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Re: Jungen-Verbandsligen
Eigentlich wollten wir uns an dieser Diskussionsrunde nicht beteiligen, doch da wir mehrfach angesprochen wurden, halte ich es für angebracht, uns zu äußern.Diese Runde nennt sich selbst hochtrabend" Experten."Wenn dem wirklich so ist, dann " Gute Nacht Tischtennis" Diese sogenannten "Experten" sind mitschuldig, das Tischtennis immer noch das Ping- Pong- Image hat. Bis auf den Beitrag aus Waltrop haben alle anderen anscheinend nicht begriffen, das Tischtennis Sport ist.Und im Sport will man gewinnen. Meine Jungs wollen jedes Spiel gewinnen. Mit allen legalen Mitteln.Ihnen deshalb Unfairness vorzuwerfen finde ich weltfremd. Ich habe den Eindruck, das alle zwar Verbandsliga spielen wollen, (müssen?), aber in einer Hobbyrunde viel besser aufgehoben wären.
Nur weil wir versuchen in Bönen professionelle Jugendarbeit zu leisten, bezeichnet man uns als "nicht normal"!
Unsere 2. Herrenmannschaft spielt an der Spitze der Oberliga. Fünf der Spieler sind 19 Jahre und jünger. Das bezeichne ich als "nicht normal". im positiven Sinne.
Was ist daran unsportlich wenn sich ein 12- jähriger seine nächsten Gegner ansieht? Das spricht doch gerade für seine Einstellung. Die Verbandsliga ist die höchste Jugendklasse. Wer da nicht motiviert ist, dem ist nicht zu helfen.
Was ist daran ungewöhnlich, wenn wir mit drei vollen Autos zum Auswärtsspiel fahren? Ein Spiel der höchsten Nachwuchsklasse sollte auch für die Kinder ein Höhepunkt sein, aber anscheinend wünschen sich einige eine Friedhofsatmosphäre.
Und zu unterstellen, bei Netz- oder Kantenbällen zu klatschen, ist eine Frechheit. Wir haben in der vergangenen Saison in der 2. Bundesliga gespielt. Alle Gegner waren ausnahmslos begeistert von der Atmosphäre in Bönen.Das der ein oder andere schon mal klatscht, kann passieren, ist aber niemals Absicht.
Im übrigen gehören Netz- und Kantenbälle nun mal zum Spiel. Was passiert denn z. B. im Tennis, wenn der Ball die Linie berührt und verspringt? Ist dann Totenstille im Stadion? Die Zeiten, wenn einer hustet und fünf Mann brüllen sofort "Ruhe" sollten endgültig vorbei sein. Sonst sollte man die Sportart wechseln und Schach spielen.
Warum sollte sich ein 12- jähriger nicht freuen dürfen, wenn sein 5 Jahre älterer Gegener bei 9:9 im fünften Satz einen Aufschlag verschlägt. Soll er ihn wiederholen lassen? Der Aufschlag ist eine Technik wie jede andere auch. Sollen mir die Experten doch mal den Unterschied zwischen einem Fehlaufschlag und einem verschlagenen Topspin erklären. Wenn der Aufschläger ein hohes Risiko geht, um einen gefährlichen Aufschlag zu produzieren, muss er damit rechnen, das was in die Hose geht. Was wäre denn gewesen, wenn es ein "Ass" geworden wäre? Darf er sich dann auch nicht freuen?
Wie ist es denn in anderen Sportarten? Welcher Torwart jubelt nicht, wenn der Gegner beim Stand von 3:3 in der 89. Minute einen Elfmeter vorbei schießt?
Was hat das mit Motivation zu tun, wenn sich die Kleinen über jeden Punkt freuen. Wer das nicht tut,ist entweder ein Heuchler oder hat mit Sport nichts am Hut. Im Tischtennis geht es nun mal um Punkte und nicht um Haltungsnoten.
Wenn das schlechte Werbung für den Verein ist, hoffe ich, dass sie noch oft schlechte Werbung für den Verein machen.
Ich halte es vielmehr für eine gute Werbung für den Verein, wenn die Mannschaft mit einem Durchschnittsalter von 12,5 Jahren die Jungen- Verbandsliga aufmischt. Es spricht nicht für das Niveau der Liga, wenn alle vor dieser Mannschaft zittern. Aber wie sagt man so schön: viel Feind, viel Ehr!
Walter Darenberg
Trainer TTF Bönen
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