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Alt 10.09.2003, 07:39
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Philipp Berr auf dem Treppchen

Roth-Hilpoltsteiner Volkszeitung vom 10.9.03

Neuzugang des TV Hilpoltstein spielte sich in Burglengenfeld bis ins Finale vor
Philipp Berr auf dem Treppchen
Bei internationalem Turnier im Einzel auf Platz zwei — Mit dem Team lief es nicht so gut



HILPOLTSTEIN (bb) – Philipp Berr, gerade mal 15 Jahre alt und eines der größten Tischtennis-Talente Bayerns, lachte befreit auf, als er auf das Siegerpodest gerufen wurde. Denn dass er beim 10. Internationalen Schüler- und Jugendturnier in Burglengenfeld im Einzelwettbewerb den zweiten Platz belegen würde, daran hatte nicht mal er selbst in den kühnsten Träumen gedacht. Doch wieder einmal stellte sich heraus, dass Tischtennis weniger mit dem Schläger, als viel mehr mit dem Kopf gespielt wird.

Experten überrascht

Vor wenigen Wochen erst war der Drittplatzierte der deutschen Schülermeisterschaften vom Bayernligisten TSV Ansbach zum TV Hilpoltstein zwei Klassen höher ins Regionalliga-Team der Burgstädter gewechselt – ein riesiger Schritt auf dem durchaus beschwerlichen Weg in den Hochleistungssport. Die Turniere, die er nach seinem Wechsel zum TV gespielt hatte, endeten mit unterschiedlichen Ergebnissen. Umso mehr überraschte es alle Experten, dass Philipp Berr bei einem der bestbesetzten Jugendturniere Europas jetzt so weit vorne landete.

Nach den ersten beiden Turniertagen hatte es noch gar nicht gut ausgesehen. Im Team des Süddeutschen Tischtennisverbandes, das im Wettbewerb mit so starken Verbänden wie der Slowakei, Ungarn, Tschechien, Kroatien und Slowenien den vierten Platz belegte, schaffte Philipp Berr nach eher gemischten Leistungen eine Bilanz von 4:4. Bei den guten Gegnern war das nicht schlecht, aber auch nicht herausragend.

Doch dann trumpfte der Neuzugang des Hilpoltsteiner Regionalligisten in einer Art und Weise auf, dass sich sogar der strenge Cheftrainer des bayerischen Tischtennisverbandes, Thomas Müller, zu Begeisterungsrufen verleiten ließ. Aus einer schweren Fünfer-Gruppe ging Philipp Berr ungeschlagen hervor, wobei er Nervenstärke bewies und mehrfach hohe Rückstände in Spielgewinne umwandeln konnte.

Im Achtelfinale besiegte er den Ungarn Krisztian Nagy, der in den Mannschaftskämpfen noch mit einer 8:2-Bilanz geglänzt hatte, glatt 3:0. Im Viertelfinale bekam es Berr erneut mit einem Ungarn zu tun. Doch auch Peter Pavics hatte gegen den entfesselt aufspielenden Neu-Hilpoltsteiner keine Chance.

„Bruderkampf“

Im Halbfinale folgte dann der „Bruderkampf“ gegen den ebenfalls im Tischtennis-Leistungszentrum Würzburg trainierenden Sebastian Endreß. Mit 11:5, 11:7 und 11:9 düpierte Berr das für Würzburg II ebenfalls in der Regionalliga spielende C-Kader-Mitglied der deutschen Nationalmannschaft.

Im Endspiel war das Hilpoltsteiner Talent dann mit seinen Kräften am Ende. Gegen den erstklassigen Abwehrspieler Michal Balaz, der das gesamte Turnier über ungeschlagen geblieben war, fehlten ihm für die langen Ballwechsel Kraft und Konzentration. Eine Verletzung hatte ihn vor dem Turnier 14 Tage lang gehindert, voll zu trainieren.

Dennoch stieg Philipp Berr stolz auf das Siegerpodest und nahm den Ehrenpreis der bayerischen Kultusministerin entgegen. Dieser Erfolg wird ihm für die am 20. September beginnende Regionalliga-Runde Auftrieb geben. Und den braucht er auch, kommt doch zum Auftakt gleich der große Meisterschaftsfavorit TV Seckenheim ins Hilpoltsteiner Gymnasium.
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