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Alt 24.01.2012, 21:50
AllesineinerPerson AllesineinerPerson ist offline
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AW: STIGA-Hölzer im Wandel der Zeiten...

Zitat:
Zitat von Presswurst Beitrag anzeigen
hallo,

ich habe heute einige Stiga Hölzer erhalten.
4x Alser Offensiv Wood, A-, C-, D- und E-Serie.
2x Bernhardt, 1x Stellan S.
Nach den Entfernen der Beläge werde ich Bilder einstellen. Ebenso folgen die Blattdicken, Gewichte und Blattgrößen.

Gruß
Das sind verheißungsvolle Stücke. Das erste Holzdesign der offensive wood mit rot gefärbtem Limba, statt wie heute mit Kiefernschicht, hat sehr viele Rotation ergeben. Diese off Hölzer sind teils sehr dumpf, aber das mögen einige gerade. Von so einem Bernhardt habe ich eines mit gleichem Bild, allerdings sieht meines von der Grifflackierung her etwas feiner aus, sonst identisch. Das welches ich davon habe zeichnet sich durch sehr ausgewogenes Verhalten mit einer guten Topspinbeschleunigung aus, ohne dabei unkontrolliert zu werden, erher im kontrollierten offensivbereich einsetzbar, da der Topspin damit direkt, als auch etwas fallen gelassen effektiv gespielt werden kann. besonder an dem gefällt mir, das man den Bogen des resultierenden Balles sehr gut reproduzieren kann.
Die Stellan mit großen S, also die Serie noch vor dem Gewinn seines Einzelweltmeistertitels, sind vom Griff her hübsch anzusehen und auch aus einer Zeit, da die meisten Stiga Hölzer herausragend gute Spinhölzer waren. Ich selbst habe 2 davon in Händen gehalten. Evtl. auch mehr, wenn bei denen der Aufkleber entfernt wurde. Die letzten der Stellan S (European Champion), hatten schon die leicht zu entfernenden Aufkleber. Eines war sehr weich, und enorm kontrolliert zu spielen, aber auch was für den Spieler, der sich beim TT gerne eine Mischung von Arbeitseinsatz und Technickgebrauch vorstellt. Das andere Holz war im Gegensatz zum ersten nicht Anfang bis Mitte 80 g, sondern erreicht für ein nur 5,2 mm Blattdickes Holz unglaubliche 103,2 g . Das wie neu aussehende Holz ist somit ein nicht zu schnelles, Gefühlsintensiven, aber sehr verzugsfreies Holz der Extraklasse . Ich finde es dennoch ein wenig Arbeitsintensiv zu spielen , wohl auch weil ich eigentlich Holzgewichte knapp unter 90 g vom Handling her am liebsten habe. Bei entsprechender Bereitschaft und Fähigkeit dürfte es den Einsatz auch in höheren Klassen nicht scheuen, denn es ist recht unbeeindruckbar spielbar, gegen harte gegnerische Angriffsbälle, egal ob sie nun mehr auf Tempo oder Spin ausgelegt sind. Gegen guten Penholder Angriff eines Chinesen mit mittellangen Angriffsnoppen, mit dem ich mit diesem Holz spielend trainierte, habe ich für gewöhnlich deutlich mehr Probleme mit der Winkeleinstellung. Was zur Folge hat, dass ich dagegen ständig zwischen Winkel und Vorwärtsbewegung hin und her konzentriere (so nenne ich das jetzt mal). Da dieses Holz weniger Unterschiede im Absprungverhalten macht, je nach ankommendem Ball, war das in dem Fall nicht das Problem . Ich konnte mich also auf die Schlaghärte konzentrieren. Nur kam ich natürlich irgendwann an körperliche Grenzen, mitzuhalten, mit einem Halbprofi. Es ist auf jeden Fall schön, wenn man sich gegen gute Leute nicht zu schämen braucht, wie viele Fehler man schon beim Einspielen oder in einer Übung macht . Ein harter Befreiungsschlag aus der halbdistanz ist mit dem Holz nicht ganz so effektiv, da trotz des Gewichtes und der scheinbar hohen härte seiner Furniere, die Blattdicke von nur 5,2 mm im Tempo ausgleichend wirkt, der Ball wurde also dennoch nicht sehr schnell. Genial auf seine Weise ist es auf jeden Fall und ich besitze es noch. Da ich ja nicht alles spielen kann, darf sich gerne jemand bei Interesse bei mir melden. Wird aber nicht billig in dem Fall.

