Testbericht Xiom Offensive-S
Hier nun ein Testbericht. Ich habe das Holz eine Woche lang (3 Trainingseinheiten + 1 Rangliste) getestet. Ich selbst habe letztes Jahr Kreisliga-Mitte 23:6 gespielt, TTVN (möge das jeder selbst einordnen, wie er möchte

).
Das Holz ist wirklich erstklassig verarbeitet, die Furniere sind sauber gesägt und gleichmäßig, der Griff ist angenehm glatt, einzig die Blattübergänge sind etwas scharfkantig. Mein Exemplar hat einen geraden Griff (eher eckig-gerade, etwas „runder“ als Spirit oder ALC, etc.) und wiegt ca. 88-89g. Einzig beim Blattübergang musste ich die scharfe Kante etwas abrunden. Allerdings „knartzt“ die Linse im Griff etwas, was mich manchmal etwas irritiert und ich eine unerwartete Rückmeldung während des Schlages verspüre. Vielleicht ist die Linse nicht 100%ig fest verklebt. Werde mich schon dran gewöhnen...oder aber die Linse kommt mir irgendwann entgegen und ich kann sie neu kleben (so bekomme ich sie nicht herraus ohne den Griff zu demolieren).
Vom Furnieraufbau ähnelt das Xiom Offensive-S (XOS) sehr dem Tibhar Stratus Powerwood, klingt beim Klopptest aber heller, was auf eine härtere Verklebung schließen lässt.
Getestet habe ich das XOS mit Xiom Vega Pro in max und 1.8, Vergleich erfolgt zum Donic Waldner Senso Carbon, 85g (WSC).
Vorweg: Das XOS ist relativ kopflastig (mehr als das WSC).
Tempo:
Das XOS ist ganz klar schneller als das WSC. Reinrassiges OFF Holz, während das WSC ein klassischen OFF- Holz ist.
XOS > WSC
Elastizität/Vibration:
Das WSC ist „tempo elastisch“, das XOS „fast steif“.
XOS < WSC
Härte (Anschlag):
Trotz der geringeren Elastizität ist das XOS minimal weicher im Anschlag als das WSC. Hier macht sich die dünne Carbon-Schicht des WSC leicht bemerkbar.
XOS <= WSC
Spin-Unterstützung:
Der Vega Pro mag lieber Vollhölzer. Diese Erkenntnis habe ich bisher immer wieder machen können. Auch wenn das WSC kein „typisches“ Carbon-Holz ist und sich eher wie ein Vollholz spielt, hat das XOS hier leicht die Nase vorn: Jede Menge „Bogen“, ABER: nur wenn man wirklich „weich“ anzuppelt. Je härter man nach vorne spielt, desto eher geht die ganze Kombi „nach vorne“ (bin mir nicht sicher, ob es nur am Holz oder auch an den Belägen liegt...werde zunächst auch keine anderen Beläge auf dem Holz testen).
XOS >= WSC
Katapult:
Im Vergleich zum WSC besitzt das XOS mehr Eigenkatapult. Dieser setzt relativ spät (bei härtere Schlägen) ein, was ich noch in den Griff bekommen muss. Positiv macht sich das in der Halbdistanz bemerkbar: Mit kurzem Handgelenkszucken „aus der Hüfte“ lassen sich da krumme Trajektorien auf den Tisch zaubern. Topspin-Topspin lässt sich fast kontrollierter spielen, da man sich nicht mehr so den Arm ausreißen muss um den Belag der Halbdistanz entsprechend auf Höhe zu bekommen.
XOS > WSC
Nun noch kurz etwas zu den einzelnen Schlag-Arten:
Aufschlag-Rückschlag:
Klar, das XOS ist schneller, katapultiger, steifer und etwas spinniger. Demzufolge ist die Länge noch etwas schwierig zu dosieren bei etwas mehr Schnitt in den Aufschlägen. Trainingssache, aber leichte Vorteile für das WSC:
XOS <= WSC
Block/Konter:
Beides tolle Hölzer, das XOS spielt sich allerdings etwas unkomplizierter. Ich bin mir nicht sicher woran genau es liegt, aber ich kann mit dem XOS leichter blocken. Anfang ging der Ball bei härteren Kontern bzw. aktiven Block-Bällen noch manchmal ins Aus, das hat sich aber inzwischen gelegt. Heute bei Übungen ist mir aufgefallen, dass ich die angesagten Platzierungen viiieel einfacher spielen konnte.
XOS >= WSC
Topspin:
Beide Hölzer sind Topspin-Hölzer. Allerdings lassen sich mit dem XOS „einfacher“ Schlagspins spielen ohne dabei auf weiche Topspins mit zugehörigem Bogen verzichten zu müssen. Das XOS ist natürlich druckvoller, auch schwerer zu beherrschen und etwas spinniger, daher leicht vorne in dieser Kategorie. Konnte jetzt keine großen „Kontra“-Argumente finden, mit welchem Holz sich schlechter Topspin spielen lässt. Das XOS ist halt schneller als das WSC, daher Geschmackssache.
XOS >= WSC
Fazit:
Ein sehr gelungenes Hölzchen, das Offensive-S aus dem Hause Xiom. Für mich ist die geringere Rückmeldung/Elastizität teilweiese (und v.a. Anfang des Trainings) noch etwas ungewohnt, Dynamik und Spinvermögen machen aber eine Menge Spaß.
Ich habe glaube ich mein neues Holz gefunden

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