Einzelnen Beitrag anzeigen
  #29  
Alt 09.07.2012, 15:03
Azadon Azadon ist offline
registrierter Besucher
erfahrenes Forenmitglied
 
Registriert seit: 06.02.2010
Ort: Berlin
Alter: 35
Beiträge: 268
Azadon ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt (Renommeepunkte ungefähr beim Startwert +20)
AW: Technik-Analysen

Zitat:
Zitat von Simon_EmporHeßberg Beitrag anzeigen
Das Hauptproblem dabei ist nicht, dass mein Trainingspartner zu schwach ist (ist vielleicht etwas schlechter als ich aber normalerweise fällt das kaum ins Gewicht) sondern, dass er sich recht schnell aufregt (zwei Bälle nicht gut gespielt oder mal Pech gehabt, dann aus der Ballonabwehr volle Hütte draufkloppen und dann aufregen, dass der Ball nich drauf geht... Ist zumindest beim Training ein großes Problem). Da verliert er immer mehr die Lust und macht unnötige Fehler oder einfach unpräzise Schläge, die es mir dann oft mal einfach machen (man sieht ja.. Vier mal Rollaufschlag, vier mal hoher Ball zu Schießen. Da fehlt dann die Konzentration als Beispiel).
Und die restlichen Trainingspartner kannst du dir ja auch selbst anschauen. Der einzige, der dort noch wirklich spielt ist unser Trainer, aber der ist maximal Freitags da und dann kommt er erst später und geht oft früher und zwischendrin wird die meiste Zeit mit den Kleinen gespielt (ist ja auch wichtig, die müssen ja trainiert werden). Wenn ich zu einem Spiel mit ihm komme ist es meistens schon später und ich habe da schon 3 Stunden Training hinter mir, da kann ich auch nicht mehr alles so spielen wie am Anfang..
Ich meinte auch nicht zwingend, dass du gegen Leute aus deinem Verein spielst, sondern mal z.B. auf Turnieren gegen stärkere spielst
und das mit deren Einverständnis aufnimmst und auswertest oder in anderen Vereinen mal anfragst, ob sich da Möglichkeiten ergeben.

Persönlich finde ist beim Tischtennis nichts so wichtig, wie immer mit stärkeren Spielern zu trainieren / zu spielen bzw. wenn keine stärkeren Spieler da sind, dann sollte man wenigstens einen Trainer haben, der ein höheres Niveau an Spielverständnis hat, als man selber. Dieser Trainer sollte dann auch immerwieder explizit auf die vorhandenen Schwächen eingehen, da man sich sonst irgendwelchen Quatsch antrainiert, der so gegen bessere Spieler nicht funktioniert.

Ein einfaches Beispiel: Nur, weil lange Aufschläge mit Schnitt nicht von deinen Gegnern angegriffen und dir um die Ohren gehauen werden, heißt das nicht, dass die Aufschläge gut sind; vielmehr will ich damit sagen, dass man zukunftsorientiert trainieren sollte und immer im Hinterkopf haben sollte, welches Ziel man erreichen will.

Auch in der eigenen Spielklasse macht es unter Umständen schon Sinn, sich ein Spielsystem anzueignen, das auch später noch effektiv bleibt.

Was ich damit sagen will: Wenn man von Anfang an schon gute Aufschläge spielt und immer bestrebt ist, diese kurz zu spielen, so ist es irgendwann nur noch eine Frage der Ausführung und keine komplette Umstellung, denn wenn du beispielsweise zur Zeit nur lange Aufschläge spielst bzw der Meinung bist, dass deine kurzen Aufschläge kurz sind, obwohl sie nicht einmal 2x aufkommen, dann wird die Umstellung schwieriger.


Zitat:
Zitat von Simon_EmporHeßberg Beitrag anzeigen
Also lieber mal etwas weicher spielen, damit die Bälle sicherer kommen und dann vielleicht bei den richtigen Bällen nochmal mehr nach vorne?
In der kommenden Saison spiele ich ja 3. Bezirksliga im unteren PK, da gibt es meines Wissens dann auch keine Spieler, die solche Bälle irgendwie scharf kontern.. Werde ich ja dann sehen
Ganz wichtig: Sicherheit.
Der Ball muss auf den Tisch, mehr zählt grob gesagt ersteinmal nicht.
Selbst wenn du es schaffst, 1mio Umdrehungen pro Minute in den Ball zu bekommen, solange er nicht auf der gegnerischen Hälfte landet, machst du keine Punkte.