Ich habe kürzlich auch einige schöne Hölzer erhalten, die ich gerade in Arbeit habe. Bisserl Restauration bis hin zum Schellackfinisch poliert muss halt meist sein . Zwei schöne Alser genagelt etwa Anfang bis Mitte der 1970er, so um 5,5 mm, davon eines mit tief und eines mit dem mittelhoch angesetzten Griff in kräftigem Konkav. Beide wurden als beliebte Hölzer einige Zeit gespielt und haben daher keine Aufkleber mehr, außer dem runden Verbandsaufkleber am Griffende. Das mit dem tief angesetzten Griff ist sogar deutlich höher im Klang, also mit offensiver Tendenz. Ich meine das andere hat das dickere Blatt und ist auch auf keinen Fall langsam, sondern im Allround + bis All++ Bereich, aber vermutlich minmal weicheres Holz verbaut, als das andere. Die alten Beläge sind schon komplett ab. Was man auch unter teils etwas verschmutzen Hölzern mit einigem an Aufwand für tolle Exemplare gewinnen kann ist immer wieder eine Offenbarung . Ist aber auch einiges an Arbeit. Dabei ist auch noch eines der frühen anatomischen Stiga Hölzer, das Stiga 2000, welche es hierzulande erst als Exemplar mit Namenslinse mit seitlicher Seriennummer ab E-serie in Anfang der 1980er erstmals gab, soweit mir bekannt. Dieses Stiga 2000 bei mir, hatte die alten stark aushärtenden Mark V Beläge drauf. Die sind inzwischen runter, wofür mir meine Hand aber auch weh tut udn der Fingernagel sich leicht von der Unterhaut abgehoben hat .
Auf der sich verjüngende Stelle der Griffschale in Richtung Blatt hat es kleine Schildchen "MarkV", nur eiens noch komplett. Typisch für diese frühen Stiga 2000 der 1970er mit Mark V Belägen, sind sehr gute Holzfurnierqualität, aber eher in dünnem Furnierschnitt, so dass sie selten breite Blätter ergeben. Das war wohl bei der Eigengeschwindigkeit den ein MarkV Belag damals vermitteln konnte, eine bevorzugte Kombination, indem der schnelle Belag auf ein Qualitätsholz gebracht wurde, das aber von der Grundgeschwindigkeit durch die nicht ganz so dicke Gesamtkonstruktion, im gehobenen Allroundbereich anfing, und mit Hilfe dieser Eigenschaft die schnellen MarkV Beläge und ihre Fähigkeit dem Ball viel Rotation mitzugeben, durch die relativ lange durch das Holz vestärkte Kontaktzeit, eine herausragende Bandbreite für Rotation ermöglichte. Meiner Ansicht nach auch heute für den Topspinallrounder eine Vorzügliche Wahl, gerade bei den nun in der Grundgeschwindigekit schon etwas sehr schnellen modernen Belägen. Seltsamerweise bieten gerade die Stiga 2000 Hölzer darin beste Fähigkeiten, vor allem, weil sie ausschließlich als Championsmodell ausgelegt produziert wurden. Da vergreift man sich halt, dann wenn man die zuvor beschriebene Eigenschafte für sich wünscht nicht in der Qualität. Dennoch sind da noch genügend Produktvariationen zwischen meinen etwa 10 alten Stiga 2000 dieser Zeit, um verschiedenen Bedürfnissen und Preisvorstellungen gerecht werden zu können.
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