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Zitat von Schuhmi
Wer war denn das?
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Den wirst du wahrscheinlich nicht mehr spielen gesehen haben, da er am Ende deiner allerersten Saison im März 1993 viel zu früh 55jährig verstorben ist.
Es handelt sich um Klemens Tietmeyer, den Spieler mit der professionellsten Einstellung zum TT-Sport, der je in der Grafschaft gespielt hat.
Er war mit seinem Heimatverein TTV Metelen 1959 Deutscher Mannschaftsmeister der Herren geworden, wechselte 1968 zum SV Eintracht Nordhorn, wo er dann gut zwei Jahre lang als Nr. 1 der Verbandsligamannschaft (damals 4. Liga) fast kein Spiel verlor, bevor er 1970 dann verletzungsbedingt seine Karriere (vorläufig) beendete.
Als der TTV Metelen 1979 anläßlich des 20. Jubiläums des Endspiels vom damaligen Gegner TSV Milbertshofen zu einem Freundschaftsspiel mit den Traditionsmannschaften eingeladen wurde, mochte Klemens Tietmeyer nicht als einziger der 12 Spieler fehlen. Um sich nach über achtjähriger Inaktivität aber nicht zu blamieren, bereitete sich der zeitlebens nur mit dem Brettchen spielende Tietmeyer mehrere Monate lang durch intensivstes Training beim SV Eintracht Nordhorn auf dieses Ereignis vor, wobei er auf Anhieb alle Spieler der 1. Mannschaft (damals nur noch in der 2. Bezirksklasse spielend - vergleichbar mit der heutigen 1. Bezirksklasse) gnadenlos durch die Halle prügelte. Als er feststellte, dass seine damalige Verletzung ihn nicht mehr am Wettkampftischtennis hinderte, setzte er seine Karriere mit Beginn der Saison 1979/80 fort. Damit war er einer der Gründe (neben u. a. auch Jürgen Worzischek), warum Eintracht Nordhorn seinerzeit durch vier Aufstiege in vier Jahren schließlich 1984/85 wieder in der Verbandsliga (damals 4. Liga) angekommen war.
Um noch einmal auf die professionelle Einstellung zurückzukommen: Jahre nach seinem Tod stellte sich heraus, dass er sich nicht nur beim Jubiläumsspiel nicht blamieren wollte, sondern auch schon nicht unvorbereitet zum ersten Training bei seinem alten Verein in Nordhorn erschien. Wochen davor hatte er sich nämlich durch regelmäßiges Training im Keller seines Freundes Wolfgang Müller, einem Grafschafter Spitzenspieler der 50er und 60er Jahre, der zum damaligen Zeitpunkt aber schon mindestens 15 Jahre nicht mehr im Tischtennis aktiv war, als hervorragender Leichtathlet aber noch sehr fit war, auf sein erstes Training in der Turnhalle der Frensdorfer Schule vorbereitet.
Sprich mal deinen Mannschaftskameraden Ansgar oder auch den jetzt wieder spielenden Fidi auf das Training mit Klemens Tietmeyer an - die werden dir einiges über seine Einstellung erzählen können. Wenn unsere heutigen Spieler nur halbsoviel trainieren würden, wäre die Halle bei jedem Training voll!
So, das war jetzt in Bezug auf die 2. Bezirksklasse etwas off-topic, denn so tief hat Klemens Tietmeyer nie gespielt. Allerdings zeigt es auch, wie schnell Tischtennisspieler nach mehrjähriger Inaktivität wieder zu fast alter Leistungsstärke zurückkehren können, wenn sie denn wollen. Wenn Jürgen will, schafft er das ebenfalls sehr schnell.