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AW: Nachwuchs verlässt den Verein...
Das Nachwuchstraining ist ..... [Platzhalter für 100te Sprüche] ... keine einfache Sache.
Ich mache das hier nun seit über 10 Jahren und aufgrund der Erfahrungen sind die
Erwartungen an die Jugend selber immer weiter zurück gegangen. Von der ersten
Generation habe ich erwartet, daß sie genauso wie man früher selbst zu seinem
Verein und zum Tischtennis steht. Den Zahn haben mir die Kleinen mit Beginn
der späten Pubertät gezogen. Die zweite Generation hat das mitbekommen
und sich anders verhalten. Sie waren aber auch ganz andere Charaktere.
Heraus stach ein Mädchen, daß den Jungs zeigte, was man mit relativ
ernstem Training erreichen kann. Sie war die stärkste Teilnehmerin bei
den Landesmeisterschaften... aus meinem Bezirk. Die Jungs sind
heute auch noch dabei... mehr oder weniger gut. Bin zufrieden.
Worauf man meiner Meinung nach achten muß ist, daß man diese Spieler
auf den Verein prägt, damit sie irgendwann nach der Leere oder dem Studium
wieder zurück zum Verein kommen. Das ist der Regelfall. Wenn man die Kids
bis zum 16. oder gar 17. Jahr dabei hat, dann können sie später auch noch
entsprechend hoch in die Herren- Staffeln einsteigen. Das sage ich denen auch:
Sie entscheiden, wie hoch sie später mal spielen können ... bis sie (über) 70 sind.
Das gilt für den Regelfall, den guten Durchschnitt der Jugend. Wenn man dann mal
Kids dabei hat, die heraus stechen, dann gehe ich inzwischen ganz anders vor, denn:
Das Talent ist nicht alles. Es macht keinen Sinn, ''hinter her zu betteln.''
Neben dem Talent muß der <dauerhafte!> Ehrgeiz dabei sein.
Dieser Ehrgeiz ist eine persönliche individuelle Sache... und der wird immer seltener.
Zur Zeit habe ich nur einen Jungen, der ''brennt.'' Einer von 18(!).
Hier hoffe ich noch auf einen Virus, der sich unter der Gruppe verbreitet.
Neben dem Talent, dem Ehrgeiz spielen auch die Eltern eine Rolle.
Die müssen auch mit ziehen. Es ist teilweise erschreckend, welchen
Stellenwert der Sport und die Interessen des Kindes haben.
Erst wenn diese drei Faktoren stimmen, würde ich mich wieder
auf einen intensives persönliches Fördertraining einlassen.
Und wenn diese besonders geförderten Trainingsopfer zu gut werden,
dann ist das überhaupt kein Problem, diese an höher spielende Vereine
abzugeben, damit sie da weitere Erfahrungen sammeln können.
Wenn sie da länger als nötig bleiben wollen, dann ist das so..
Damit muß ich leben und habe da kein Problem mit.
Anders ist das aber mit durchschnittlichen Spielern, die von anderen Vereinen
angesprochen werden mit dem Ziel, diese abzuwerben. Das geht gar nicht.
So etwas landet dann auch im Langzeitgedächtnis. Das kommt aber auch
sehr selten hier vor.
Grund der Antwort ist aber: Ich schaue mir sehr genau an, wer denn zu uns
wechseln will. Niemand wird die Jugendarbeit kaputt gemacht. Neulich wäre
ein Nachbarverein mit 3 Jugend- Spielern zurück geblieben. Da habe ich dann
zum Jugendlichen ''nein, tut mir leid'' gesagt. Ein Jahr später, als sich die
Mannschaft aufgelöst hat, hat er dann bei uns mit gespielt... für ein Jahr.
Leider mußte ich feststellen, daß ich mit dieser Auffassung sehr oft alleine da stehe.
An dieser Stelle den Roman abgebrochen... ist ein Endlos- / geiles Sommerpausen- Thema :-)
Es fehlt noch so viel, daß eine Fortsetzung folgen muß. Bsp:
In der aktuellen Trainingsgruppe habe ich Spieler, die definitiv nicht zum Tischtennis- Spielen
auf die Welt gekommen sind. Daher ringe ich seit Monaten mit mir, ob ich diese Kandidaten
nicht zum Fußball schicke... da braucht man ja kein Ballgefühl. Denn diese ''Gruppenbremsen''
machen das gemeinsame Training ja auch nicht wirklich besser. Oder sie verbrauchen bei
einer Unterteilung während des Trainings (gefühlt) zu viel Zeit. In dem Moment kann es
schon mit der Unzufriedenheit der ''etwas besseren'' Jugendlichen los gehen. Wenn dann
der Kontakt zum Trainer nicht gut genug ist und die Kids nicht Bescheid sagen, daß sie
das stört, dann sind sie in absehbarer Zeit nicht mehr in der Halle; sei es das sie
aufgehört haben oder das sie wechseln.
Diese Tendenz zu ''Gefällt mir nicht.... bin weg...'' hat sich erstaunlich stark weiter entwickelt.
Da gegen an zu arbeiten macht inzwischen überhaupt keinen Sinn mehr...
Tip an den ''Threadstarter:'' Löse Dich innerlich mehr vom Jugendtraining.
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vG,
. . . wW
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Geändert von w_W_ (29.06.2012 um 08:19 Uhr)
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