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Zitat von MagicBackhand
Zum Thema Abstrus: Es fängt schon damit an, daß Hohmann die Juden als Volk im ethnischen Sinne begreift wie die Deutschen. Das sind sie nicht. Die Juden sind eine Religionsgemeinschaft, die sich aus vielen verschiedenen Völkern und Nationalitäten zusammensetzt. MAn kann auch die Bürger des Staates Israel nicht einfach als Volk der Juden o. ä. bezeichnen. Juden im eigentlichen ethnischen Sinn sind höchstens die Menschen aus der Gegend des biblischen Judäa, wo der Begriff "Jude" auch seine eigentlichen Wurzeln hat. Es ist absolut bekloppt, eine Religionsgemeinschaft als Volk hinzustellen. Die Christen sind ja auch kein Volk. Und wenn man am Ende wie Hohmann hingeht und sinngemäß sagt, daß jüdischen Täter der sowjetischen Revolution ja eigentlich auch keine Juden sondern "gottlose" Personen gewesen seien, widerspricht man sich auch noch selber.
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Bedenke, daß Hohmann über eine Zeit spricht, in der es noch kein Israel gab !
Deine Worte in Lenins Ohren und der hätte sich vermutlich totgelacht. Auf die heutige Zeit bezogen hast du selbstredend Recht, aber darum geht's nicht ...
Vergangenes ist zeitgeschichtlich richtig dargestellt.
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Zitat von MagicBackhand
Ich hatte das "Vergnügen", die Hohmann-Rede noch zu lesen, als sie auf der Site der Tagesschau noch zu finden war. Sein Vergleich hinkt schon nicht mehr, der kriecht höchstens noch. Außerdem übersieht Hohmann auch die Juristische Seite der ganzen Diskussion um "Täter". Unser heutiger Staat gilt Völkerrechtlich als Nachfolger des Deutschen Reiches. So ist es nunmal. Und genau wie ein Erbe hat das heutige Deutschland für die Folgen des Tuns seines Rechtsvorgängers einzustehen. Deswegen auch die berechtigten Schadenerstatzzahlungen. Die Deutschen sind zwar sicherlich kein "Tätervolk" ( was für ein schauerlicher Begriff ), aber der Deutsche Staat hat als rechtlicher Nachfolger des NS-Regimes für dessen Unrecht einzustehen. Das darf man aber nicht mit der Frage verwechseln, inwieweit die heutige Deutsche Bevölkerung noch moralisch zur Verantwortung zu ziehen ist ( meine Meinung: gar nicht, denn wer damals noch nicht gelebt hat, kann auch keine moralische Verantwortung für die Taten des NS-REgimes tragen ). Sicherlich kann man darüber auch diskutieren ( denn gerade die älteren haben in der NS-Zeit schon gelebt ), aber das ist ein anderes Thema.
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Keine Frage, der Vergleich ist recht gewagt, dadurch, daß er diesen 'nur' rein hypothetisch anstellte, dürfte dies zwar Ärgernisse hervorrufen, aber auch nicht mehr. Es ist die Frage, ob man solche Wahrheiten in dieser Form überhaupt darbieten muß - sicher nicht. Die Intension, die hinter Hohmann's Worte steckt, ist mir schon bewußt...
Meines Wissens gabs bisher 3 Schadensersatzzahlungen, wobei JEDE jeweils vertragsmäßig die abschließende sein sollte, aber die "letztesteste" ( Sharon ? ) wurde. Als selbstverständlich moralisch Unverantwortlicher, hab ich das subjektive Gefühl, daß der proklamierte Antisemitismus eigens provoziert wird. Die ewigen Diskussionen ermüden mich. Die Empörungen halte ich weiterhin für völlig überzogen.
Gut, ich gebe zu, daß manche die Rede als abstrus empfinden können, aber historisch falsch ist sie jedenfalls nicht. Darum ging's mir vordringlich.
Mario