Soll heißen, dass man lieber erstmal als Ziel haben sollte mit einer sauberen Technik 20, 30, 40 oder 50 TS auf Block spielen zu können, als irgendwie mal 1 oder 2 Granaten rauszuhauen.

Wenn du keinen aggressiven TS auf US kannst, dann bereite doch erstmal einen harten TS mit einem weichen, effetvollen TS vor.
Wenn dir die Hälfte der Bälle im Netz hängen bleibt, weil du mehr über den Ball gehst, als für US notwendig ist, dann bringt es nicht viel, wenn dann mal einer von 10 kommt.

Ganz vereinfacht gesagt:
TS auf Block / leere Bälle -> bei sicherer Beherrschung der Technik kann man schon mit Dampf in den Ball gehen, schön über den Ball. Das sind die Bälle, die man für den Punktgewinn nutzen sollte/muss.

TS auf US -> lieber erst den US "überwinden", um dann auf den Blockball nachzuspielen. Direkte Punktgewinne gerne mitnehmen, sich aber selbst mehr daran motivieren, wenn man einen Blockball gefährlich nachgespielt hat.



Zitat:
Zitat von Simon_EmporHeßberg Beitrag anzeigen
Das Glück mit der neuen Stellung beim Aufschlag ist im Moment auch noch mein Problem. Dadurch, dass ich ja knapp vier Jahre anders gespielt habe, muss ich mich jetzt stark umstellen und praktisch alle Aufschläge nochmal etwas neu lernen. Ist mir auch aufgefallen, dass die Aufschläge vor allem zu hoch kommen. Schnitt bekomm ich allerdings schonmal gut rein=)
Wie versteckt man eigentlich am besten einen leeren Aufschlag? Gibt es da einen kleinen "Trick" oder wie täusche ich das am besten an?

Vielen Dank auf jeden Fall schonmal für deine Nachricht
Gute Aufschläge sind gar nicht sooo schwer zu spielen. Ich verstehe auch nicht, warum so wenig Leute Zeit in das Trainieren von guten Aufschlägen investieren und keine Mühen aufbringen, um sich über gute Aufschläge zu informieren.

Zu hohen Aufschläge entstehen, wenn der Ball zu hoch über dem Tisch gespielt werden. Der Ball fällt automatisch tiefer und springt hoch vom Tisch ab, einfache Physik.
Die andere Möglichkeit, warum ein Aufschlag zu hoch wird, ist, wenn man denn Ball zwar flach über Tischniveau spielt, den Ball aber selbst wieder so hoch springen lässt, dass im Endeffekt das selbe Problem entsteht: Der Ball kommt aus einer zu hohen Höhe auf den Tisch auf und springt durch die vorhandene Energie wieder zu hoch ab.

Diese Problem wird von Anfängern bzw. schlechten Aufschlägern gerne dadurch gelöst, dass die Schlägerhalten mehr \ als -- aussieht, wenn man sich das bildlich vorstellt, wodurch der Ball zwar flacher, aber auch gleichzeitig rotationsärmer bzw. länger aufgeschlagen wird.

Die einzige Lösung ist es, den Ball mit der entsprechenden Schlägerhaltung ( parallel zur Tischoberfläche, bildlich so: --) aufzuschlagen und dabei zu trainieren, dass man den Ball feiner trifft und ihn nicht zusätzlich nach oben zu katapultieren.

Wenn man jetzt noch darauf achtet, dass der erste Punkt, an dem der Ball deine Tischhälfte berührt, möglichst nah am Netz ist, dann wird auch ein kurzer US Aufschlag daraus.

Um einen leeren Ball zu spielen, sollte der selbe Bewegungsablauf beibehalten werden, jedoch mit einem anderen Balltreffpunkt. Während man beim US Aufschlag den Ball möglichst an der Schlägerspitze treffen sollte, da man dann einen größeren Hebel hat, so muss es das Ziel sein, für einen leeren Aufschlag den Ball möglichst nah am Griff zu treffen. Zudem "schiebt" man den Ball mehr oder weniger nur rüber, ohne, dass man es dem Gegner ersichtlich macht.

Schlägerhaltung etc werden beibehalten, nur der Moment des Balltreffpunkts wird variiert.
Es ist schwierig zu erklären, aber man merkt ja, wann man mit Spin spielt und wann nicht.
Mit Zitat antworten