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Alt 17.09.2003, 00:34
Bernd Beringer Bernd Beringer ist offline
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@ Jever-Dark

Das Stimmungstief in vielen TT-Hallen hat doch nichts damit zu tun, dass bei Netz- oder Kantenbällen nicht geklatscht wird. Sondern damit, dass zu wenig Zuschauer da sind, und wenn welche da sind, dann klatschen sie häufig zu wenig bei guten Ballwechseln. Und das wiederum liegt daran, dass sie in aller Regel nicht "geführt" oder "motiviert" werden und dass das Spiel nicht richtig "präsentiert" wird (dazu gehören auch ein Programmheft, Musik und die Einzel-Vorstellung der Spieler).

Wir brauchen also erst eine gute Werbung und Öffentlichkeitsarbeit (damit überhaupt Zuschauer kommen), dann "Animateure" (und natürlich Spieler/innen), die die Zuschauer begeistern können. (Beim Fußball, Eishockey, Basketball gibt es ja richtige "Einpeitscher", die diese Aufgabe übernehmen). Es kommt also darauf an, wie sich ein Verein darstellt oder "verkauft". Das geht nicht automatisch, sondern ist Bestandteil eines langfristigen (Marketing)Konzeptes.

Bei unserem Verein (Regionalliga) klappt das seit Jahren recht ordentlich: im Schnitt gut 100 Zuschauer, viel Öfffentlichkeitsarbeit (unsere zwei Lokalzeitungen sind voll von Tischtennis), 10 Plakate vor jedem Spiel in der Stadt verteilt, kostenloses Programmheft für jeden Zuschauer, ein "Presenter" (mit Mikrophon) vor Spielbeginn und (meist) "Vorklatscher", die für Stimmung sorgen. Für diese Stimmung sorgen aber auch (manchmal) die Spieler (auch die des Gegners!) ganz allein, wenn sie nämlich tolle Ballwechsel produzieren. Auch dann wird begeistert applaudiert, ganz gleich, wer den Punkt macht.

Während der Ballwechsel herrscht (spannenden Spielständen) oft Totenstille - danach "wirkt" ein Begeisterungssturm oder ein starker Applaus viel stärker als bei einem dauernden hohen Geräuschpegel. Bei Netz- oder Kantenbällen wird grundsätzlich nicht geklatscht. Das tut der guten Stimmung keinen Abbruch, und die Spieler, gerade auch die des Gegners, wissen dieses faire Verhalten des Publikums zu schätzen.

Wer sich für einen Glücksball beim Gegner entschuldigt, wird vom Publikum übrigens weit mehr geschätzt als der, der dies absichtlich unterlässt. Für letzteren kann es deswegen durchaus Buhrufe geben.

Fazit: Stimmung macht man nicht mit Netzbällen, sondern mit guten Leistungen und einem guten Auftreten vor, während und nach dem Spiel. Und das am besten über Jahre hinweg.
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