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AW: Kaiser Franz des Tischtennis
Hallo an die interessierte Leserschaft,
Zum Spiel Dachau gegen Murnau:
Naja, Pilsl ist schon eine Herausforderung als Gegner, da er sehr stark ist - Bilanz spricht schon enorm für ihn. Auf die "leichte Schulter" nehme ich ihn also nicht - würde mich freuen, wenn ein Satz herüberfällt. Gegen Schwenk habe ich eigentlich fast immer verloren - habe mir nicht sehr viel ausgerechnet vor dem Spiel. Allerdings gewann ich 3:1. Gegen Pilsl kann ich sehr befreit aufspielen, er hat ja den Druck, da er der bessere Spieler ist. Wie er sich gegen beidseitig Material am Tisch anstellt, weiss ich auch nicht. Schätze mal, dass er sehr schnell - wenn er ihn noch nicht hat - den Bogen (vielleicht fünf Ballwechsel) gegen mich raushat. Wir werden sehen.
Zum Thread "Klebeverbot":
Wir waren alle mal Jung und da gab´s das Frischkleben - auch ich klebte damals meinen Anti bis er (wirklich, kein Witz) während einem Punktspiel in der Landesliga platzte (waren fast neun Lagen drauf). Geklappert und geschäppert hat er ja wirklich, schnell war er auch - aber auch sehr schwer. Habe mal zum Spass von einem damals richtigen "Frischkleberspieler" seinen Schläger in die Hand genommen - extrem schwer. Das war nun nichts für mich. Frischkleben hat seine Vorteile gehabt, aber auch genügend Nachteile. Mein Motto: Wenn einer unbedingt meint, er müsse "kleben", dann bin ich tolerant genug ihn nicht darauf anzusprechen. Der Gestank des Frischklebens - wenn einer es extrem betrieben hat (z. B. noch mit zusätzlichen Feuerbenzin auf den Schwamm) - drang in jede Pore und setzte sich in der Halle bzw. im Raum des Klebens fest. Kopfschmerzen und ein ekliger Geruch sind da Hand in Hand gegangen.
Bei einigen Spielern kam es mir sogar vor, dass es schon zu einem Ritual, fast wie einem Rosenkranzgebet gleich, geworden ist, vorallem und jedem (auch beim Training) Ballkontakt zu kleben. Kannte einen Spieler, der hat während dem Training nach jedem Satz frischgeklebt. Zu der Zeit des Frischklebens trainierte ich wie ein "Wilder" und war in sehr vielen Hallen unterwegs. Rauchen während des Klebens war auch sehr verbreitet. Den Gestank fand ich unerträglich.
Während einem Punktspiel - es herrschte damals das Frischklebeverbot seit einem Jahr - gingen die halbe gegnerische Mannschaft auf die Toilette mit ihren Schlägern. Als mein Gegner zum Einzel kam, war die "Duftlinie" genau zu orten, sagte aber nichts - Frischkleben bringt ja Effekt in den Ball, also war sollte ich mich da noch großartig mukieren. Am Ende des Einzels wollte ich noch Danke sagen, dass er es mir so leichte machte - waren richtig brutale Topspins von ihm, mein Block hatte absolute "Suppe" drin.
Habe auch von Spielern gehört, die ihre Beläge über Monate hin "einlegen" bzw. boosten - wer´s brauch. Die verbesserte Flugkurve beim Kleben war ja für viele einer der Hauptvorteile davon, dies kann man nicht negieren. Da mein Anti eh schon eine stark abfallende Flugkurve hat, war es also für mich nicht ein Vorteil, sondern in dem Punkt ein schlimmer Nachteil. Man konnte aber Effekt (irgendetwas, aber nicht sonderlich viel) mit dem Anti geben. Anti´s sind und waren nicht zum frischkleben gedacht - ist mir erst nach dem kaputten Anti so durch den tieferen Sinn gekommen.
Für einen anehmeren Umgang - inkl. Schonung der eigenen Nerven - (so "handle" ich das) mit "Frischklebern", "Boostern" und "Einlegern" etc. empfehle ich meinen Spruch:
Luft anhalten (wegen dem Gestank), ruhig bleiben (für die Nerven), Ohren zu machen (könnte Laut durch das "Klacken" werden), Leben und leben lassen - wenn sie es brauchen.
