Zitat von topfspin
Also mein Fazit zu den deutschen Meisterschaften:
Trotz der hohen Temperaturen haben die Spieler tolle Leistungen gezeigt, genauso wie die Organisatoren.
Zu den Jungen:
Da Frederik Jost in seiner Gruppe nur 2. wurde musste er eine Runde mehr als die anderen Gesetzten spielen und traf schon im Achtelfinale auf Florian Schreiner. Dies war wohl das beste, zumindest aber spannendste Spiel des Turniers. Die Paarung dauerte ca. 1/2 h länger als alle anderen Begegnungen dieser Runde und hätte zwei Siege verdient. Jost zeigte hier seine Stärke, das Spiel gut zu mixen und immer wieder überraschende Schläge auszupacken. Er hat von allen Spielern das eindeutig beste Händchen, agiert insgesamt aber zu passiv.
Der Sieger Liang Qiu war der Spieler, der die vorgegebene Taktik am besten umsetzen konnte und, für mich überraschend, sowohl das Halbfinale als auch das Finale für sich entscheiden konnte. Eigentlich hätte Rode im Halbfinale schon frühzeitig den "Sack zumachen" können.
Leider sehe ich im Jungenfeld keinen Spieler, der zukünftig auf den Spuren Bolls oder Ovtcharov wandeln können. Dafür sind die Franzosen zu weit weg.
Mädchen:
Nina Mittelham spielte bis zum Endspiel ein tolles Turnier und zeigte, dass sie ein großes Talent ist. Dort bekam sie aber eine derartige ABreibung von P. Solja, die für mich einige Punkte/Fragen aufwirft:
1.) Wer hat Mittelham im Finale so schlecht eingestellt. Sie spielte total hektisch und kam nie annähernd ins Spiel, somit war Null Lerneffekt vorhanden
2.) Wieso schafft es eine solch talentierte Spielerin nicht Aufschläge zu spielen, die die Gegnerin nicht gleich angreifen kann
3.) Wenn Solja so überlegen gegenüber ihren Konkurrentinnen ist, kann man daraus schließen, dass sie entweder gut ist, dann wäre aber der Rest bestenfalls nur Mittelmaß. Oder (und das unterstelle ich mal bei den Erfolgen unserer Schülerinnen/Mädchen der letzten Jahren): Die anderen sind (sehr) gut, dann ist Petrissa ein Ausnahmetalent und dann muss sie fix in der Nationalmannschaft spielen egal wo/wie sie trainiert.
Unter ihren Möglichkeiten spielte im 1/4-Finale leider Chantal Mantz, die für mich aber eine der positiven Erscheinungen ist, da sich ihr Spiel immer weiter entwickelt und sie insfesamt sehr sportlich ist.
Enttäuscht war ich von Alena Lemmer: Leider sehe ich bei ihr keine Entwicklung (mehr). Sie hat keine "Killer-Schläge", wie z.B. Mittelham.
Als vielversprechenste Talente würde ich die beiden jüngsten Sarah Mantz und Luisa Säger sehen. Säger, die nur Nachrückerin für Kaim war, hat ein sehr sauberes, flüssiges Spiel , ist sehr schnell auf den Beinen und hat sehr gute Reflexe. Wenn sie im Aufschlag/Rückschlag noch zulegt hat sie tolle Perspektiven.
Wenn die Deutschen 2013 wieder so gut mit der Bahn zu erreichen sind, werde ich mir die wohl auch wieder anschauen (kann ich jedem mal nur empfehlen) und schauen, wie sich die Leistungen unserer Talente so weiterentwickelt haben.
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