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AW: TTBL | 1.Bundesliga Herren 2011/2012
Dass man aufstellen darf, wie man will, finde ich auch wenig zielführend. Die Aufstellung als taktisches Mittel mag zwar für die Trainer interessant sein, für die Zuschauer aber oft frustrierend.
Ich kann mich an ein Spiel der Damen-Bundesliga Fraulautern gegen Böblingen im 3er System erinnern. Böblingen reiste ohne die erkrankte Mie Skov an und es war klar, dass Qianhong Gotsch als eine der besten Spielerinnen der Liga an Position 1 spielen würde. Folglich stellte Fraulautern taktisch auf und seine Nummer eins an Position 3, da relativ klar war, dass Böblingen seine Ersatzspielerin aus der Landesliga auf Opferposition 2 stellen würde. Fraulautern stellte dann Olga Nemes als Nummer drei an Position eins. Die Folge war, dass Nemes gegen die Ersatzspielerin gewann, wir das 3er Duell ebenfalls sicher gewinnen konnte, beide Spiele gegen Gotsch quasi kampflos an Böblingen gingen und die Landesligaspielerin im abschließenden Doppel gegen unsere Nummer eins und zwei überfordert war. Fazit: taktisch super aufgestellt, 3:2 gewonnen, nur langweilige und unansehnliche Spiele produziert und das Duell der beiden besten Spielerinnen der Liga (mit offenem Ausgang) bewusst vermieden, zwei Punkte eingesackt und die Zuschauer zu Tode gelangweilt.
Gerade in der Damen-Bundesliga, wo viele Vereine eine sehr starke Nummer eins hatten, waren die ersten beiden Spiele fast immer Weltklasse gegen Bauernopfer. Die Herren-Liga ist da deutlich ausgeglichener aber dennoch sollte sichergestellt sein, dass die beiden vom Papier her stärksten Spieler auf eins spielen müssen. Es mag für die Spannung förderlich sein, wenn man taktieren darf, für die Qualität der Spiele aber leider zu oft nicht.
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