|
AW: Herren-Oberliga-Nord-West 2011/2012
Für diejenigen, die es interessiert:
Nachdem wir unsere intensive Vorbereitung auf die neue Saison am letzten Sonntag mit dem Cooper-Test begannen, folgten innerhalb der letzten Tage die nächsten „Zusammenkünfte“. Unser Kapitän gab als Treffpunkt „die Scheune“ aus und ich dachte an nichts Gutes. Sollten wir dem Landwirt beim Ackerbau helfen und die Felder pflügen?? Sollten wir die Viehzucht vorantreiben??? Zum Glück nicht.... In der Abgeschiedenheit von jeglicher Zivilisation, wo die Zeit stillzustehen schien, trafen wir uns, um durch die einsamen Wälder von Wolfenbüttel unsere Runden zu drehen. Außer unserem italienischen Drogenkurier, der nach einer allgemeinen Zollkontrolle noch verhindert gewesen ist, war auch Nick the Quick aufgrund von wichtigen „Geschäftsterminen“ in Holland nicht mit am Start. Neu dazugestoßen war am Dienstag unser ostdeutscher Englischlehrer Baumi, der dem Gegner gerne mit den Worten „no change“ zum Sieg gratuliert. Zu unserer großen Bewunderung war auch Keppi wieder mit dabei, der sich nach eigener Aussage am Tag nach dem Cooper-Test nur mit einem Rollator fortbewegen konnte. Aber mit einer Flasche Allgäuer Latschenkiefer, die er nicht getrunken sondern tags zuvor auf den Beinen verteilte, ging es auch bei ihm weiter. Auf dem Programm standen am Dienstag zwei Runden a´2,6 km. Die erste Runde wurde zunächst wieder gemeinsam absolviert, um die Strecke „kennen zu lernen“. In der zweiten Runde konnte jeder sein eigenes Tempo gehen, was jeder für sich entsprechend auch umsetzte. Nachdem alle peu a´ peu im Ziel eintrafen, fehlte nur noch einer... Keppi....Gezeichnet von den Strapazen trudelte er schweißgebadet und mit einer Gesichtsfarbe die jegliche Natürlichkeit vermissen ließ fünfzehn Minuten später im Ziel ein.
Am darauf folgenden Tag erwartete uns das gleiche Schicksal. Bei schwülem Wetter und mit schweren Beinen ging es erneut in den Wald... Nicht um Pilze zu sammeln oder wilde Kräuter zu suchen, sondern um die Kondition weiter zu fördern. Keppi bekam einen kleinen Vorsprung und lief 5 Minuten eher los. Nach gefühlten 500 metern wurde er jedoch von den Schnellsten schon wieder eingeholt und nahm die gewohnte Position ein. Dabei glich seiner Atmung dem eines Ebers auf Paarungssuche. Nach knapp zwei Runden gingen meine Beine in einen spontanen Streik und versagten mir das Weiterlaufen. Nichts ging mehr... Am Ziel angekommen warteten wir dann noch auf unser Schwergewicht, der noch gut eine halbe Runde vor sich hatte. Aber auch diese Distanz wurde gemeistert. Dann waren uns zwei Tage Ruhepause vergönnt, die wir zur Regeneration nutzten. Heute trafen wir uns pünktlich um halb vier bei Keppi, um den Bundesligastart zu verfolgen und uns auf die „mittlere Laufrunde“ einzustimmen, die im Anschluss folgen sollte und die so schnell keiner vergisst. Nach geselligen 105 Minuten war die Stimmung bei Keppi als eingefleischter Kölnfan auf dem Nullpunkt. Wüste verbale Beschimpfungen gegen den Trainer und die Mannschaft folgte die nüchterne Erkenntnis, dass wieder gegen den Abstieg gespielt wird und gegen Schalke gepunktet werden muss. Die Forderung im nächsten Spiel Geißbock Hennes und zehn seiner Artgenossen aufs Feld zu schicken, verursachte große Zustimmung beim Rest der Mannschaft. Im Anschluss fuhren wir abermals „zur Scheune“ um die c.a. 7 km lange „mittlere Runde“ anzugehen. Aufgrund der unterschiedlichen Eingangsvoraussetzungen wurde uns von Gandalf dem Grauen, der seinen Zauberstab immer dabei hat, der Weg erklärt. Eigentlich ganz Simpel...Immer geradeaus bis es nur noch links oder rechts geht und dann rechts in Richtung Hauptstraße abbiegen...Klaupe aus unserer Reserve schien bei der Ansage in Gedanken auf einem anderen Planeten unterwegs zu sein, was sich später noch bitter für alle Anwesenden rächen sollte. Und auch Keppi schien den Worten unseres Kapitäns nur wenig abzuverlangen und lief seinen „eigenen Weg“ In gewohntem Tempo ging es für jeden einzelnen auf die Strecke. Keppi, der wie gewohnt früh federn lassen musste, überraschte dahingehend, als Zweiter im Ziel anzukommen. Was war passiert? Nach eigener Aussage bog er „versehentlich“ zu früh nach rechts ab und wunderte sich, dass er sich plötzlich auf der Strecke der „kleinen Runde“ wiederfand. TV-Bilder jedoch zeigten, dass er bewusst, mit einem breitem Grinsen im Gesicht und mit ausgestrecktem Mittelfinger die eigentliche Strecke vorsätzlich verlassen hatte, um den zusätzlichen Kilometern zu entfliehen.
Nachdem alle Anderen nach und nach im Ziel eintrafen fehlte nur noch einer. Klaupe....
Das Unheil nahm an dem Punkt seinen Lauf, als er nicht wie von Hauke am Anfang erwähnt am Ende des Weges nach rechts abbog, sondern spontan für sich entschied nach links zu laufen. Immer tiefer in die Wälder Lothloriens hinein. Wir warteten schon geschlagene 30 Minuten am Zielpunkt auf unseren verlorenen Sohn, als wir beschlossen nach ihm zu suchen. Doch die Suche war zunächst vergebens und so harrten wir weiter aus und hielten Ausschau. Weitere zwanzig Minuten vergingen und eine gewisse Unruhe machte sich breit. Wo war Klaupe? Haben ihn Elben entführt? Wurde er von Wildschweinen gefressen? Hauke fuhr mit dem Auto verbotener Weise im Wald Punkt für Punkt ab um ihn zu finden. Doch nach wie vor keine Spur.... Gut eineinhalb Stunden nachdem die Ersten die Runde meisterten, wurde er letztlich völlig orientierungslos und noch gut 30 Minuten vom eigentlichen Ziel entfernt durch Zufall von Flo aufgegriffen. Wir waren erleichtert, dass ihm nichts passiert war aber auch gleichzeitig etwas ratlos, wie es soweit kommen konnte. Aufgrund der Ereignisse wird das morgige angesetzte Lauftraining auf Montag verschoben und wir treffen uns lediglich zum gemeinsamen Frühstück.....
|