viel Spielfreude/Spritzigkeit mit deutlichen Vorteilen für das Halbdistanzspiel, allerdings auch leichten Kontrollnachteilen im nahen Tischbereich. Letzterem kann man aber mit mehr Training/Ballgefühl begegnen.
Spin:
Die Spinunterstützung ist nicht so groß wie beim Spark, was mit der härteren Auslegung und der kürzeren Ballkontaktzeit nicht überraschend ist. Ohne Anpassung der Schlagtechnik kommen viele TS-Bälle recht flach, mit Anpassung der Schlagtechnik kommt man auf ein ähnliches Spinniveau bei größerer Geschwindigkeit/Gefährlichkeit - der notwendige technische Input des Spielers ist aber höher als bei weicheren Hölzern (deren Ballflugkurven schon fast "automatisch" hoch ausfallen).
Fazit:
Das Spin Master hat mich überzeugt, auch wenn es in den ersten Trainingsstunden zunächst Licht und Schatten gab. Nach Eingewöhnung und Anpassung ist das Potenzial im Halbdistanzspiel für ein OFF- Vollholz recht hoch und die meisten Bälle (auch Block, Schupf, Konter) können giftig gespielt werden - entsprechenden Input vorausgesetzt. Während sich meine weichen Chinatensoren auf dem BTY etwas "matschig" spielen, ist dies beim Spin Master nicht so - weiche Beläge können also sehr gut gespielt werden. Auch die schnelle KN ist gut zu spielen, man benötigt aber etwas mehr Ballgefühl, da sonst viele Bälle hinten raus gehen. Diese Eigenschaft schränkt die LN- bzw. Anti-Tauglichkeit eher ein, da das Holz zwar steif ist (was Materialspielern entgegen kommt) aber bei Bedarf kaum einbremst - es will m.E. eher nach vorne gespielt werden.
Geändert von AlexM (16.04.2011 um 19:45 Uhr)
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