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Alt 29.09.2003, 21:13
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Fortunen bringen deutschen Meister ins Wanken

Passauer Tischtennis-Zweitligist zeigt vor 300 begeisterten Fans gegen Borussia Düsseldorf ein klasse Pokalspiel

"Es klingt zwar paradox. Aber ich muss der Passauer Mannschaft zu ihrer 1:3-Niederlage gratulieren", sagte der sichtlich erleichterte Trainer des amtierenden deutschen Meisters Borussia Düsseldorf, Andreas Preuß, nach dem letztlich hart erkämpfen Pflicht-Sieg seines Trios im Achtelfinale des deutschen Tischtennis-Pokals am Freitag Abend in der Passauer Dreifachturnhalle. Der gastgebende Zweitligist hatte die Borussen nämlich "auf der Schaufel", spielte permanent am Limit und hätte mit etwas Glück sogar ein fünftes Spiel erzwingen können. Die 300 fachkundigen Fans würdigten die Leistung des TTC Fortuna Passau nach knapp zwei Stunden Spielzeit mit stehenden Ovationen.
Martin Pytlik, Jürgen Hegenbarth und Rainer Schreiter waren trotz ihrer "Zweitklassigkeit" jederzeit ernst zu nehmende Gegner. Diese Erfahrung mussten insbesondere der Niederländer Danny Heister, immerhin Nummer 23 der Weltrangliste und der erst 18-jährige fünffache Jugend-Europameister, Christian Süß, machen. Schreiter hatte es angekündigt: "Gegen einen jungen Spieler traue ich mir durchaus etwas zu." Mit geballten Fäusten und einem befreienden "Jaaa!" verkürzte er gegen Süß auf 1:2 und rechtfertigte damit seine Aufstellung. Die 32-jährige Nummer 4 der Fortunen hatte mit 10:12, 11:8, 12:10 und 11:9 den TTC Fortuna Passau im Spiel gehalten, nachdem Martin Pytlik mit 0:3 (6:11, 10:12, 5:11) Nationalspieler Bastian Steger und Jürgen Hegenbarth in einem mitreißenden Match dem Borussen Heister mit 1:3 (8:11, 11:8, 9:11) unterlegen waren.
Der kräftige Tscheche in Diensten der Fortunen, Martin Pytlik, agierte in seinem ersten Match gegen den leichtfüßigen, filigranen Steger noch viel zu statisch, sorgte aber im zweiten Satz nach 2:8-Rückstand mit dem umjubelten Punkt zum 10:10-Ausgleich erstmals für Stimmung in der Halle. "Da geht doch was!" spürten die Zuschauer und feuerten ihr Team mit rhythmischem Klatschen an.Jetzt waren die Fortunen hellwach. Und in der Folge lieferte Jürgen Hegenbarth dem holländischen Internationalen Danny Heister einen heißen Fight. Nach zwei absolut ausgeglichenen Sätzen stand's 1:1. Im dritten lag Heister, dessen Rückhand viele Fehler produzierte, plötzlich mit 3:7 zurück. Er benötigte eine Auszeit, um ins Spiel zurückzufinden. Und kam dann gewaltig. Hegenbarth konnte den Grippe geschwächten Weltklasse-Mann nicht mehr festnageln, unterlag 9:11 und im dritten Durchgang doch deutlich mit 6:11.
Rainer Schreiters 3:1-Erfolg gegen Süß hatte in Martin Pytlik offenbar die Kampfeslust geweckt. Denn jetzt präsentierte sich der Passauer "Zweier" außerordentlich stark. 2:1 führte Danny Heister zwar, der Titan aber wankte im dritten Satz gewaltig. 10:8 lag Pytlik vorne und es schien, als sollte es ihm gelingen, den Borussen-Routinier in den Entscheidungssatz zu zwingen. Heister zeigte jetzt Nerven, musste bei hochrotem Kopf mehrmals zum Handtuch greifen. Und als er schließlich doch auf 14:12 stellte, entfuhr ihm mit einem "Jooo!" ein lautstarker Schrei der Erleichterung.
Das Spiel war aus. Die Tischtennis-Fans auf den Rängen standen und applaudierten beiden Mannschaften zu ihrer großartigen Vorstellung. "Ich bin stolz auf mein Team. Jeder hat wirklich alles aus sich herausgeholt. Dass es nicht gereicht hat - das macht halt die Klasse des Gegners aus", freute sich Fortunen-Coach Stephan Weikert über die gelungene Vorstellung seiner Mannschaft, die trotz der 1:3-Niederlage beste Werbung für den Tischtennissport in der Region gemacht hat.
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