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Alt 22.09.2003, 10:17
User 1878 User 1878 ist offline
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Natürlich ist es so, dass 2XAnti normalerweise eine Einladung darstellt.
Dennoch gibt es wie immer im TT Ausnahmen, die nicht unerwähnt bleiben sollen:
Früher gab es in der OL Niedersachsen Peter Eilers (Werder Bremen), der (oben!) mit Doppelanti ausgeglichen gespielt hat.
Aktuell fällt mir höherklassig Günter Englmayr (ich hoffe ungefähr richtig geschrieben) ein, der ebenfalls früher OL Nds. oben gespielt hat, jetzt seit vielen Jahren erneut in Bayern ist und wenn ich mich nicht täusche, dort mit seinem Verein aktuell in die RL aufgestiegen ist.
Ein solches Spiel läuft im Regelfall "barnaanalog" ab, d.h., sehr gute Bringerfähigkeiten sind gefragt. Punkte werden durch Fehler des Gegners erzwungen oder bei jeder sich bietenden Gelegenheit geschossen. Dann ist auch ein solches Spielsystem gegen viele, die sich gegen Abwehr nicht sicher fühlen, auch höherklassig durchsetzbar.
Kleine Randanekdote: Bei Englmayr kamen zu norddeutschen Zeiten sicher 1-2 Punkte pro Satz durch notwendige gedankliche Sprachanalyse der bayrischen Flüche durch den Gegner hinzu .

Ich behaupte, dass variable Antispieler, d.h. wahlweise in der Abwehr drehend oder auch nur den Anti mit Schnittwechsel einsetzen könnend, alternativ offensiv mit dem Anti am Tisch agierend grundsätzlich nicht stärker limitiert sind als ein durchschnittlicher Langnoppenspieler. Für viele Durchschnittsspieler wäre der Anti nach meiner Auffassung ob der größeren Sicherheit sogar die bessere Wahl.
Wohlgemerkt, ich spreche hier nicht vom Profisport, dort hat ein Anti ob des mangelnden Schnitts im ersten Ball keine Chance.

Aus dieser Problematik ergibt sich aber eben auch die Taktik gegen einen durchschnittlichen Antispieler auf Kreis- oder Bezirksniveau:
Das Problem des Antis im Vergleich zur langen Noppe ist bei durchschnittlich begabten Tischtennisspielern, dass zwar ein Schnittumkehreffekt entsteht, dieser im Vergleich zu LN aber sehr moderat ausfällt.
Schneller Rollaufschlag auf den Anti - ein durchschnittlicher Antispieler wird druntergehen - schneller Schlagspin, nicht effetreich antoppen - ww. kommt da recht schnell ein Fehler oder man wartet ein, zwei Bälle bis der Ball etwas höher kommt - dann Schuß.
Variation: Kurz oder noch netter lang mit viel Unterschnitt auf den Anti aufschlagen - wenn der Aufschlag nicht gleich ins Netz gesemmelt wird, ist der Rückschlag eine Einladung zum Schuß.
Trifft man auf jemanden, der den Anti (auch) offensiv einsetzt, muß man bei dessen Konnterbällen ein wenig antoppen und bei Blockbällen schlicht auf die Bewegung des Gegners achten:
-Hackblock => ein wenig Unterschnitt im Ball, weniger als bei LN
-aktiver (Pressblock) => Ball ist weitestgehend leer, fällt aber je nach Anti ziemlich runter.

Eigentlich ganz einfach.

Gruß Tom

Geändert von User 1878 (22.09.2003 um 10:40 Uhr)
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