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Alt 28.04.2011, 22:34
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Photino Photino ist offline
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Die korrekte Belichtung

Hallo,

In der Tat, der Griff wirkt sehr unscharf.
Hier sollte nochmals der Fokuspunkt kontrolliert werden oder ggf. der Blendenwert erhöht werden.
Natürlich sind auch schlechte Objektive manchmal schuld an einer geringen Auflösungsleistung.
Besonders Front- und Backfokusprobleme sind ein ständiger Begleiter der Objektiv-Kamerakombination.
Wie der Name schon sagt ist ein Frontfokus, wenn die eigentliche Schärfe im Bild vor dem anvisierten Punkt liegt.
Beim Backfokus genau umgekehrt.
Aus diesem Grund justiere ich jedes meiner Objektive ein und korrigiere den AF-Messung meiner D7000 entsprechend nach.
Das zu erklären würde aber den Rahmen dieses Beitrages bei weitem sprengen.
Nur zur Verdeutlichung (vor und nach) der Justage eines 85mm Objektives.
(Fotos wurden bei Offenblende erstellt)



Beim vorherigen Foto sah es so aus, als ob das Blatt nach hinten abkippt.
Das was ich meinte ist, dass man oben links am Blatt etwas unterlegt, damit der Griff nicht zu hoch steht.
Die vordere Blattkante kann dabei auf dem Untergrund aufliegen.
Jetzt sieht es ein klein wenig so aus als würde es schweben.
Trotzdem finde ich es gar nicht so schlecht.
Wenn ich mir vorstelle, dass das Holz freigestellt wird, dann verschwinden ja die ausgeprägten Schattenbereiche unter dem Holz.

Dieses Foto zeigt, dass man mit einem Versuch nicht zum Ziel kommt.
Es gibt halt keine allg. gültige Regel.
Selbst Profis erstellen ganze Serien und wählen dann später am Rechner das geeignete Foto aus.

Belichtung

Jetzt endlich kommen wir zur Belichtung.
Als Grundlage haben wir normales Tageslicht oder unseren eingebauten Blitz.
Wer über einen Zusatzblitz verfügt ist hier etwas im Vorteil, denn damit ist es möglich den Blitz auch abseits der Kamera zu positionieren.
Wir beschränken uns aber auf den eigebauten Blitz.

Um der korrekten Belichtung ein wenig auf die Schliche zu kommen, folgt im ersten Schritt ein klein wenig Theorie.
Es gibt 2 grundsätzliche Arten der Belichtungsmessung.
Zum einen ist das die Objektmessung und zum anderen die Lichtmessung.
Eine Lichtmessung könnt Ihr allerdings nur mit einem Belichtungsmesser realisieren.
Ja, der gute alte Belichtungsmesser!
Was so angestaubt wirkt, besitzt auch heute noch gravierende Vorteile.
Es gibt wohl kaum ein Studio, welches die Blitzanlage und das Umgebungslicht nicht mithilfe eines solchen einmessen würde.
Der Belichtungsmesser wird bei der Lichtmessung in der Nähe des Objektes positioniert und misst das vorhandene einfallende Licht.
Dabei ist es unerheblich, ob das fotografische Objekt jetzt sehr hell oder sehr dunkel beschaffen ist.
Unsere Kamera beherrscht nur die Objektmessung.
Dabei misst die Kamera das vom Objekt in Richtung Linse reflektierte Licht.
Die Kamera versucht, dabei eine möglichst ausgewogene Belichtung zu erreichen.
Es wird auf ein neutrales Grau (18%) bemittelt.
Für normale Aufnahmen ist das vollkommen ok.
Ein Problem gibt es erst dann, wenn das fotografische Objekt sehr dunkel oder sehr hell beschaffen ist.
Bei einem hellen Objekt belichtet die Kamera eher zu dunkel und die weißen Flächen erscheinen hellgrau.
Deshalb ist es notwendig, bei sehr hellen Objekten die Belichtungsmessung ein wenig manuell in den (+) Bereich zu korrigieren.
Diese Funktion der Kamera nennt sich auch Belichtungskorrektur.
Meist ist sie durch ein (+/-) Zeichen symbolisiert.
(Beispiel aus der Praxis: Schneelandschaften)
Bei sehr dunklen Objekten hingegen, wird die Kamera ein wenig zu hell belichten.
Das eigentliche schwarz wirkt dann eher wie ein dunkles grau.
Belichtungskorrektur sollte hier in den (-) Bereich erfolgen.
in den (+) Bereich zu korrigieren.
(Beispiel aus der Praxis: Produktfoto einer schwarzen Kamera, Handy´s etc.)
Das ist auch der Grund, weshalb ich vor einem zu hellen oder zu dunklem Fotohintergrund gewarnt habe.

