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Alt 14.08.2011, 08:41
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klugscheisser klugscheisser ist offline
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AW: Trainingsübungen Bewegungswahrnehmung und dynamisches Sehen

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Für bestimmte Aufgaben im Tischtennis gibt es unterschiedliche Anforderungen, die ich nur mal ganz grob in nur zwei Gruppen einteile:

1. automatisierte Aktionen, die eigentlich ohne bewusst Nachzudenken ausgeführt werden. Ich kürze die mal mit "aA" ab

2. Aktionen, die bewusst ausgeführt werden müssen (z.B. taktisches Verhalten); heisst bei mir "bA"

Bewusstes Denken ist nun mal wesentlich langsamer als das automatische Handeln, weil "Denken" praktisch nur in Sprachgeschwindigkeit erfolgt.

aA hingegen ist wesentlich schneller, weil nicht jeder Zwischenschritt verarbeitet und gespeichert werden muss. Wenn wir jedes Bewegungsdetail inkl. Gewichtsverlagerung beim Gehen bewusst ausführen müssten, würden wir dauernd auf die Fresse fliegen.

Bei einer so schnellen und anspruchsvollen Sportart wie TT braucht man beides in unterschiedlichen Mischformen. Wichtiges Ziel des Traingings ist es deshalb, möglichst viele Bewegungsabläufe zu automatisieren, damit sie die bewusste Kapazität für Taktik usw. schonen.

Es gibt nun Untersuchungen zur "Bahnung", dass aA schneller und nachhaltiger erlernt und gespeichert werden, wenn man das Denken in dieser Zeit abschaltet (geht natürlich nicht) oder ablenkt, z.B. mit mathematischen Problemen beschäftigt.

Ich will jetzt im Training mal überprüfen, ob das einen spürbaren Effekt bringt. Mir ist klar, dass meine Trainingsgruppe dafür zu klein ist, aber egal.

Ich will beim BET zunächst bei einfachen Übungen (kontern regelmäßig mit BA) zunächst notieren, wie viele Fehler der Proband bei 20 Bällen macht und diese Zahl als Referenzwert nehmen.

Nach einer Pause wird die Übung mehrfach wiederholt und das Opfer soll dabei laut von 100 in verschiedenen Schritten rückwärts zählen, wird also vom bewussten Denken über die Übung abgelenkt, das Gehirn darf ungesteuert, aber auch ungebremst arbeiten.

Ich vermute, dass die Fehlerquote (die nach jedem Durchgang notiert wird), zunächst ansteigt und sich dann verringert. Steigt die Fehlkehrquote wieder, wird die Session abgebrochen und im nächsten Training wiederholt. Oder nicht, wenn sich kein Effekt einstellt.

Den Erfolg kann man nur bewerten, wenn es eine "Vergleichsgruppe" gibt, die ohne Ablenkung trainieren darf.

Mir ist klar, dass das alles nicht wissenschaftlichen Ansprüchen genügt, ich werde es trotzdem machen.

Was das mit der Frage zu tun hat?
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Große Leuchten (Sonnen) brennen schnell und sehr hell, aber meist nicht sehr lange (ein paar mio Jahre). Zum Glück bin ich nur ein kleines Licht

Geändert von klugscheisser (14.08.2011 um 09:57 Uhr)
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