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Zitat von Setz-It
Was denkst du denn, wie es ausgegangen wäre, wenn diese Regeln bei Ovtcharov umgesetzt worden wäre? Wahrscheinlich wäre er dann jetzt gesperrt, oder?
Er hätte ein Verfahren bekommen, die Interessenskonflikte des DTTB hätten sich nicht auswirken können und die CB-Konzentration im verbotenen Bereich hätte die erwarteten Folgen.
Die Forderung eines Beweises ist jetzt bereits da. Ein positiver Test wird als Beweis angesehen, dass die verbotene Substanz in den Körper gelangt ist. Da "absichtlich" oder "unabsichtlich" nach den derzeitigen Dopingregeln eigentlich keine Rolle spielt, ist das auch ausreichend, es sei denn, du willst die Komponente "bewusst betrogen" stärker in den Regeln herausarbeiten. Dann schieben es in Zukunft alle auf ihren Trainer, keinem wird nachgewiesen, dass er es selber war und damit ist Doping legal.
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Ich bin ganz klar dafür, dass die Sportler mit sehr geringen Mengen Clenbuterol im Köprer weiter aktiv sein dürfen. Bei Ovtcharov ist meiner Meinung nach alles richtig gelaufen und schnell über die Bühne gegangen. Bei Contador läuft das Verfahren glaube ich noch immer.
Die Sachlage ist folgende: Die Konzentration ist sehr gering, so dass kontaminiertes Fleisch als Verursache zumindest in Frage kommt. So lange dieser Zweifel besteht und nicht in kürzester Zeit widerlegt werden kann, ist meiner Meinung nach der Sportler schnellst möglich frei zu sprechen.
Ich dachte, ich hätte das so ausgedrückt.
Aber zumindest ist im Falle Ovtcharov das schnelle Verfahren so abgelaufen, weil der DTTB ein nachhaltiges Interesse daran hatte, genau wie der spanische Radverband bei Contador.
Während Ovtcharov auch in der öffentlichen Meinung als Opfer verunreinigten Fleisches gilt, trifft dies nicht auf Contador zu, obwohl die Sachlage im Großen und Ganzen die Gleiche ist. Wenn von Contador gesprochen wird, hat man immer im Hinterkopf, "dass er ja eigentlich gedopt ist".
Wenn eine übergeordnete internationale Organisation das Verfahren innerhalb von vier Wochen nach der Tour de France 2010 abgeschlossen hätte, gäbe es diese ganze Farce gar nicht.