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Alt 10.12.2011, 09:19
Sokar Sokar ist offline
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AW: Kaiser Franz des Tischtennis

Jeder spielt die Beläge, mit denen er sich wohl fühlt. Wenn ich jetzt ein Topspinspieler aus der Halbdistanz wäre, dann würde ich mir solche Beläge nun draufgeben lassen, da es mein Spielsystem unterstützt.

Wir Materialspieler testen eben auch viele Sachen aus. Tschabo und ich schwärmen extremst von diesem Störbelag - dass ist unsere Meinung, die man nicht teilen muss. Ich bin der letzte Spieler, der einem anderem Materialspieler keinen Tip geben würden, wenn er mich frägt. Meine Telefonnummer ist 0151 18930395. Gestern habe ich auch einen Anruf gehabt bezüglich einem Anti. Habe die Fragen so gut wie möglich beantwortet und ein paar Varianten erzählt.

Wollen wir nicht alle die Beläge haben, die für uns am Besten geeignet sind ? Warum soll dies auch nicht für mich gelten bezüglich dem Störeffekt ? Ich habe eine Menge an Tischtenniskatalogen, Fachblättern etc., die ich mir ansehe, um so die passende Wahl für mich zu treffen. Zur Zeit überlege ich an meinem Holz und meinem Vorhandbelag - da sind diverse kleine Sachen, die ich eventuell mit anderen Hölzern bzw. Vorhandbelagkombis verbessern könnte, aber die haben auch ein paar Nachteile. Ich bin ständig am Überlegen nach Verbesserungsmöglichkeiten und am Testen (nicht nur Material, sondern auch neue Schlagtechniken im Materialbereich inkl. Aufschlägen). In vielen Foren lese ich auch über die neuesten und ältesten Berichte und stelle meine Überlegungen dazu an, wo und was für mein Spiel interessant wäre und wie ich das in einem Test umsetzen könnte. Bis dann aber etwas Konstantes und Definitives herauskommt, vergeht schon einige Zeit. Ich könnte dir Dinge über eventuell neu herauskommende Beläge erzählen, die dich auch interessieren könnten - darf ich aber leider nicht, sind noch Prototypen. Mit einigen Herstellern stehe ich Kontakt, wo ich auch ab und an Beläge teste, um mein Feedback zu sagen. Werde halt auch ab und an zu Rate gezogen. Wenn, und nur wenn es realisierbar ist - sind einige Dinge noch zu überwinden -, dann könnte ein lange Noppe irgendwann kommen, die den Reibungskoeffizienten erfüllt, sich aber spielen lässt wie eine glatte Noppe und mehr Spinumkehr hat wie die damaligen Beläge. Der Materialbereich ist eine sehr spannende Sache, die sich immer neu erfindet und versucht bis ans Limit zu gehen. Oder mal was anderes: Es wird bald einen neuen Anti geben, der fast so langsam sein wird, wie früher die glatten Noppen - mit fast der gleichen Spinumkehr, aber eine andere Technik (zumindestens leicht verändert) ist dafür erforderlich. Grundsätzlich - zumindestens aktuell - gilt im Materialbereich: Die Belag-Holz-Kombi ist super wichtig und kann so ziemlich jeden Test verändern. Früher galt die Regel: Bis Off- Holz kannste jede glatte Noppe aufkleben und viel Spass damit - jetzt ist das ziemlich kompliziert geworden.

Was ich für Hölzer und Beläge schon getestet habe, die anfänglich interessant, dann jedoch nicht - in einigen Bereichen - so gut für mein Spiel waren, ist schon erheblich gewesen. Zur Zeit machen mich die Tests mit den kurzen Noppen ein bisschen müde, da der Schwamm und das Holz gut harmonieren müssen - ich ziehe von der Grundtechnik am liebsten einen Schlagspin, wo ich naturgemäß einen mind. Mediumschwamm benötige, besser einen harten. Gefährlichkeit der kurzen Noppe muss auch gegeben sein, sie muss für Vor- und Rückhand tragfähig sein und gute Kontrollwerte besitzen. Daneben darf sie nicht viel Spin vermitteln, aber andererseits viel in den Aufschlag reingeben.

Kleines praktisches Beispiel: Habe ein gutes Holz für meinen Störbelag und eine kurze Noppe, die sich darauf sehr gut als Rückhandbelag spielen lässt (Topspins und Schlagspins), jedoch für die Vorhand nur als Schuss bzw. leichtem Schlagspin taugt. Habe diese kurze Noppe auf ein anderes Holz getan, da eignet sie sich besser als Vorhand- und weniger als Rückhandbelag. Selbstverständlich bin ich bereit meine Technik umzustellen, aber es muss auch effektiv sein und bleiben. Mein Störbelag kann noch so gut sein, er kommt runter, wenn meine Dreherei und meine Offensivspiel durch den anderen Belag beeinträchtigt bzw. eingeschränkt ist. Da habe ich keine Toleranz. Das Gesamtgewicht spielt eine nicht zu verachtende Komponente. Früher habe ich - ab und an - ganz gerne 2,0mm Schwamm bzw. auch mehr (also max.) gespielt, jetzt liegt mir die Kontrolle eher am Herzen und gehe grundsätzlich über 1,0mm nicht hinaus, aber auch icht weniger. Teste diverse Holzgattungen, Schwämme und Beläge (Anti, kurze, mittellange und lange Noppen, sowie griffige noppeninnen Beläge) nach ihrer Harmonie - bei einer dieser Kombis bin ich zu dem schönen Resultat gelangt, dass ich ein sehr effektives und stabiles Abwehrspiel (lange Abwehr) aufbauen kann, welches ich auch öfters mal gerne übe und je nach Gegner spiele ich dann mit dem Schläger. Wenn ich in meine Tasche greife, dann habe ich diverse Möglichkeiten: Materialspiel am Tisch (mit Anti bzw. langer Noppe als Störbelag) bzw. langer Abwehr (mit Anti bzw. langer Noppe als Störbelag) bzw. aggressives beidseitiges Kurznoppenspiel. Brauche da nicht viel Umdenkzeit. Deswegen ist Materialspiel so interessant - man kann immer wieder etwas Neues entdecken. Dies gilt auch für griffige Noppeninnenbeläge, aber mein Herz schlägt für´s Material.

Grüsse

Sokar (von Nitu)
Gott des Totenreiches und des Materials
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