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Alt 14.05.2012, 10:04
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Rieslingrübe Rieslingrübe ist offline
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Zitat:
Zitat von Wohlfühlbacher Beitrag anzeigen

Wenn der Yogi das hinkriegt, dass keine Blockbildung entsteht...



Störende Nebengeräusche und nicht gerade ideale Rahmenbedingungen gab's auch schon früher immer mal wieder bei großen Turnieren. Zum Beispiel bei der WM 1986 in Mexiko: Die Scharmützel Rummenigge versus Schumacher; Schumacher versus Stein; Stein versus Beckenbauer ('Suppenkasper-Zitat') ; die Kölner Fraktion und der Bayern-Block; des Kaisers unprofessioneller Umgang mit der Presse....


.................. Kleiner kurzweiliger Rückblick - zitiert aus der offiziellen DFB-Chronik:



Zitat:

Magath spielt Schach

Die deutsche Mannschaft bestritt als Gruppenkopf alle Spiele in Queretaro und hatte 40 Kilometer südlich davon in San Juan Galindo Quartier bezogen. "La Mansion Galindo" diente der Legende nach schon dem Eroberer Hernando Cortez im 16. Jahrhundert als Domizil, erwies sich aber als hochmodernes Quartier inmitten einer Steinwüste. Die Spieler bewohnten zu zweit 40 Quadratmeter große Zimmer, fünf "Schnarcher" wie Briegel oder Thon bekamen Einzelzimmer.

Dort beschäftigten sie sich individuell, gleich drei spielten Schach: Rummenigge und Matthäus gegeneinander, Magath gegen einen Schachcomputer. Wer es sportlicher liebte, hatte Gelegenheit dazu auf sechs Tennisplätzen, die einen riesigen Swimming Pool umsäumten. Es hätte ein Paradies sein können, aber die Tage im La Mansion Galindo verliefen keineswegs ungetrübt. Der schlechte Fernsehempfang und die Telefonkosten (70 DM pro Minute) waren da noch die kleinsten Probleme.

Im Team führten die Protagonisten Schumacher und Rummenigge einen Machtkampf. Der Inter-Stürmer hielt sich nach zwei Muskelfaserissen wieder für einsatzfähig, aber Beckenbauer setzte auf den Kölner Klaus Allofs, und Rummenigge meinte das Schumacher zu verdanken, der in seiner Abwesenheit Kapitän war. „Der Toni macht Stimmung gegen mich“, sagte Rummenigge. In der Aussprache beharrte er darauf, ein Wort gab das andere und Schumacher sprang auf. Er wollte sogar abreisen. Wütend rannte er auf sein Zimmer und stemmte Hanteln. Magath kam hinein, dann Völler und schließlich Beckenbauer, alle wollten sie ihn an den Verhandlungstisch zurückholen. In seinem Buch schreibt Schumacher: „Eine halbe Stunde predigte Franz an mir vorbei in die Wüste. Ich schwieg verbissen – die Hanteln hoch, die Hanteln runter, in der stillen Sehnsucht, sie ihm ins Kreuz zu schmeißen.“ Beckenbauer platzte irgendwann der Kragen: „Wenn Du nicht sofort mit deinen Scheißhanteln aufhörst, dann schmeiße ich die Dinger aus dem Fenster!“. Tonis Reposte: „Die Dinger kannst Du gar nicht heben.“ Beide lachten.

Ein Scherz entspannte die Atmosphäre, und vor dem dritten Spiel gegen Dänemark gab DFB-Delegationschef Egidius Braun eine Erklärung ab: „Karl-Heinz Rummenigge hat im Beisein von Franz Beckenbauer, Horst Köppel, Berti Vogts, Klaus Allofs, Pierre Littbarski und mir mit Toni Schumacher diskutiert. Rummenigge hat sich überzeugen lassen, dass die Vorwürfe, die er gegenüber Schumacher erhoben hat, nicht stimmen. Damit sind die Differenzen ausgeräumt.“



............. ....zum Vize-Titel hatte es ja damals dennoch gereicht, gelle ..


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Geändert von Rieslingrübe (14.05.2012 um 15:03 Uhr)
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