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Alt 28.02.2001, 01:09
fuxx2000 fuxx2000 ist offline
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Hi Fabian!

Trask hat die Sache mit dem Aufschlag mit Seitschnitt (folgend: AUSS) schon ganz gut beschrieben. Bevor ich aber zum AUSS noch was sage vieleicht ein paar grundsätzliche Sachen zum Aufschlag:
Es ist empfehlenswert eine große Variationsfähigkeit beim AU zu besitzen. Das heißt man sollte möglichst in der Lage sein Rotation, Tempo und Platzierung (in der Länge als auch in der Breite) variabel zu gestalten und vor allem kontrolliert einzusetzen! Jetzt kommt aber der Haken: Du sollst zwar eine große Variationsbreite in diesen Faktoren besitzen, jedoch sollen die Bewegungsausführung der verschiedenen AU möglichst wenig Unterschiede aufweisen. Der Rückschläger soll möglichst nicht an deiner Bewegung erkennen, welchen AU du ausführst. Aus diesem Grund empfiehlt es sich, zunächst eine AU-Grundform zu wählen aus der dann die verschiedenen sogenannten Aufschlagsfinten durchgeführt werden. Mir bekannte Grundformen sind:-VHAU aus RH, RHAU(Schlagarm entweder unter oder über dem Ball), und der VHAU über Kopf. Im Hochleistungsbereich hat sich der VHAU aus RH weitgehend durchgesetzt. Es gibt aber auch noch Spieler die vorwiegend mit RH aufschlagen.
Wenn Du Deine Grundform gewählt hast (später noch einige Dinge zum VHAU aus RH) solltest Du möglichst Deine Ausholphase und Deine Ausschwungphase standarisieren. Jetzt hast Du für die Erzeugung der Rotation verschiedene Möglichkeiten. Entweder benutzt Du eine entsprechend angepaßte Schlägerblattstellung im Balltreffpunkt, die Du von AU zu AU anpaßt, oder Du bestimmst die Rotation über den Balltreffzeitpunkt. Dabei führst Du eine stets gleiche Bewegung aus Beispielsweise: zunächst nach unten, dann zur Seite, dann nach oben. Je nachdem wann Du den Ball triffst, bekommt er die entsprechende Rotation. Ich persönlich halte dies für sehr wirkungsvoll, allerdings auch für entsprechend schwierig auszuführen. Kannst Du beides variieren, umso besser!
Mein favorisierte Ausführung des VHAU aus RH:
- Stellung der Beine in Verlängerung der Tischdiagonalen.
- Oberkörper dreht etwas nach hinten ein
- Mit Anwerfen des Balles den Körper etwas mit aufrichten, dem Ball folgend.
- Mit Anwerfen des Balles das Gewicht auf das rechte Bein verlagern (Bei Rechtshändern natürlich)
- Mit Anwerfen des Balles das linke Bein vom Boden abheben
- Wichtig jetzt: Erkennen des Ballumkehrpunktes
- dann: Körper wird wieder abgesenkt
- zum Balltreffpunkt dreht der Oberkörper nach vorne
- im Balltreffpunkt wird das linke Bein auf dem Boden aufgesetzt und das Gewicht lagert nun auf ihm.
- aus der AU Bewegung heraus kann eine Bewegung nach vorne erfolgen, die ein direktes Einnnehmen der Grundstellung einleitet
Der Balltreffpunkt (BTP) sollte möglichst flach über dem Tisch, körpernah und "cirka" in Brusthöhe erfolgen.
So viel zunächst zum AU so soltest Du auch AUSS ausführen, jetzt noch ein paar spezifische Sachen...
Um einen AUSS auszuführen, mußt Du den Ball möglichst seitlich treffen, um viel SS zu erzeugen. Durch die unterschiedlichen BTP kannst Du die Rotation dosieren.
Der BTP sollte möglichst weit oben (oberes Drittel) am Schläger erfolgen, da der Schläger dort seine höchste Geschwindigkeit ausweist.
Bei der Schlägerhaltung empfiehlt sich es, den Schläger nur mit Daumen und Zeigefinger zu halten, da dies eine größere Bewegungsamplitude ermöglicht. (Geht auch anders siehe W. Schlager)
Wichtig für die Rotationserzeugung ist eine möglichst große Vorspüannung im Handgelenk und die daraus erfolgende explosive Beschleunigung, die den Schläger möglichst im BTP eine hohe Geschwindigkeit erreichen läßt.
Durch bemalte Bälle läßt sich gut der Rotationsart und Stärke deutlich machen.
Zum Schluß noch ein subjektiver Tip: Ich finde es als Rechtshänder ziemlich gut gegen stark VH orientierte Linkshänder, die beim Rückschlag eine leicht erhöhte Distanz zum Tisch einnehmen, einen kurzen mit starkem reinen SS in die VH des Linkshänders zu machen(übers Kreuz). Dies ist oft überraschend, bedeutet für den Linkshänder einen großen Lauffweg und falls er den Ball erläuft, ist es ihm oft nur möglich diesen in RH anzuziehen und meist hat er den Ball überlaufen, so daß er dann in RH völlig offen ist und ein leichter, mit wenig Risiko gespielter Block oft einen Punktgewinn bringt.
Also, Du weißt jetzt einen ganzen Haufen über Aufschläge, es gibt noch viel mehr, doch das würde den Rahmen sprengen, falls es dies nicht schon längst getan hat. Ich hoffe ich konnte Dir helfen, denn die ganze Litanei hat ne Weile gedauert. Viel Erfolg beim Aufschlagen!
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