Zum Tabellenplatz von Dachau:
So wie es aussieht, besteht wohl die Möglichkeit, dass wir am Ende der Vorrunde auf Platz 2 stehen und bei mind. gleichbleibender Leistung in der Rückrunde auf einen schönen Relegationsplatz zu steuern.
Anmerkung: Habe noch nie Relegation gespielt, auch noch nie ein Zeitspiel,
mich aber schon mal vorab über die Regularien informiert.
Zum Thema Wechsel:
Finde es schon lustig, dass Einige hier noch immer meinen und denken, dass Tschabo und ich wechseln würden. Die Offerte von einem Verein an Tschabo, dass er in´s Training kommen soll und dort den Wechselantrag tätigen dürfte, ist schon "funny". Konnte, wie er es mir gleich darauf erzählte, nur noch lachen. Akutell steht Dachau auf Platz 2 - warum wechseln ?
Zum Thema Richtlinien (Frischkleben und "glatte/nachgeglättete Noppen" :
Finde beide Dinge einfach sportlich nicht o.k. !
Würde mich schon freuen, wenn es Verbote vom Frischkleben und glatten Noppen etc. gibt, falls auch nachgeprüft (durch Testgeräte) wird, da sonst Verbote sinnlos sind.
Tschabo und ich, nur zum Beispiel für eine grosse Anzahl an Materialspielern, haben uns in den punkspielfreien Zeiten (Sommerferien etc.) einen wahnsinns Aufwand gegeben, so dass wir mit griffigen Noppen irgendwie spielen können - war eine sehr sehr sehr zeitaufwendige Sache, vom nervlichen Aufwand ganz zu schweigen ! Auf einem Turnier habe ich - ich sagte nichts - nach dem Verbot der glatten Noppen sogar noch einen Gegner gehabt, der meinen alten Belag (mit Schriftzug) spielte und meinte dies sei doch o.k., da keiner sich den anschaut und ich solle mich doch nicht so anstellen. Locker bin ich geblieben und wir haben gespielt.
Den ganzen Käse mit "nachglätten" von langen Noppen finde ich auch schon witzig - man muss doch bloss einen Handgelenkeinsatz (und wenn nötig ein bisschen von der Platte zurückgehen) betreiben (inkl. mehr auf die Rotation im Ball achtgeben), dann kann man auch mit griffigen langen Noppen auch so spielen, wie mit damaligen glatten Noppen. Erfordert jedoch viel Übung, aber es ist realisierbar.
Was einige tun, um einen griffigen langen Noppenbelag nachzubehandeln, kann man lieber in Trainingszeit hineinstecken, da man hier in der Halle steht, etwas neues Erlernen kann und gleichzeitig sich bewegen darf. Lieber - und hierbei sprechen Tschabo und ich aus vollem Herzen und Überzeugung - spielen Tschabo und ich 4. Kreisliga, aber nicht mit nachbehandeltem Material, sondern mit regelkonformen Belägen. Unser Sport - er könnte mehr zulauf (vorallem im Jungenbereich meiner Meinung nach) haben - sollte von der Fairness getragen sein. Es ist doch ohnehin besser für den Spieler von langen Noppen, wenn er griffiges Material spielt, da er für den Gegner schwieriger einzuordnen ist, als wenn er mit glatten bzw. nachgeglätteten Belägen spielt, da man hiermit berechenbarer ist. Lange Abwehr mit glatten Noppen ist sowieso nicht so effektiv wie mit griffigen langen Noppenbelägen.
Am Tisch mit griffigen langen Noppen ist man viel aktiver (aggressiver Schupfball, abstechen (unterschiedliche Schnittversionen) von Topspins etc.) und gefährlicher als mit glatten Noppen, wo der zurückkommende Schnitt ausrechenbarer ist. Abgesehen davon kann man nicht so gut damit angreifen, wie mit regelkonformen langen Noppen. Bringt ein Prüfgerät für lange Noppen und Frischkleben heraus, dann haben wir endlich unseren Frieden - ohne diese lästigen Diskussionen und Vermutungen - und können uns ganz auf unseren schönen Sport widmen, der unser Herz erfüllt !
Grüsse
Sokar (von Nitu)
Gott des Totenreiches und des Materials
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