Zitat:
Zitat von Bernie Bär
Eins würde mich noch interessieren: Wie läuft so ein Klage denn ab. Bekommt der Verband Zeit die Daten vom Netz zu nehmen und bei Nichteinhaltung droht eine Strafe? Oder muss vorher schon Geld fließen?
|
Also ich kenn mich nur bei illegaler Werbung aus - wie diese Zwangs-Newsletteraktion, der du offenbar auch zum Opfer gefallen bist. In der Regel läuft das so ab, dass man pro Fall eine Strafe von (soweit ich weiß) 5.000 Euro (so was in der Größenordnung, bin mir über den genauen Betrag nicht ganz sicher) zu blechen hat und dann eine recht kurze Frist erhält, die Kontaktdaten wie Telefonnummer oder E-Mailadresse zu löschen. Eine Speicherung der Daten zu erhalten und sie einfach nicht mehr zu nutzen, genügt in diesem Fall nicht. Die Daten müssen unwiderruflich gelöscht werden.
Das heißt wenn der Newsletter an 10.000 Leute rausging, von denen 5.000 ihren Anwalt bemühen, ist myTischtennis morgen pleite und kann den Laden dicht machen. Wenn ich mir die unfassbar zahlreichen Werbebanner anschaue und solche Aktionen, sieht das für mich eher so aus als würde das Finanzierungskonzept überhaupt nicht aufgehen und man bewusst große Risiken eingeht, um die Seite am Leben zu erhalten - das Datenschutzproblem bei click-TT ist nur ein weiteres Indiz dafür. Solch hohe Risiken geht man eigentlich nur ein, wenn man entweder keinen Plan von dem hat, was man da macht - was ich nicht glaube - oder so in den Seilen hängt, dass jedes Mittel Recht ist, einen Crash zu verhindern.
Werbung darf man nur Kunden schicken, die explizit ihre Genehmigung dafür erteilt haben - deswegen darf dich ja auch niemand anrufen. Kleiner Tipp: einmal mit dem Anwalt drohen und du hast auf ewig deine Ruhe vor diesem Call Center. Kunden, die explizit keine Werbung wünschen dürfen ebenso wenig kontaktiert werden wie welche, von denen unbekannt ist, ob sie kontaktiert werden wollen oder nicht.
Übrigens existieren hier auch unterschiedliche Regelungen für die Kontakte mit Kunden und Interessenten. Bei Kunden darf ich im Rahmen einer Bestandskommunikation auch dann anrufen, wenn eine Einwilligung dafür unbekannt ist. Da ich aber kein Kunde bei myTischtennis haben, dürfen die mich nur dann kontaktieren, wenn ich explizit zustimme und sonst nicht. Bei Kontakten zu Bestandskommunikation gibt es auch Regeln, dass man nur über den bestehenden Vertrag reden darf, d.h. wenn ich einen PA hab darf mich myTischtennis anschreiben, um z.B. zu versuchen, mich zu überreden, diesen zu verlängern - aber selbst dann dürfen die mir keine Newsletter oder irgendwelche Werbung unterjubeln, die ich nicht haben will.
Da ich im Marketing einer großen grünen Versicherung arbeite, hab ich des Öfteren mit solchen Dingen zu tun und weiß daher auch, wie wichtig es ist, diese gesetzlichen Regelungen einzuhalten. Alles andere ist nicht nur illegal sondern lässt das eigene Unternehmen in einem sehr unseriösen Licht da stehen.
Als Antwort von Jochen Lang auf meine E-Mail bekam ich übrigens, dass meine Adresse aus dem Newsletter entfernt wurde und dass sie sich freuen würden, wenn wir ihnen Berichte gratis schicken, die sie dann kommerziell weitervermarkten. Ist zwar ein verlockendes Angebot aber ich denke, ich werde ich es nicht annehmen.