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Alt 19.02.2001, 23:06
Udo Udo ist offline
Möllerflop
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Ehrenamt

@ Freddie
Mit immer neuen Regeln findet der ITTF bestimmt keine neuen Freiwilligen, die für die anderen die "Deppen" spielen, er verliert eher noch viele weitere! Und auch mit umstrittenen Entscheidungen macht man sich in aller Regel keine Freunde. Ich habe z.B. nach der Einführung des 40mm Balls in einigen Spielklassen und einigen Wettbewerben in diesem Jahr nicht mehr an Ranglisten teilgenommen und bei den Kreismeisterschaften nur Doppel und Mixed gespielt, wo mit den großen Bällen gespielt wurde. Vielleicht bin ich ein Einzelfall, aber zumindest zeigt das die Reaktion auf solch voreiligen Entschlüsse.
@ Freddie & Frank Schmidt
Wo solche unüberlegten Entschlüsse von Gremien hinführen, sieht man ja deutlich im Ostsaarkreis des STTB. Dass der Kreisjugendwart zurücktritt, weil die 2. Mannschaft des 1. FCS mit einer 6:6 Entscheidung bei einer Enthaltung in die Landesliga eingestuft wurde, ist für mich sehr gut nachvollziehbar. Wie kann ich einen Verein, der über Jahrzehnte keine Jugendarbeit betrieben hat und seine Spieler zusammenkauft, in diese Liga mit der Begründung der "Förderung des (eingekauften) Nachwuchses" einstufen? Da sollte doch jedem halbwegs normal denkenden Menschen klar sein, dass das ein Schlag ins Gesicht aller Jugendarbeit betreibenden Vereine ist? Die entsprechenden Reaktionen ließen ja nicht lange auf sich warten und bisher hat die 2. Mannschaft des 1. FCS ja auch erst ein Spiel bestritten - bei allen anderen traten die Gegner aus "diversen" Gründen nicht an! Der 1. FCS steigt jetzt zwar auf, aber ob das Spaß macht???
Gegen den Willen der Basis ist also nicht alles möglich....

Wie kann man nun das Interesse am Ehrenamt im TT stärken?
Dazu ein paar Vorschläge von mir:
- Die Jugendlichen müssen bereits lernen, dass das Ehrenamt sehr wichtig ist und es ohne dies nicht geht. Dabei gilt es, selbst kleine Aufgaben zu übernehmen, die dem einzelnen nicht zu viel abverlangen. Jugendliche können z.B. einmal im Monat überprüfen, ob die TT-Netze und Zählgeräte noch in Ordnung sind und defekte mit einem Aufkleber makieren, damit der Gerätewart weiß, was er reparieren soll.
- Auch sollten Jugendliche schon früh bei anderen Veranstaltungen helfen, z.B. als Gruppenbetreuer bei Mini-Meisterschaften. Den Jugendlichen macht es ungeheuren Spaß, wenn sie anderen Kindern helfen können und die Poolpläne ausfüllen dürfen. Einzig für das Zählen bedarf es regelmäßig kleiner Anreize...
- Nach Möglichkeit sollten die 15-25Jährigen zuerst Verantwortung für kleine Aufgabenbereiche übernehmen, bevor sie ein "vollwertiges" Amt begleiten. Dazu kann man z.B. Jugendvertreter als Sprecher der Jugendabteilung wählen, die dann bei den Vorstandssitzungen mitreden dürfen.
- Eine weitere Möglichkeit, die gerade unser ortsansässiger Fußballclub ausprobiert, bestünde darin, für alle Vorstandsämter Vertreter zu wählen. Dies hat zwei Effekte: die Last ist verteilt und zum anderen spüren "neue" Leute, dass die Vorstandsarbeit auch nicht mit so viel Arbeit verbunden ist und dass sie auch dazu in der Lage sind, ein Teil zum Ganzen beizutragen.
- Manchmal erhält man auch Hilfe, wo man sie gar nicht erwartet. Bei uns wurden zwei Trainingseinheiten mit Grundschulkindern in deren morgendlicher Sportstunde komplett von Senioren betreut, weil alle Trainer zu dieser Zeit auf der Arbeit/Uni/Schule waren. Im Vorfeld hätte ich das nicht für möglich gehalten, dass sich unsere Senioren so engagieren.
- Ein weiterer wichtiger Punkt ist der Generationenkonflikt. Die ältere Generation muss ein Teil der Verantwortung frühzeitig an die Jüngeren abgeben, damit diese lernen können und sich selbst verwirklichen können. Es macht halt keinen Spaß, wenn man selbst keinen Einfluss hat, als "Marionette" lässt man schnell wieder die Finger vom Ehrenamt.
- Und am allerwichtigsten ist immer noch der Vorbildeffekt, denn nur wenn ich Vorbilder habe, werde ich denen nacheifern! Das gilt nicht nur für das sportliche Geschehen, sondern auch für das Ehrenamt.
- Und noch eines finde ich persönlich wichtig: nicht für alles darfe s Geld geben! Wenn jede Dienstleistung nur noch mit Knete beglichen wird, dann wird es bald kein Ehrenamt mehr geben, weil es sich nicht "lohnt". Aber Geld ist nicht alles, dass sollten alle wissen und merken.

Mal was anderes: weiß irgendeiner, ob die Regeländerungen beim Volleyball der letzten Jahre, die ja den hier diskutierten nicht unähnlich sind, dort einen Mitglieder- und Popularitätsschub gebracht haben?

Gruß aus Niederlinxweiler
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