Einzelnen Beitrag anzeigen
  #1197  
Alt 25.01.2012, 21:56
AllesineinerPerson AllesineinerPerson ist offline
registrierter Besucher
Forenmitglied
 
Registriert seit: 15.11.2003
Ort: Krefeld
Beiträge: 145
AllesineinerPerson befindet sich auf einem absteigenden Ast (Renommeepunkte nur noch im Bereich +10)
AW: STIGA-Hölzer im Wandel der Zeiten...

Ergänzen will ich zur menschlichen Feinmotorik und elastischen oder weniger elastischen Hölzern noch folgendes:

Ein Holz, in Verbindung mit seinen Belägen eröffnet einem Spieler einen Bereich, den er nutzen kann um in diesem, mögliche Varianten zu erzeugen. Der spieler hat eine Vorstellung davon, mit welcher Technik er arbeiten/spielen möchte und welcher Geschwindigkeitsbereich dazu passt. Rein theoretisch geht jede Möglichkeit eines Schlägers vom Schlagtempo Null los. Ob das als Schlag nun keine Beschleunigung auf einen ruhenden Ball bedeutet, oder ob sogar in gewisser Weise Energy absorbiert werden muss, um Tempo null zu definieren, was wohl dem gänzlichen Abstoppen eines ankommenden Balles entspräche, sei mal dahingestellt, denn es tut nur wenig zur Sache wo man das ansetzt, hauptsaches ist klar, dass einen bei Null beginnenden Bereich der Ballbeschleunigung gibt. Ein schneller und meist auch harter Schläger, überwindet die Geschwindigkeitsbereiche die nur wenig über null liegen sehr schnell und entsprechend schwierig ist es auch einen Ball, erst recht wenn er schon Bewegungsenergy hat, sehr genau in einem nur wenig über null liegenden Bereich, an bestimmte Stellen zu spielen. Denn die feinmotorischen Fähigkeiten, werden durch die physikalischen wahrscheinlichkeiten der Ausdifferenzierung, bei einem schnellen Schläger, aber dem Spiel knapp über Null-Geschwindigkeit eher überfordert. In Martins Beschreibung bedeutet es, der "tote Ball",also der einem kaum entgegen kommt, muss schnell erreicht werden und bei all der Mühe und der dabei aufgebauten Bewegung, darf der Ball nun dennoch weder im falschen Winkel, also wenn er nicht optimal ist, je nachdem, zu langsam oder zu schnell, gespielt werden. Denn das Resultat wäre sonst, den zu langsam gespielten Ball ins Netz und den zu schnell gespielten über den Tisch hinaus zu spielen, statt auf die Seite, die das Regelwert vorsieht. Der Schnelle harte unelastische Schläger würde zwar bei perfektem Schlägerblattwinkel gespielt den durchschlagenden Ball, ganz zum Entsetzen des Gegners, zu Folge haben, aber den Schlägerwinkel nur ein wenig zu offen und der Ball wäre zu weit. Auf der anderen Setie würde ein Spieler der vieleicht aus einer körperlich eher geringen Aktivität heraus, das Problem mit einem langsamen Schläger haben, dass er ihm aus gleichem Zusammenhang öfters mal ins Netz befördert. Also ist jeder Spieler mit dem Schläger zufrieden, der ihm soweit angepasst ist, das er damit sowohl seine technischen Möglichkeiten gut ausschöpfen und umsetzen kann, seinem körperlichen und neurologischen Fähigkeiten dabei also entspricht. Dabei bestehende Stärken des Speiler in Schlagvarianten, sowohl fehlerarm umsetzen, als auch eine größtmögliche Effektivität bezogen auf das Ziel des Schlages ermöglichend, sowie den Umgang mit dessen Rückschlägen ausreichend gut bewerkstelligen lässt, sodas es auch noch zum Einsatz weiterer Stärken aus dem eigenen Spiel kommen kann. Der Tempospieler zielt also aufgrund seiner Stärken darauf ab, den langsamen Spielbereich schnell zu verlassen, um zu seiner Stärke, dem Tempospiel zu gelangen. Dort gut hingeführt will er hier möglichst effektiv spielen. Der Spinallrounder möchte im mittleren Geschwindigkeitsbereich mit seinem Material Rotationsvariationen und Platzierungsdifferenzen mit akzeptablem aufwand effektiv gestalten können. In einer Vorstellung auf den Geschwindigkeitsstrang auf ein Stück Papier aufgezeichnet, als würde eine Lupe (Schläger) gerade über dem Mittebereich des Tempostranges steht, durch die der Spieler schaut und deshalb alles genauer gestalten kann. Der defensive Allrounder mit Angriff und Abwehrstörschlägen möchte den mittigen Bereich noch ein wenig im langsameren Bereich. Und die Lupe für den fangenden Abwehrer kann, je nach Ausprägung noch mal langsamer sein, muss aber nicht, weil sein Aktionsbereich die Ballgeschwindigkeit auf ihn, durch Erlaufen bestimmter Punkte stark ändert. Elastizität eines Schlägers wirkt dabei einwenig wie die Lupe über der Lupe oder ein Gleitsichtglas bei einer Brille, indem ein bestimmer Bereich noch mal weiter ausdifferenziert spielbar wird (z. B. selbst für Grobmotoriker plötzlich fehlerärmer :-)). Sicherlich wird dem Spiel durch die weitere Auffächerung durch Elastizität auch eine möglicherweise überfordernde Komponente der Auswahl und Variationsbandbreite gegeben, etwa wenn ein elastisches Holz bei mittlerer Schlaggeschwindigkeit zu langsam wird oder dazu gegensätzlich eine Art Turbo zuschalten, was meint, der zuvor noch mittelschnelle geschlagenen Ball, nur mit sehr wenig mehr Schlaggeschwindigkeit im Arm, danach erneut geschlagen, benötigt deshalb nun eine andere Schlagrichtung, weil er in vorheriger Schlagrichtung gespielt, nun gleich ein gehöriges Stück weiter im Bogen katapultiert wird. für den Spieler, der einen solchen Schläger in und auswendig kennt, also damit umgehen kann, bietet er einen großen Vorteil gegenüber seinem Gegner, denn der hat es bei zunächst gleich aussehenden Schlägen, die nur gering unterschiedlich gespielt sind, gleich mit einer sehr großen Differenz dessen zu tun, womit er gerechnet hat (so sind die elastischen aber recht schnellen Stiga Hölzer Ende der 1960er). Die Erwartungshaltung des Gegners ist also blötzlich deutlich zu erweitern,was auch psychologisch belastend sein wird. Kennt der Spieler mit einem solchen Schläger sein Material selbst nicht so gut, oder kann sich körperlich dem nicht effektiv anpassen, bzw. die zuvor angesprochenen Möglichkeiten ausnutzen, so wird sein Spiel fehleranfällig. In Martin's Fall, hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass dieses etwas schwingenden recht schnelle Johansson European Champion Holz gerade für ihn, mehr vorteile als Nachteile bereithält, sein Spiel also gerade effektiver und Fehlerärmer, dadurch vermutlich auch Variationsbreiter geworden ist.
Mit Zitat antworten