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Alt 18.10.2012, 09:58
Jaskula Jaskula ist offline
hasst die 11
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Jaskula ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt (Renommeepunkte ungefähr beim Startwert +20)
AW: Auf dem Weg nach Brasilien ....

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Zitat von Fozzi Beitrag anzeigen
Hat denn von euch schon mal jemand etwas mit einem Jugendlichen zu tun gehabt, der Auswahl spielt?
Ja.

Zitat:
Zitat von Fozzi Beitrag anzeigen
Das bedeutet im Normalfall, das Kind, die jünger sind als 10, bereits 2-3 mal pro Woche mehrere 100 Kilometer in die Stützpunkte fahren,
Stützpunkt-Training ist einmal pro Woche im eigenen Kreis und etwa alle 4-6 Wochen in der Regionalauswahl. Länderauswahl dann so etwa alle 6-8 Wochen einmal. Auch mal ein Wochenende - da fährt man dann schon mal ein Stückchen. Aber das regelmässige DFB-Stützpunkt-Training ist vor Ort einmal die Woche.
Das Ganze ist auch mehr Sichtung und Hinführung zu höheren Aufgaben. Die Haupt-Trainingsarbeit wird von den Vereinen geleistet, weshalb Stützpunktspieler auch gezwungen sind, zu großen professionell arbeitenden Vereinen zu wechseln. Das kann dann zu den langen Anfahrten 2-4 mal die Woche führen, gerade wenn man keinen großen verein vor Ort hat.

Zitat:
Zitat von Fozzi Beitrag anzeigen
Zudem ist, meiner Meinung nach, das aktuelle Schulsystem mit dem verweichlichten Schulsystem meiner Generation nicht zu vergleichen - es muss ungleich mehr geleistet werden - zumindest in dem schmalen Fenster, dass ich beurteilen kann. Freizeit für diese Kinder = 0.
Das ist ganz sicher so, zumindest bei Gymnasialschülern. Wobei das Ergebnis m.E. trotzdem schlechter ist als früher, wenn man sich ansieht, welche Fähigkeiten und welches Wissen heutige Abiturienten oftmals haben.
Eine Lehrerin nannte das was heute läuft Bulimie-Lernen. Ganz viel in ganz kurzer Zeit reintrichtern, bei den Klausuren dann auskotzen und weg ist es. So als ob man eine Schublade komplett ausleert. Ich fand das anschaulich und nachvollziehbar. G8 ist der größte Mist, gerade für Kinder mit ambitionierten ausserschulischen Interessen.

Zitat:
Zitat von Fozzi Beitrag anzeigen
In den Kadern und den Topvereinen, in unserer Region sind das zB Waldhof Mannheim, TSG Hoffenheim und, natürlich, Eintracht Frankfurt ( ), ist die Auswahl der Kinder knallhart. Wer sich da durchsetzt, hat entweder ein Höchstmaß an Durchsetzungsvermögen und Disziplin (und Glück !!!) - oder es handelt sich um ein absolutes Ausnahmetalent.
Das Problem ist, dass Kinder sich nicht geradlinig entwickeln. Durch Wachstum, Schule, Pubertät etc. verlaufen die Leistungen oft in Schüben und mit Pausen. Bei manchen auch früher, bei anderen später. Ein ständiges Aussortieren sorgt dann dafür, dass viele talente schon in dem Alter ständig hin-und herwechseln und die Kader der Top-Vereine jedes Jahr komplett anders aussehen. Hier spreche ich von D- und C-Jugend, also Kindern zwischen 11 und 15, denn da kann ich es gut beobachten. Wie das bei den älteren aussieht weiß ich nicht, vielleicht haben die dann ihren Platz gefunden.
In jedem Fall ist es enorm schwer, diesen langen Weg auf höchstem Niveau schon in jungen Jahren zu gehen.

Zitat:
Zitat von Fozzi Beitrag anzeigen
Mag sein, dass die Spieler, die diese Mühle überlebt haben, zum Duckmäusern erzogen wurden. Aber was man ihnen ganz sicher nicht vorwerfen kann, ist Einstellung und Faulheit.
Typen kommen da jedenfalls nicht mehr raus. Die lernen schon so frühzeitig ihre Emotionen im Griff zu behalten, dass dann eben auch bei Spielen wie am Dienstag Interviews zustande kommen, wo man sich schon fragt, ob denen das was sie tun überhaupt wichtig ist. Ob das gut ist, da habe ich meine Zweifel. Ich hätte mir am Dienstag gewünscht, dass unsere Jungs völlig außer sich die Mikrofone wutentbrannt weggeschubst hätten und laut fluchend in den Katakomben verschwunden wären.
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