Als alter Pragmatiker gehe ich die Sache anders an. Es hilft nichts, sich über das schlechte Wetter aufzuregen. Man soll lieber einen Regenschirm mitnehmen. Kürzungen werden in allen Bundesländern und in allen Bereichen kommen, das ist unausweichlich, Die Jüngeren von uns (so bis 50

) sind es halt gewöhnt, dass es immer nur aufwärts geht; dieser Zustand scheint zumindest vorrübergehend vorbei zu sein. Jetzt gilt es, sich "nachhaltig" auf die veränderten Verhältnisse einzustellen und das beste daraus zu machen. Wer kritsch nachschaut, wird Möglichkeiten finden, auch mit weniger Zuschüssen (oder besser ganz ohne) den Breitensport aufrecht zu erhalten und die wahre Jugendförderung weiter zu betreiben. Aber: muss schon ab Bezirksklasse aufwärts der Spitzenspieler von weit her "eingeflogen" werden? Müssen schon 15jährige "Materialersatz" und "Fahrtkostenerstattung" bekommen? Kann man auch in bescheideneren Sportstätten vernünftig trainieren? Muss es eine Ski-Freizeit in Österreich sein oder reicht auch eine Ferienfreizeit in der Nähe ohne Ski- und Kurpass? Kann ein bezahlter Trainer auch eine größere Gruppe betreuen? Kann man die Eltern mehr in die Pflicht nehmen, um zum Beispiel Fahrtkosten zu sparen? Sind aufwändige "Sportlerehrungen" notwendig oder tut es auch ein herzlicher, aber bescheidener Rahmen? Kann man durch Kooperation mit benachbarten Vereinen Geld sparen, in dem man z.B. kleine Leistungsgruppen zusammen legt? Die Liste könnte ich noch lange fortsetzen. Entscheidend ist der Wille, trotz schlagartig schlechter werdenden finanzieller Möglichkeiten das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren und das Beste aus der Situation zu machen.
So, das war jetzt gegen den Strom geschwommen, ihr dürft mich schlachten. Denkt daran, die Politiker haben keinen Spass daran, die Förderungsmittel zu kürzen und JEDE betroffene Einrichtung wird gute Gründe haben, zu lamentieren. Hört auf zu jammern, packt an. Dann wird es irgendwann auch wieder bessere Tage geben.