Es gibt jetzt sehr viele Möglichkeiten, eine ausgewogenen Belichtung zu erreichen.
Am besten man macht mehrere Fotos und variiert gegebenenfalls mit Hilfe der Belichtungskorrektur.
Viele Modelle besitzen auch die Möglichkeit eine Belichtungsreihe aufzunehmen.
Dabei erstellt die Kamera automatisch mehrere Fotos mit unterschiedlichen Belichtungen.
Versierte Anwender können sich auch im M-Modus an das Optimum heran tasten.
Sollte das Bild allerdings schon optimal aus der Kamera kommen um so besser.
Tendenziell sollte das Foto lieber etwas zu dunkel sein, als zu hell belichtet.
Das hat folgenden Grund:
Eine Aufhellung kann ich in gewissen Grenzen sehr gut durch spätere Bildbearbeitung erreichen.
Sollte das Bild aber schon zu hell sein und Bereiche haben, die keine Detailzeichnung mehr enthalten,
so sind diese für immer verloren.

So und jetzt kommt der Einsatz mit dem internen Blitz.
Wenn ihr euch mal die Fotos von Raphael anschaut, dann ist unschwer zu erkennen, dass sich vor dem Schläger sehr große Schattenbereiche bilden.
Wenn wir von hinten noch eine Lichtquelle hätten, wäre das nicht schlecht.
Dazu soll unser Blitz dienen.
Wie auch bei der normalen Belichtung, kann auch der Blitz in seiner Intensität geregelt werden.
Das ist die Funktion „Blitzbelichtungskorrektur“.
Auch hier kann man mit „plus“ und „minus“ die Intensität anpassen.
In der Praxis wird man die Intensität eher ein wenig zurücknehmen, um nicht diese aufgeblitzte Bildwirkung zu haben.
Eine Serie von Fotos aufzunehmen ist auch hier ratsam.
Manchmal ist es auch die Kombination von normaler Belichtungskorrektur und Blitzbelichtungskorrektur,
die zum Erfolg führt.
Auf eine Funktion möchte ich noch aufmerksam machen.
In vielen Kameras ist es möglich, eine sogenannte „Langzeitsynchronisation“ im Blitzmenü zu aktivieren.
Dabei wird die Gewichtung zwischen vorhandenem Umgebungslicht und Blitzlicht anders gewichtet.
Die Belichtungszeit wird sich verlängern. Trotzdem sind die entstandenen Fotos meist realistischer.
Tipp: Unbedingt mal ausprobieren !

Es ist unbedingt darauf zu achten, dass wir wenig Schattenbildung erhalten.
Auch die Belichtung des Schlägerblattes sollte gleichmäßig sein.
Aus diesem Grund kann man sich mit Aufhellern behelfen.
Am besten eignen sich weiße Styroporplatten.
Styroporplatten gibt es in jedem Baumarkt und sind durch Ihre Festigkeit sehr gut und variabel einzusetzen.
Man versucht mit diesen Platten, das vorhandene Licht in die abgeschatteten Bereiche hinein zu reflektieren.
Der Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt

So, ich bin mir sicher, das war eine ganze Menge und birgt Potenzial für die nächsten 2 Tage.

Ich würde mich auch über ein Beispielfoto freuen.
Ihr könnt alle konstruktiv mitmachen.

Gruß, Photino
__________________
VH: GEWO Hype XT Pro 40.0, Holz: Andro Kanter FO, RH: Andro Rasanter V42

Geändert von Photino (28.04.2011 um 22:38 Uhr)
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