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Alt 22.12.2003, 14:31
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Arralen Arralen ist offline
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Talking Re: haltbarster klebrigster belag

@Jack
.. du wirst das folgende nicht glauben.
Aber bitte überlege dir, bevor du mich einen Märchenerzähler oder schlimmeres nennst, wieviele Märchen ich in meinen fast 300 Postings (plus denen, die im alten Forum verloren gegangen sind) erzählt habe ..

@alle

.. habe hier eine 729Fx liegen, der so rund 15 Jahre alt ist - und immernoch spielbar. "Reine Spielzeit" so rund 3,5 Jahre mit langer Tischtennis-Pause dazwischen.

Früher hat man mir auch immer erzählt, die China-Beläge würden ihre Klebrigkeit ganz schnell verlieren. Man hat mir auch erzählt, damit könne man kein Tischtennis spielen.

Tja, da die Chinesen aber auch früher ständig gewonnen haben, habe ich da einfach nicht mehr geglaubt und mir erst 729Fx, dann PF-4 geholt.

Und siehe da - man kann damit spielen, und halten tun sie auch. Jedenfalls waren meine noch klebrig, wenn ich mir schon wieder andere Beläge aufs Holz gemacht habe (sei es, weil da mal ne Plattenecke häßliche Streifen auf der Oberfläche hinterlassen hat oder weil meine "erfahrenen" älteren Vereinskamerden mich doch wieder beschwatzt hatten..)

Die den ersten Satz 729Fx habe ich mitsamt Holz nach 1,5 Jahren abgegeben, den ersten PF-4 (schwarz mit blauem Betonschwamm) habe ich nach >1 Jahr Spielzeit verschrottet weil der mit dem großen Ball dann zu langsam war (>3/4 Jahr vor der großen Pause, einige Monate danach gespielt; geklebt hat er da immer noch).


Wie man die China-Beläge allerdings ganz fix "plattbekommt":
  • chemische Reinigungsmittel - manche von denen hinterlassen bei längerem Einwirken eine schmierige Schicht auf der Oberfläche. Bei kürzerem wohl auch, fällt dann nur nicht so auf. Ruiniert ist sie trotzdem. Besonders "erfolgreich" hab ich da mal so einen Bio-Schaum gesehen ..
  • Reinigungsschwämme - Wer seinen Belag mit einem Reinigungsschwamm "trockenreibt", kann auch gleich Sandpapier oder eine Drahtbürste nehmen. Hey- die Oberfläche ist klebrig - da sollte auch der Schwamm dran klebenbleiben. Was passiert wenn man den dann mit Gewalt darüberzieht sollte wohl klar sein... ist es aber scheinbar nicht.
  • Staub - In vielen Vereinen ist auf den Platten eine ordentliche Staubschicht. Gerät die auf den Ball, "fräst" der die klebrige Oberfläche der Beläge extrem glatt.


Wie man seine China-Beläge lange am Leben hält:
  • Reinigung nur mit Wasser und einem winzigen bißchen Seife (!). Jawohl, unpafümiert und ohne rückfettende Wirkung bitte. Ungefähr eine Eßlöffel Wasser auf den Belag, mit dem nassen, entfetteten Finger über die Seife, dann ganz sanft über den Belag wischen. Dabei kann man allen Staub darauf ganz hervorragend fühlen. Solange wischen, bis es überall gleichmäßgi flutscht und nix mehr "knubbelt". ABER NICHT KRATZEN ODER AUFDRÜCKEN !
    Abtrocknen durch Abtupfen(!) mit einen fusselarmen (alten, vielgewaschenen) Baumwoll- oder Leinenhandtuch. Mutters Geschirrspültuch geht gut ...
  • Platte saubermachen. Mindestens mit einem sauberen Handtuch abwischen. Am besten ein schwarzes oder blütenreinweißes nehmen, falls sich einer beschwert. Dann ihn einfach mit dem sichtbaren Dreckstreifen zum schweigen bringen...(Zeigen!!! Nicht zuschlagen!!!)
  • Beim Aufkleben nicht "ziehen", also Finger weg von der Andruckrolle.Auflegen und mit dem Handballen andrücken, dann meinetwegen vorsichtig nachrollen. Die harten Obergummies haben eine extrem geringe Streckgrenze, werden sie vorgespannt, kommen sie schnell in den Bereich der unelastischen Ausdehnung. Zwar treten keine Durch-Risse auf wie bei den Japanbelägen, aber ich tippe mal auf Mikrorisse in der Oberfläche. Hat die erst über weite Strecken "Mikrolamellen", ist es mit der Klebrigkeit dann garantiert vorbei...
  • Nicht so irre draufdreschen. Ist der Schläger zu langsam, einfach ein schnelleres Holz nehmen, das nicht so viel Energie schluckt. Wg. der Klebrigkeit in verbindung mit den härteren Schwämmen und dem schwachen Katapulteffekt wird mit chinesischen Belägen der Ball wesentlich tangentialer getroffen (bewußt oder unbewußt). Dadurch ist aber die Abriebbelastung auf der Oberfläche größer. Versucht man nun mehr Geschwindigkeit herauszuholen, indem man "fester zieht", steigt wohl Belastung und Verschleiß überproportional an.


@Stefan
Vergiß den 730.
Das ist ein typischer "Hybridbelag" der alten Schule .. dickes, klebriges und mittelhartes Obergummi auf weichem japanischem Schwamm. Nicht Fisch, nicht Fleisch. Die wenigsten kommen damit klar, weil gerade bei tangentialem Spiel (Schupf, Topspin) das Gummi regelrecht "aufschwimmt" und die Kontrolle ins Bodenlose sackt, besonders bei 2mm-Schwamm. Und wirklich mehr Spin geben die Dinger auch nicht, nur die Schlagtechnik beim Topspin kommt der bei Japanbelägen verwendeten näher, weswegen die "Schnellumsteiger/-tester" damit natürlich dann bessere Ergebnisse erzielen.

Falls du einen klebrigen Belag mit mittlerem Schwamm und gutem Katapult willst, probier den Sunflex SunPower. Ist zwar ziemlich teuer, hält aber 2 Jahre oder mehr ohne Frischkleben - wenn du einen guten erwischt. Ein schlechter fällt nach 2 Wochen auseinander.

Guter "echter" Chinabelag zum Probieren ist der PF-4. Der 729 Super oder RITC hat für den großen Ball einfach zuwenig Speed, als dass er vergleichbar wäre.

Grüße,
Stefan


PS: Die Reinignungsanleitung stammt übrigens von der Rückseite der Verpackung des 15 Jahre alten Friendship. Wer sich noch daran erinnern kann - die grünbunte mit der "Medaillie" ..
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Hurra! Job läßt mir wieder keine Zeit für TT !

Frischkleben? Wozu?
Mit harten Schwämmen gehen harte Bälle auch ohne Lösungsmittel-Hilfe ...
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