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Alt 13.07.2000, 22:37
Manfred
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Den dts Kommentar zur Einführung des großen Balles finde ich im Gegensatz zu Tommy gut. Es ist ein Kommentar, und Kommentare geben die (einseitige) Meinung des Verfassers wider.
Der Kommentar trifft m.E. genau den Kern: Der DTTB hat bekanntgegeben - zwar immer unter Vorbehalt - , dass die ersten 4. Ligen in der Saison 2000/2001 mit dem großen Ball spielen - alle Verbandsvertreter hatten diesem Konsenz zugestimmt!! Und genau darauf haben sich doch wohl alle Vereine verlassen. Auch der Zeitpunkt mit der Bekanntgabe zum großen Ball und Schließung der Hallen trifft im WTTV genau zu. Zum finanziellen Argument des WTTV hat der Kommentator noch nicht einmal was entgegnet. Ob der WTTV die fünfstelligen Fördermittel nicht bekommt, wenn in Verbands- und Landesliga mit kleinem Ball gespielt würde, steht in den Sternen, der finanzielle Verlust der Vereine, die Mehrkosten für den großen Ball und vermutlich auch oftmals keine Verwendung mehr für gekaufte kleine Bälle haben, steht demgegenüber fest.
Zu den von Tommy erwähnten demokratischen Beschlüssen habe ich eine Frage:
Der DTTB hat den Landesverbänden freigestellt, den 40-mm Ball in der fünften und sechsten Klasse in der Saison 2000/2001 einzuführen. Hierzu sind also Beschlüsse der Landesverbände nötig, wenn in der 5. und 6. Klasse mit dem großen Ball gespielt werden soll. Im WTTV können die Aufgaben der laufenden Verwaltung vom engeren Vorstand entschieden werden. Die Einführung des größeren Balles gehört sicherlich nicht zu den Aufgaben der laufenden Verwaltung. Mit welchem demokratischen Beschluss ist dann aber der 40-mm Ball im WTTV eingeführt worden? Soweit den gelben Seiten des dts (7/2000 S. 3) zu entnehmen ist, hat sich der Verbandsbeirat des WTTV mit dem 40-mm Ball vielleicht "unter anderem" (zitiert sind u.a. Beschlüsse zur Änderung der Schiedsrichter- und Ehrenordnung) beschäftigt. Sicherlich ist in dieser wichtigen Sache eine Mehrheitsentscheidung getroffen worden, aber "demokratisch"??.

Auch Edwin möchte ich widersprechen. Nur wenige Länder in der Welt haben Probleme mit dem großen Ball. In den meisten Ländern kommt nach dem TT-Leistungssport, der von einigen wenigen betrieben wird, fast nichts mehr. Dort gibt es keine leistungsorientierten Strukturen von Bundesliga bis 3. KK.
Zum Vorwurf gegenüber der ITTF stimme ich dir zu. Die Entscheidung der ITTF zum Termin wurde mit einer Stimme Mehrheit gefasst, und ich glaube nicht, dass z.B. der Delegierte aus Kenia oder Tadschikistan oder sonstwoher überhaupt beurteilen konnte, welche Tragweite dieser Beschluss hat. Sicherlich konnte aber H. Sharara die Auswirkungen beurteilen, er hatte schließlich andere Empfehlungen zum Zeitpunkt der Einführung des großen Balles, z.B. auch von der technischen Kommission der ITTF. Wenn aber vielleicht zehn Weltklassespieler ein paar Minuten wg. des großen Balles mehr im TV zu sehen sind, sind H. S. vermutlich die Millionen anderen TT-Spieler, von denen keiner den größeren Ball braucht, egal. Mit Demokratie hat das nichts zu tun!

Manfred
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