Nachdem ich schon so viel Gutes aber auch Widersprüchliches zu diesem Holz gelesen & gehört habe, musste ich mir in einem Anfall erneuter "Testeritis" das ILK unbedingt zulegen. Habe ein konkaves Exemplar in 84g, bestückt mit Hexer Duro 1,9 (VH) und der KN Flying Dragon 1,8 (RH). Was ich sonst spiele siehe Signatur!
> Härte / Ballgefühl
Das ILK hat einen deutlichen Ballanschlag mittlerer Härte, der mir persönlich gefällt. Wenn man von einem Kunstfaserholz kommt, sind die Vibrationen allerdings anfangs etwas gewöhnungsbedüftig, insbesondere da das ILK noch kurz nachschwingt. Gleichzeitig glaube ich zu bemerken, dass die Kraft nicht vom Holzkern kommt, was mich schon ein wenig an die Balsahölzer erinnert hat, auch wenn dieser Effekt sicherlich durch die 3 Schichten über dem Kern deutlich geringer ausfallen sollte, als dies für Balsa üblich ist. Das Holz-Handling ist insgesamt recht leicht/kompakt.
> Optik / Maße / Haptik / Balance
Die Qualität des ILK ist tadellos und über das Design kann ich mich nicht aufregen (ist eben Geschmacksache). Der Griff in konkav ist relativ schlank, hier musste ich mit Griffband nachhelfen (spiele sonst aber eh mit Grip-Band). Das ILK dürfte insgesamt selbst mit schwereren Belägen recht gut ausbalanciert sein - ein recht kurzes Blatt und eine gute Grifflänge zeigen hier Wirkung. Der Griffsteg-Blattübergang ist relativ breit, allerdings ist dies nicht so dramatisch wie z.B. bei einem Donic WSC, WSD u.a.
> Biegefestigkeit / Elastizität
Das ILK ist hinsichtlich der Elastizität vom Spielgefühl her ein m.E. widersprüchliches Holz. Während man bei frontal getroffenen Bällen (Block, Konter, Schuss) zu dem Schluss kommen kann, dass es sich um ein recht steifes Holz handeln müßte, so fühlt sich das ILK bei tangential getroffenen Bällen (TS, Flip) dennoch recht elastisch an. Auch wenn das Gesamtergebnis fast schon ideal ausfällt, dürften einige Spieler diese Eigenschaften etwas verwirrend finden.
> Spieleigenschaften
Katapult: sehr gut und dennoch fast immer gut beherrschbar
Spin: sehr gut, der TS ist die Paradedisziplin des ILK
Grund-Speed: recht mager, was sich im tischnahen Spiel allerdings nicht negativ bemerkbar macht. Vorteil: es gibt wenige zu lange Bälle.
TS auf US: wer es mit dem ILK nicht schafft, schafft es mit keinem anderen Holz - schlicht überragend
Ballkurve Höhe/Länge: der TS hat einen schönen Bogen und kraftvoll gezogene lange TS erhalten sehr oft genau die richtige Krümmung, um noch auf dem Tisch zu landen (habe ich mit einer so hohen Quote noch nie bei einem anderen Holz erlebt)
Block/Konter: gut-sehr gut, mit dem ILK sehr sicher und platziert möglich
Kurz-Kurz / Kontrolle: insgesamt sehr gut, kurz ablegen ist recht einfach, lediglich einige Schupfbälle kommen anfangs zu hoch/zu kurz
US und Passivspiel: mit dem ILK gut-sehr gut machbar, reinhacken mit US allerdings auf Grund des Katapultes schwieriger
Schuss: sicher, aber oft nicht Druckvoll genug. Hier ist die Platzierungsstrategie erfolgreicher (als die reine Kraft...). Der Gegenschuss benötigt einen höheren Krafteinsatz mit dem ILK.
End-Speed: mit entsprechendem Krafteinsatz gut machbar, aber keine Paradedisziplin des ILK
Anspruch Ballgefühl: eher gering, selbst Grobmotoriker dürften zurecht kommen
Anspruch Armzugspeed: ebenfalls eher gering, v.a. bzgl. des einfach zu erschließenden Spinpotentials, schneller Armzug ist natürlich für eine besonders Spinaggressive Strategie besser
Anspruch Allg. Spieltechnik/Taktik: Mittel, man sollte mit dem ILK schon wissen, wie man die wenigen Schwächen des Holzes konsequent vermeiden kann
> Ergänzender Kommentar
Das ILK ist ein insgesamt angenehm zu spielendes Holz mit guter Kontrolle und sehr guten TS-Eigenschaften. Der Katapult wurde m.E. häufig in seiner Ausprägung überbewertet, mit einem 1,9 ESN Tensor in Medium (und mittlerem Katapult) fand ich das ILK locker beherrschbar. Auch in der Defensive bekommt man recht leicht viele Bälle zurück. Die Schuss-Speed und Grund-Speed Schwäche kann man im Normalfall mit einer besseren und kontrollierteren Ballplatzierung ausgleichen. Die KN-Eignung des ILK finde ich gut-sehr gut, sofern man keine zu langsame KN wählt. Was mir ein wenig Sorge macht, sind die Gegner, die permanent druckvoll mit langen Bällen nach vorne spielen, da man mit dem ILK kaum die Möglicheit hat, denen mal diverse Bälle "einfach vor den Latz zu knallen"

. Ob man hier mit einer reinen "Spinstrategie" eine andere wirksame Lösung findet, wage ich bei guten Gegnern zu bezweifeln.
> Fazit
Für die meisten TT-Spieler dürfte der Speed des ILK mehr als ausreichen. Vor allem die einfach zugänglichen sehr guten TS Eigenschaften des ILK sind sehr positiv, neben der guten - sehr guten Kontrolle. Die geringere Fehlerquote dürfte auch dazu beitragen, dass die Ballwechsel länger werden (sofern es der Gegner nicht gleich vermasselt)

. Ich persönlich finde einen medium harten Tensor mit mittlerem FKE (wie z.B. mein Hexer Duro) in 1,9/2,0 ideal für das ILK, recht flotte Klassiker vom Typ Mark V & Co. sollten aber auch gut-sehr gut funktionieren. Die ILK-Strategie: Tischnah (bis max. -1/-1,5m), platziert & spinaggressiv, gerne auch mit offensiven KN. Insgesamt ein interessantes Holz, das polarisiert. Für Spieler, die von dem Power-TT mit rel. hoher Fehlerquote hin zur sichereren Spinstrategie wechseln wollen, sicherlich eine ernsthafte Option.