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AW: andro RASANT
Hallo werte Materialgemeinde,
ich habe nun auch ein Exemplar ausgiebig gestestet und möchte gerne meine Erfahrungen weitergeben.
Testbericht Andro RASANT 2,1 rot
Der Belag wurde auf dem Holz „Butterfly Viscaria Light, Butterfly Gergely Carbon und Butterfly Softfeel Off“ getestet
Stärken
Konter:
Der Andro RASANT spielt sich bei geradem Einfallswinkel sehr dynamisch und katapultig. Trotz der hohen Geschwindigkeit besitzt er eine gute Kontrolle und erlaubt so auch bei druckvollem Spiel und kurzen Bewegungen eine exakte Platzierung.
Der RASANT kommt nach meinen bisherigen Materialtests einem 3-4mal frischgeklebten Belag am nächsten.
Spin auf Block + Unterschnitt:
Topspins auf Block lassen sich auch mit kurzen Bewegungen sehr druckvoll und sicher spielen, die Rotation ist auf hohem Niveau – allerdings nach meinem Eindruck auch stark abhängig vom tangentialen Treffpunkt abhäng, d.h. ein Belag durchaus für Techniker. Diese “Empfindlichkeit“ hängt wohl mit der Noppenanordnung des Belags zusammen, wonach das Ziel zum Einen der sehr ausgeprägte Spin ist, zum Anderen aber auch eine Absorption von gegnerischem Spin bewirken soll. Dieser Umstand könnte auch die Erfahrungen von TT-Foren-Teilnehmern erklären, die hier sowohl von sehr viel als auch wenig Rotation berichten.
Bei Topspin auf Unterschnitt ist genau auf diesen Aspekt (tangentialer Treffpunk) zu achten – bei technisch korrekter Ausführung bewegt sich die Rotation durchaus auf Tenergy 05-Niveau, das Nachspielen ist dabei durch den gewaltigen Katapult noch einfacher als beim aktuellen “Platzhirschen“ von Butterfly und besitzt bei vollem Hebeleinsatz nahezu brachialen Charakter .
Ein weiterer Vorteil: auch bei sehr harten Schlagspins ist eine sehr gute Kontrolle durch die stark gekrümmte Flugkurve gegeben – das „Trefferfenster“ über dem Netz ist m.E. deutlich größer, als bei anderen Belägen.
Schuß:
Durch das bei schnellen Bällen eher unempfindliche Obergummi können zu hoch geratene Spinangriffe des Gegners recht sicher abgeschossen werden, ohne daß man sich mit ständig mit einem optimal eingestellten Winkel auseinandersetzen muß.
Service:
Durch die sehr griffige (im gereinigten Zustand leicht klebrige) Oberfläche lassen sich alle Schnittvarianten sicher und giftig ausführen. Durch die etwas längere Ballkontaktzeit (verglichen mit anderen Tensorbelägen wie Donic Acuda S1 Turbo) können auch komplizierte Varianten recht sicher und mit viel Rotation gespielt werden. Wie beim Tenergy 05 wurden in den Tests viele direkte Punkte erzielt.
Blocken:
Sehr sichere, auch vom Austrittwinkel gut kontrollierbare Ballannahme; mit etwas mehr Handgelenkseinsatz lassen sich auch sehr gefühlvolle Kickblocks spielen, ohne dass man das Gefühl hat, man würde bei dieser offensiveren Variante aufs Geratewohl nur probieren….
Die Spinabsorption des RASANT neutralisiert generischen Spin merklich und trägt zu einem sicheren & stressfreien passiven Spiel auch unter starkem Zeitdruck bei.
Hier besitzt der RASANT einen klaren Vorteil gegenüber dem Tenergy 05.
Halbdistanz:
Beim Halbdistanzspiel trägt gerade der ausgeprägte Katapult des RASANT zum sehr druckvollen und direkten Topspinspiel bei. Harte Attacken des Gegners können mühelos mit einem noch gefährlicheren Schlag beantwortet werden. Die Oberfläche entschärft dabei wieder – für diesen Belag charakteristisch – den ankommenden Spin merklich, bevor das Obergummi durch seine Elastizität wieder zu einem rotationsgeladenen Gegenspin beiträgt.
Schwächen
Schupf:
Durch den hohen Katapult zwingt der Belag beim passiven Rückschlag zu sehr kurzen Bewegungen – technische Unaufmerksamkeiten werden sofort mit Fehlern “bestraft“.
Der RASANT ist klar für das Offensivspiel ausgerichtet – Allrounder sollten auf ein langsames Holz mit weichen Außenfurnieren achten.
Gewicht:
Der Belag ist sicher der etwas schwereren Kategorie zuzuordnen (48 g auf meiner Viscariaschlagfläche: 157x150 mm). Damit spielt sich der Schläger naturgemäß etwas kopflastiger, was den Spin einerseits unterstützt, das Spiel über dem Tisch aber etwas fehleranfälliger macht (erfordert also eine kleine Technikumstellung - wie bei jedem Belag mit vergleichbarem Gewicht).
Insoweit keine echte Schwäche.
Empfindlichkeit des Treffpunkts:
Nach meinem Testeindruck der wichtigste Punkt: bei nicht sauber getroffenen Bällen unterscheidet sich das Rotationsergebnis deutlich vom optimal gestreiften Spin (was natürlich keine Schwäche des Belags darstellt, ihn aber für Spieler mit technischen Mängeln beim Spinspiel problematisch macht und daher auch eine taktische Einengung bedeuten kann).
Empfehlung nach Tests mit/ohne Kunstfaserhölzern: bei zu schnellen Hölzern (Butterfly Gergely Carbon) läßt die Rotation bei nicht optimal getroffenen Bällen merklich nach. Durch den sehr starken Katapult würde ich hier mittelschnelle Offensivhölzer mit tendenziell weicheren Außenfurnieren einsetzen, da der RASANT seinem Namen alle Ehre macht und kein „Knüppelholz“ für V max. benötigt.
Technische Daten
Härtegrad:
Ein nach meinem Empfinden nahezu optimaler Härtegrad, der das nötige Gefühl sowohl bei schnellen als auch bei langsamen, passiven Bällen unterstützt, und dabei nie den Ball bis aufs Holz “durchschlagen“ läßt.
Oberfläche:
Etwas dünner ausgelegte, leicht klebrige Oberfläche, die eine enorme Spinumkehr ermöglich und einen Angriffsball des Gegners mühelos in eine noch aggressivere Antwort umwandelt (besonders als Gegenspin aus der Halbdistanz und am Tisch)
Schwamm:
Enorm dynamisch, lebendig und ganz sicher mit einem mehrfach frischgeklebten Belag vergleichbar.
Fazit
Der bislang anspruchsvollste Andro-Belag im Offensivbereich: sehr aggressives und druckvolles Spiel möglich. Der RASANT stellt eine sehr interessante Option zum Tenergy 05 dar, ist im passiven Spiel einfacher zu beherrschen und dürfte sicher für viele Spieler zur “grünen Gefahr“ werden.
Mit sportlichen Grüßen,
Sportsfriend_71
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