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Alt 23.01.2012, 18:43
User 17544 User 17544 ist offline
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AW: Brauchen wir einen (solchen) Bundespräsidenten?

Zitat:
Zitat von Peter Igel Beitrag anzeigen
sieh mal einer guck, hat ja die erhoffte Wirkung nicht verfehlt, meine Morgenandacht!
ppi kriegt da ja 'ne völlig neue Bedeutung...

Pfarrer Peter Igel


Zitat:
Zitat von Peter Igel Beitrag anzeigen
Bretti ist immun gegen Bestechungsversuche jeglicher Art und hält sich ansonsten (viel reden, wenig sagen) bedeckt, was Leichen im Keller betrifft.
Ich habe keine Leichen im Keller.

Reicht dir das?

Ganz sicher haben sich auch im Laufe meines nun mehr als 47 Jahre andauernden Leben Dinge ergeben, wo der eine oder andere die Nase rümpfen würde.

Da kommt man nun mal nicht drumrum 'ne Messlatte anzulegen


Zitat:
Zitat von Peter Igel Beitrag anzeigen
Ach so, Bretti, ich werd nen Teufel tun und ins Detail gehen.
Schade

Sooooo schlimm wird's schon nicht gewesen sein - die Messlatte, die ich anlege, hat verdammt viel Spielraum - versprochen!


Zitat:
Zitat von Peter Igel Beitrag anzeigen
Du hast nen sonnigen Humor
Ich denke schon, dass ich Humor und ein sonniges Gemüt habe. Gibt schlimmere Eigenschaften

Zitat:
Zitat von Peter Igel Beitrag anzeigen
Hab die Frage - genau wie Dirk und refabs - mit "ja" beantwortet und gut.
Nee, eben nicht gut und das weißt du sicher auch selbst.

Im Falle unseres Präsis stehen nun mal einige Vergleiche im Raum an denen er sich messen lassen muss.

Sollte z.B. mir oder jemand beliebig anderen aus dieser netten Runde hier eine auch nur Ansatzweise vergleichbare Situation wie unserm Präsi widerfahren - also das eigene Rechtsempfinden mit dem eines nicht unerheblichen Teil der Bevölkerung bei einem nachgewiesenen Vergehen meilenweit auseinander liegen - bin ich mir so ziemlich sicher, dass jeder freiwillig den Hut nehmen würde. Bei den vergoldeten Vertragsverhältnissen, die ein Präsi nun mal hat, erst recht.



Zitat:
Zitat von Peter Igel Beitrag anzeigen
Reduzieren wir es auf JA oder NEIN!
Das lenkt doch nur von der eigentlichen Problematik ab! Hier bekleidet nun mal niemand ein so hohes Amt und hier hat auch niemand nachweislich gelogen und somit kann hier auch niemand, dass Amt des Bundespräsidenten durch sein Verhalten schädigen.

Dass ernst zu nehmende Leute, die sich rechtlich auskennen, wie der von Arnim z.B., meint, dass mit dem Privatkredit aller Wahrscheinlichkeit nach ein strafrechtlich relevantes Vergehen verübt worden ist, sollte man auch noch mit in die Waagschale bei der Betrachtung werfen dürfen.

Wenn ein Leyendecker meint, dass ein solches Vergehen wie das Vollsülzen eines ABs eines Journalisten jeden Minister zum Rücktritt gezwungen hätte, lässt mich auch nicht ganz kalt.

Schau ich mir dazu noch die Realität an, in der Hartz IV-Empfängern das Geld gekürzt wird, weil die Oma und der Opa den Kindern der Hartz IV-Empfänger Geschenke zu Weihnachten gemacht haben, die beim Amt nicht angegeben worden sind, lässt mich das auch nicht kalt.

Schau ich mir jetzt noch den Fall seines ehemaligen Busenfreundes und Sprecher Glaeseker an, wird mir speiübel. Mit so etwas möchte ich mich einfach nicht vergleichen lassen.

Ein Willy Brandt hatte bei der Guillaume-Affäre jedenfalls 'nen Arsch in der Hose und hat die politische Verantwortung als Chef übernommen. Und das Willy nix von der Spionagetätigkeit Guillaumes gewusst hat, davon sollte man ausgehen dürfen. Bei unserem verbrannten Bundespräsident kann man - jedenfalls wenn man noch ein paar intakte Latten auf dem Zaun hat - davon ausgehen, dass er genau wusste, dass sein Privatkredit rechtlich zumindest sehr bedenklich war. Ebenso kann man davon ausgehen, das die Frau seines Freundes als bauernschlaues Spielchen zur Verschleierung als Kreditgeberin eingesprungen ist. Seine Haltung zur Pressefreiheit kennt man - wie gesagt - schon seit seinen Tagen als Ministerpräsident in deinem Land. Was den Glaeseker betrifft, so war Christian, bei seinen an den Tag gelegten Gebaren mit Gefälligkeiten umzugehen, mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zumindest auch im Bilde.

Da du ja gern Fragen stellst, erlaube ich mir auch mal ein paar ganz unverfängliche Fragen...

Würdest du den Privatkredit, den er in Anspruch genommen hat, als Freundschaftsdienst bezeichnen, oder als Geschäft zwischen zwei Bekannten?

Wenn du einem Freund aus der Freundschaft heraus Geld leihst, erhebst du dafür Zinsen?

Würdest du es als Freundschaftsdienst bezeichnen wenn dir ein Freund, der dir Geld leiht, dafür mehr oder weniger bankübliche Zinsen haben möchte?



Sorry Peter, ich denke schon, dass ich erahnen kann worauf du eigentlich hinaus willst. Da wirst du sicher recht haben. Keiner von uns ist ohne irgendwelche Schuld bis in sein heutiges mehr oder weniger hohes Alter gekommen.

Hier steht aber das Amt des Bundespräsidenten zur Debatte und da ist es nun mal völlig unerheblich, was der Einzelne hier evtl. für Dreck am Stecken hat. Wie schon oben gesagt, halte zumindest ich hier jeden Einzelnen für so integer, dass er bei derartigen Vergehen, wie sie einem Christian Wulff nun mal nachzuweisen sind, vom Amt zurückgetreten wäre.

So was nennt sich: "Für den Scheiß den man verzapft hat, die Verantwortung übernehmen."

Habe ich übrigens bei all meinen kleineren und größeren Sünden auch getan. Darauf kommt es letztendlich an. Es geht nämlich keineswegs darum mit dem Finger auf andere zu zeigen, die bei kleineren Schweinereien - klar, mehr war es sicher nicht - erwischt werden. Nur das derartige Schweinereien für einen BP nun mal Tabu sein müssen. Eine Entschuldigung ist immer nur der Anfang. Der Rücktritt die dann zu ziehende Konsequenz...

Geändert von User 17544 (23.01.2012 um 18:50 Uhr)
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