|
AW: Meinungsbild: Toleranzwerte (Q)TTR für Mannschaftsaufstellung
Der Gedanke, dass Mannschaften für eine Saison gebildet werden, ist ja nicht sooo ungewöhnlich. Mir fällt ehrlich gesagt keine andere Mannschaftssportarten ein, bei denen die Regularien so eingreifen, dass dies nach einer Halbrunde gefährdet ist. Natürlich ist durvh den TTR auch TT anders messbar als andere Sportarten. Ich denke, die verborgene Frage im Hintergrund ist, ob man vom Selbstverständnis her die Sportart tatsächlich als Teamsport ansieht oder ob die Mannschaft nur der Rahmen ist, um einen Individualsport zu betreiben. Und genau an der Stelle gibt es bestimmt oft auch einen Zusammenhang zwischen Mentalität und Spielklasse. Umso vereins- und hobbyorientierter da die Betrachtung ist, desto größer der Teamgedanke, auch im Sinne eines sozialen Netzwerkes in der Freizeit. Und da passt der Gedanke "1 Saison - 1 Team" einfach besser, da dort Leistungsaspekte keine absolute Priorität haben.
Vereinsübergreifend verstehe ich es als Ziel, den TT-Sport zu förddrn, indem die Verbände/Vereine möglichst viele Mitglieder haben. Das erreicht man durch Nachwuchsarbeit und dadurch, die Etablierten bei der Stange zu halten. Und genau an der Stelle haben scharfe Umstellungskriterien auch die Gefahr zur Folge, dass dadurch Spieler und auch Mannschaften auf der Strecke bleiben, wenn weniger Raum für soziale Aspekte bleibt. Sperrvermerke sind zwar möglich, reduzieren natürlich auch wieder die Ersatzpotentiale. Gerade in Ballungsgebieten in einer sich ständig verändernden Arbeitswelt ist dann die Konsequenz, die Teams mit mehr Spielern als die Sollstärke zu stellen. Und da fällt dann auch schnell wieder eine Mannschaft weg und Hobbyspieler verlieren die Lust aufgrund der Einschränkungen, da sie eigentlich in erster Linie in einem geschätzten Umfeld den Sport zu einem bestimmten Termin als Ausgleich betreiben.
D.h. einhergehend mit dieser Entscheidung wird bewusst auf die beschriebene leistungsbezogene Individualisierung gesetzt. Mit anderen Worten: Durch die Entscheidung für das Idealbild eines ehrgeizigen Individualsportlers werden automatisch soziale Aspekte vernachlässigt. Mit anderen Worten: "Lieber 8 Individualisten als 12 Teamplayer mit eingeschränkter Leistungsethik." Das hat bestimmt auch viel mit der Außendarstellung der Sportart zu tun, um moch mehr vom Pingpongimage zum Leistungssportimage zu kommen. Gleichzeitig weicht das natürlich auch verkrustete, undurchlässige Vereinsstrukturen auf und Vereine stehen in der Folge vor der Herausforderung, eine "Wir sind ein Großer Verein"-Stimmung zu bekommen (bei der unwichtiger ist, wer wo spielt), als "Vereine im Verein" zuzulassen. Außerdem werden Spieler geerdet, die sich überschätzen.
Ich möchte hier gar nicht beurteilen, was richtig oder falsch ist, zumal das ja auch ambivalent ist. Wichtig ist aber, sich der Konsequenzen bewusst zu werden.
Eine Ideallösung habe ich zwar auch nicht (uneinheitliche Regelungen für unterschiedliche Ebenen z.B. hätten auch viele Nachteile), doch sollte es m.E. ziel bei Folgeüberlegungen sein, dass möglichst wenige aktive TT-Sportler gefrustet auf der Strecke bleiben und der Teamcharakter der Sportart erhalten bleibt.
Ich möchte an
__________________
Nichts bleibt wie es wird!
Mephisto
TSG Oberrad
|