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Alt 10.12.2003, 10:40
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Kristian Kristian ist offline
Yo wir schaffen das!
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Kristian ist ein angenehmer und geschätzter Diskussionspartner (Renommeepunkte mindestens +150)Kristian ist ein angenehmer und geschätzter Diskussionspartner (Renommeepunkte mindestens +150)
Re: Umstellung zwischen Mannschaften

Also diese Diskussion liebe ich. Zu dem Thema gab es 1989/90 in Hessen einen Rechtsstreit, der bis zum Verbands-Rechtsausschuss ging. Das Ausmaß der Unschönheiten und Skandale, die damit verbunden waren, ist meines Erachtens legendär - aber heute natürlich vergessen. Beteiligt waren die beiden Klassenleiter Jürgen Krahn und Kristian Schneider (beide PPC Neu-Isenburg) sowie die Vereine TuS Kriftel und SG Hattersheim, die jeweils zwei Mannschaften in der Bezirksklasse hatten.

Die Klassenleiter hatten bei der Aufstellung zur Rückrunde den Standpunkt eingenommen, dass die Regel "die Aufstellung der Mannschaften muss der tatsächlichen Spielstärke-Reihenfolge entsprechen" der oberste Grundsatz ist. Ich weiß gar nicht, wie es heute ist, damals musste der Vereinsvorsitzende/Abteilungsleiter das sogar mit seiner Unterschrift bestätigen.

Weil das keiner bestreiten konnte, wurde damals im wesentlichen die Frage diskutiert, ob jemand, der in der unteren Mannschaft (andere Gruppe der Bezirsklasse!) so ungefähr 16:6 vorne gespielt hat nachweislich spielstärker ist als der andere, der in der oberen Mannschaft (eine Gruppe der Bezirksklasse) vielleicht 3:7 hinten erzielte.

Die betreffenden Vereine, verständlicherweise geleitet von ihren eigenen Interessen, behaupteten, solche Leistungszahl-Unterschiede würden nichts beweisen. Und nur sie selbst, zum Beispiel wegen der direkten Vergleiche im Training, wüssten, wer wirklich besser ist.

Man braucht nicht zu fragen, ob sich die Vereine vernünftig verhalten haben. Es ist auch heute egal, wer nach den damaligen Regeln recht hatte. (Nur zur Vollständigkeit: Die beiden Vereine bekamen vom Verbands-Rechtsausschuss recht. Allerdings kündigte der damals ein Urteil nur an und es wurde so umgesetzt. Aber es kam weder jemals wirklich ein Urteil, noch etwa eine mündliche oder schriftliche Begründung. Ich weiß, warum).

Aber bis heute frage ich mich, womit beispielsweise kleinere Vereine so eine Wurschtigkeit des Verbands und seiner Organe bei der Mannschaftsaufstellung verdient haben. Der kleine Verein hat verhältnismäßig wenig taktische Möglichkeiten bei der Aufstellung. Der größere sorgt dafür, dass im Zweifel dieselben Leute zwei Mannschaften zum Erfolg verhelfen, vielleicht der unteren zum Klassenerhalt und der oberen zum Aufstieg. Sprich - wenn's ernst wird, sucht der Verein aus allen Mannschaften die sichersten Punkteholer zusammen.

Ganz früher hat man den Rückstufungsantrag erfunden, um das Problem im Sinne betroffener Vereine zu lösen. Ist heute auch vergessen.

Mein Fazit - mit der von Villert zitierten Regel in den Klassenleiter-Richtlinien wird dem beschriebenen Streit erfolgreich aus dem Weg gegangen. Was daran aber fair sein soll, wird mir für alle Zeiten schleierhaft bleiben.
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