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Alt 30.09.2003, 08:08
Volkmar Volkmar ist offline
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Zitat:
Original von MagicBackhand:

@ Volkmar
Dein letztes Posting tirfft den Kern der Sache voll. Es geht hier eigentlich um religiösen Fundamentalismus. Diesen sollten wir aus unseren Schulen, aus unserem Staatswesen und am besten auch aus unserer Gesellschaft heraushalten. Toleranz gegenüber andersdenkenden und andersgläubigen ist das eine, aber es gibt eine Grenze. Ich persönlich ziehe sie da, wo neben das Ausüben der eigenen Religion / Kultur noch ein offensives Element hinzutritt, etwa wie Missionierungseifer oder Agression. Beim simplen Tragen eines Kopftuchs kann ich das für mich noch nicht feststellen, wenngleich die Situation für junge moslemische Mädchen wahrscheinlich anders sein mag. Wenn diese Mädchen täglich durch ihre Lehrer vorgelebt bekommen, daß eine gute Muslima ein Kopftuch zu tragen hat, dann kann das schon einen gewissen Einfluß ausüben, dem vorgebeugt werden sollte.
Völlig einverstanden. Hinzu kommt allerdings noch, daß ein fundamentalistisch ausgerichteter Islam seinen Anhängern das Recht zugesteht, zu lügen, wenn es dem Erreichen der eigenen Zielen dient. Anders gesagt: Man kann nicht sicher sein, ob die vordergründig guten Absichten tatsächlich die sind, die verfolgt werden. Seinem Wesen nach ist der Islam in einigen Ausprägungen eine agressive Religion, die auf Expansion gerichtet ist. Toleranz gegenüber andersdenkenden und andergläubigen ja, aber das kann nicht schrankenlos gelten. Die Grenze ist meiner Meinung nach dort, wo derjenige, der Toleranz für sich einfordert, nicht bereit ist, dies anderen entgegenzubringen.

Ich führe hier jetzt mal ein unlängst sehr verteufeltes Wort in die Diskussion ein, nämlich die sog. Leitkultur. Während es für uns selbstverständlich ist, in islamischen Ländern den Islam als Leitkultur anzusehen und anzuerkennen, tun wir uns im christlich-aufklärerisch geprägten Abendland teilweise sehr schwer damit, die Errungenschaften unserer Kultur gegenüber anderen offensiv zu vertreten. Es gibt keinen Grund, uns rechtfertigen zu müssen, einem anderen Kulturkreis anzugehören. Ebenso wie unsere moslemischen Mitbürger für sich in Anspruch nehmen - meiner Meinung nach übrigens zu Recht - in ihrer kulturellen und religösen Eigenart respektiert und akzeptiert zu werden, dürfen und können, ja sogar müssen wir umgekehrt von ausländischen Mitbürgern die Einsicht erwarten können, daß deren Freiheiten dort enden, wo sie mit den Gepflogenheiten, Traditionen und der Rechtsordnung des Landes kollidieren, in dem sie leben. Wer jetzt wieder schreit: Das ist ausländerfeindlich, hat nicht verstanden, worum es geht. Es geht nicht gegen Ausländer oder Migranten, sondern um die Bewahrung und Durchsetzung der eigenen Gesellschaftsform, in der andere kulturelle Traditionen willkommen sind, so lange sie nicht versuchen, anderen - mit welchen Mitteln auch immer - ihre Lebensweise aufzuzwingen.

Gruß, Volkmar
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