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AW: Diskussion der Festspiel-Regel im WTTV
Wenn eine Mannschaft verstärkten Bedarf nach Ersatzspielern hat, liegt der Verdacht nahe, dass die Stammspieler dieser Mannschaft eventuell nicht alle spielwillig oder spielfähig sind, dass sie also eventuell nur gemeldet worden sind, um die unteren Mannschaften künstlich stärker zu machen als sie es eigentlich wären, wenn oben nur wirklich spielwillige und spielfähige Spieler gemeldet worden wären. Daran ändert auch die Regel nichts, dass fünfmal in Folge fehlende Spieler nicht mehr zur Sollstärke beitragen (andernorts verlieren sie die Stammspielereigenschaft und werden zum Reservespieler). Es gibt genug Spieler, die eigentlich nicht mehr richtig wollen, aber dem Verein zuliebe dafür sorgen, dass sie nicht fünfmal in Folge fehlen.
Vereinen, die mit dieser (wohlgemerkt legalen) Taktik arbeiten, würde es durch den Wegfall des Festspielens noch einfacher werden, so weiterzumachen. Ich bezweifle, dass das unbedingt im Interesse des Sports insgesamt ist. Insbesondere kleine Vereine in unteren Spielklassen sind oft die Leidtragenden, wenn sie wegen künstlich stark gemachter Mannschaften großer Vereine den Aufstieg nicht schaffen. Außerdem haben kleine Vereine schon aufgrund der wenigen Spieler kaum die Möglichkeit, auch mit dieser Taktik zu arbeiten.
Deshalb halte ich das Festspielen auch in Zeiten korrekter Meldungsreihenfolgen und reell vergebener Sperrvermerke weiterhin für sinnvoll. Über Modifikationen könnte man allerdings nachdenken. Im TTVN beispielsweise darf jeder Spieler nicht nur insgesamt dreimal pro Halbserie Ersatz spielen, sondern in jeder einzelnen höheren Mannschaft je dreimal. Das erspart dem Staffelleiter schon mal die Kontrolle, ob die Gesamtanzahl von Einsätzen (in verschiedenen Mannschaften) vier geworden ist. Er (bzw. die Kontrollroutinen von click-TT) müssen nur noch die Einsätze in jeder einzelnen Mannschaft zählen, aber nicht mehr die Summe.
In Süddeutschland (insbesondere in Bayern, von BaWü weiß ich es nicht genau) gibt es kein Festspielen. Ein Argument dort ist die Wettbewerbsverzerrung durch festgespielte Spieler: Einige Mannschaften mussten noch gegen sie antreten, andere nicht mehr, weil sie mittlerweile festgespielt sind. Dieses Argument würde deine These stützen.
Bei Abwägung der Vor- und Nachteile bleibe ich dabei, das Festspielen weiterhin für sinnvoll zu halten.
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