Zitat:
Zitat von Pinguin
Herr Keil ist nicht Mitglied im DTTB-SRA. Das heißt, er äußert seine - sehr kompetente, aber nicht verbindliche - Privatmeinung.
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Aber immerhin äußert er als ISR eine Meinung zu der er offensichtlich steht. So lange es keine entsprechende Weisung des DTTB-SRA gibt - mir zumindest ist diesbezüglich keine anders lautende Auslegung/Weisung bekannt - können in den BL eingesetzte OSR sich daran richten. Wobei ich persönlich ja immer noch den Fehler im System sehe, der darin zu begründen ist, dass in einem Doppel, in dem jeder der beiden Spieler eine Karte (der Erste die Gelbe, der Zweite die Gelb-Rote) erhalten hat, in ihre nachfolgenden Einzel mit jeweils gelb vorbelastet antreten müssen. Wen der Spieler, der in dem Doppel mit Gelb-Rot bestraft wurde auch in seine nachfolgenden Spiele mit ein mal gelb-rot vorbelastet antreten müsste, gäbe es diesen nötigen Auslegungsfall gar nicht
Ich zumindest würde es nicht schlecht finden, wenn alle OSR eine einheitliche Auslegung der leider nicht aus dem Regeltext hervorgehenden verbindlichen Vorgehensweise, wie in diesem Fall, annehmen würden. Warum dann nicht die von Herrn Keil?
BTW: Sehr schön wäre es wenn sich der DTTB-SRA grundsätzlich dazu durchringen würde auf der DTTB-HP, Regeln die nicht eindeutig sind zu kommentieren und diese Kommentare als Handlungsanweisung für die OSR in den Klassen in denen mit OSR gespielt wird dann auch Geltung hätten. Damit könnten sich OSR und Spieler gleichermaßen vertraut machen. Dies könnte dazu beitragen, dass die Wogen, die z.T. zwischen Spielern und SR entstanden sind geglättet werden. Mir ist bewusst, dass das 'ne Menge Arbeit machen würde, ganz sicher nicht jeglichen "extremen" Fall berücksichtigen könnte und zudem nicht jegliche "Fehlentscheidung" ausschließen würde, aber für den richtigen Weg würde ich das dennoch halten.
Das was mir bei all den Diskussionen rund um SR-Entscheidungen immer wieder auffällt, ist das Unverständnis der Spieler, wenn es um die Zulässigkeit eines Schlägers geht und bei Vergehen der Spieler, die zu Verwarnungen führen. In beiden Fällen herrscht die Meinung auf Spielerseite, dass uneinheitlich entschieden wird. Dem kann man mMn nur entgegenwirken, wenn man die diesbezüglichen unklar gehaltenen Regeln durch Weisungen und Kommentare von offizieller Stelle möglichst konkretisiert.
Beispiel Schlägerzulässigkeit: Wenn Beläge zu weit überstehen sollte es im Allgemeinen völlig unproblematisch sein diese mit einer Schere so weit wie es dieses Werkzeug zulässt nachzuschneiden. Da bricht sich weiß Gott kein Spieler einen Zacken aus der Krone und es lohnt auch nicht sich über derart belangloses Zeug aufzuregen.
Ein Schläger dessen Beläge nicht in der LARC stehen, oder der bei einer Kontrolle nicht den Regeln entspricht braucht ebenfalls keine zusätzliche Auslegung oder Anweisung für die Spieler oder OSR.
Schwierig wird es bei Belägen, die verfärbt oder im Randbereich beschädigt sind. Hier ist die Regel leider nicht eindeutig und da es dann Ermessenssache ist kommt es in nicht wenigen Fällen zu unterschiedlichen Bewertungen durch die unterschiedlichen OSR. Das Spieler das nicht gutheißen ist verständlich. Hier besteht mMn Handlungsbedarf um diese Situation möglichst zu entschärfen. Jegliche Verfärbungen und jegliche Macken als unzulässig zu erklären ist sicher keine Lösung, wenn es auch sicher die Einfachste und Eindeutigste wäre. In den Fällen wäre es aber sicher möglich, im Zweifelsfall den Gegner mit in die Entscheidung einzubeziehen.
Z.B. mit folgenden Regelauslegungen:
Solange ein Belag grundsätzlich von der Farbe her eindeutig erkennbar bleibt und im Randbereich nicht mehr als 7 mm durch Einrisse oder Unvollständigkeiten, die durch Beschädigungen verursacht worden sind, ist der Schläger zulässig, sofern der jeweilige Gegner dem zustimmt.
Verfärbungen im Bereich des/der Finger und Einrisse oder Unvollständigkeiten, die durch Beschädigungen verursacht worden sind, die nicht mehr als 2 mm vom Rand her hereinragen sind grundsätzlich zulässig.
Hersteller- bzw Typenbezeichnungen, die durch Abrieb des Fingers nicht mehr eindeutig zu lesen sind, sind zulässig, sofern der Gegner die Hersteller- bzw Typenbezeichung identifizieren kann und diese in der zugelassenen LARC zu finden ist.
Zur Erkennung eines glatten Noppenaußenbelags ist der sogenannte Reibetest mit einem Ball zulässig. Ein NA-Belag, der bei einem Reibetest des SR/OSR keinen spürbaren Reibungswiderstand aufweist, wird dem jeweiligen Gegner zur nochmaligen Überprüfung überlassen. Sollte der Gegner ebenfalls zu der Überzeugung kommen, dass der NA-Belag keinen spürbaren Reibungswiderstand aufweist, ist der Schläger unzulässig. Kommt der Gegner zu einem anderen Ergebnis, ist der Schläger zulässig.
In diesen Fällen sollte den SR/OSR kein Zacken aus der Krone brechen und die Spieler sollten damit ebenfalls gut leben können. Grade Spieler argumentieren ja nicht selten so, dass es an den "kleinkarierten" SR läge und die jeweiligen Gegner keine Probleme mit ihren Schlägern hätten. Schläger, die bei einer Schlägerkontrolle, die die Schläger auf die Einhaltung der VOC-Grenzwerte, Belagsdicke und Ebenheit überprüfen, bleiben selbstverständlich von dieser Regelung unberührt. Hier geht es nur um die sogenannten Fälle, die im Ermessen des SRaT bzw OSR liegen!
Bei der Bewertung von Unsportlichkeiten sehe ich ebenfalls Handlungsbedarf. Um eine möglichst gleiche Bewertung durch die SRaT und OSR herbeizuführen, halte ich es für erforderlich einen Strafenkatalog anzulegen, der möglichst konkret verschiedene Vergehen aufzählt, die zu einer gelben bzw direkt zu einer roten Karte führen. Ebenso sollten dort auch Beispiele genannte werden, die nicht zu ahnden sind, da sie lediglich emotionale Gebärden der Spieler sind. Da würde es evtl. Sinn machen, wenn sich der DTTB-SRA zu einem Workshop gemeinsam mit den Spielervertretern trifft um einen solchen Strafenkatalog gemeinsam zu erarbeiten.
Jedenfalls bin ich der Meinung, dass öffentlich einsehbare möglichst konkrete Regelauslegungen unserem Sport nicht schaden können. Wie auch immer sie dann im Einzelfall aussehen mögen - ob nun so wie in den Beispielen zur Schlägerkontrolle von mir, oder auch völlig anders -, sie würden aus meiner Sicht in jedem Fall dazu beitragen, dass beide Seiten - SR und Spieler - in Zukunft weniger unnötige Reibungspunkte hätten.