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AW: EM 2011 (Gdansk, 8.-16. Oktober)
Wisst ihr, dazu muss man wieder mal den Kommentator erwähnen. Es geht bei den Regeländerungen nicht primär um "Fernsehen", sondern eher darum, die Attraktivität auch bei Nicht-TT-Spielern zu erhöhen. Am Finaltag sind bei, sagen wir den German Open, sicherlich 80% der Zuschauer aktive Spieler, der Rest Familienmitglieder, die "so Mittel" Lust darauf haben. Ich glaube es gibt nur richtig wenig Tischtennisfans, die selbst keinen Schläger in der Hand halten können (ich kenne spontan nur einen).
Die Regeländerungen zielen jetzt darauf ab, genau diesen "nicht Aktiven" Spaß am Tischtennis zu vermitteln. Diese Leute sehen den Spin nicht, haben kein Gefühl für die Dramatik des Sports, verstehen die Regeln nicht besonders, finden "einfache Fehler" nicht spektakulär, etc. Deshalb gibt es Sätze bis 11, größere Bälle, demnächst sicher mehrfarbige Bälle etc.
Genau da setzt auch der Kommentator ein. Seine Aufgabe ist nämlich genau das, was die nicht sonderlich versierten Fans nicht sehen, zu vermitteln und aufzuzeigen. Ein richtig guter Kommentator versteht es dazu, auch Emotionen und Dramatik eines Spiels auf den Zuschauer zu übertragen und diesen zu animieren. Meiner Meinung nach sind daher die Kommentatoren ebenso wichtig wie die Profis selbst und der Sport an sich, wenn es darum geht, die Faszination Tischtennis auch der "Außenwelt" zu präsentieren.
Folgender Punkt hat (noch) weniger mit dem Thema EM zu tun: Genau das ist auch der Grund, wieso mich das Verhalten eines Christian Süß bei der WM so aufregt. Durch seine verhätschelt arrogante Art und durch das Abschenken des Doppels mit Dimitrij Ovtcharov macht er mehr Zuschauern das Spiel mies und schädigt das Ansehen unseres Sportes, der sich eh ständig behaupten und rechtfertigen muss mehr, als es jede Regeländerung in Zukunft wieder aufbessern könnte.
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