Also, ist ja leider nicht viel zu finden zu dem Holz.
Aufbau ist ca. (Kiso-)Hinoki (0,8mm)/Abachi(0,5mm)/Softcarbon/Abachi (3,8mm)/Softcarbon/Abachi (0,5)/(Kiso-)Hinoki (0,8).
Verarbeitung ist gut, habe es gebraucht erworben, Kanten sind vermutlich vom Erstbesitzer etwas abgeschliffen worden. Daher keine Ahnung, ob es scharfe Kanten hat oder dergl. Das Gewicht meines Exemplars beträgt 81g.
Der Griff (konkav, genau 10 cm lang) ist erstaunlich kräftig für ein chin. Holz; im Querschnitt eher rundlich. Im vorderen Griffbereich, bevor die Blattflügel austreten, 81mm Umfang, am Ende ganze 100mm Umfang. Das gefällt mir als Stiga "Legend"-Fan natürlich sehr. Blattform eher eckig, max. Breite auf ziemlich genau halber Höhe 15,1 cm, Höhe 15,7 cm.
Ich habe es jetzt in 3 Punktspielen gespielt und es hat mich so weit überzeugt. Es hat bei mir das YinHe T-7 (Hinoki/Carbon-Aramid/Abachi/C-A/H) abgelöst, das mir von der Grundgeschwindigkeit wohl ein wenig zu schnell ist, jedenfalls hatte ich damit das Problem, dass mir zu viele Rückhandschupfbälle weggesegelt sind. Ansonsten fühlte sich das T-7 nahezu traumhaft an, besonders der knackige Anschlag hat es mir angetan.
Das HC.5 ist deutlich weicher im Anschlag, auch etwas elastischer im Gesamtgefühl, es sind etwas mehr Schwingungen wahrnehmbar.
Beläge siehe Signatur.
Hat mich das T-7 schon vom Spinverhalten überzeugt (Eröffnung auf US äußerst präzise, sehr sicher und spinnig), setzt das HC.5 noch einen drauf. Anziehen ist sehr sicher möglich, die Bälle sind nochmal deutlich spinniger und die Dosierung von Tempo und Länge her nochmal deutlich besser steuerbar. Besonders die Eröffnung über die RH ist ganz grandios, sehr schöner Spinbogen.
Während des Kennenlernens des neuen Holzes habe ich den Flip bisher eher wenig gespielt, der mit dem T-7 ganz ausgezeichnet gelang. Aber für den Schlag brauche ich auch die traumwandlerische Sicherheit, mein Holz genau zu kennen. Habe aber jetzt auch noch keine große Schwäche beim Flip ausmachen können.
Mein Hauptproblem mit dem T-7 ist jedenfalls gelöst: RH-Schupfbälle segeln mir nicht mehr weg, das Grundtempo ist gegenüber dem T-7 etwas gedrosselt. Dafür setzt beim HC.5 ein merkbarer, aber nicht unangenehm starker Katapulteffet ein, wenn man mal etwas mehr Kraft investiert.
Aufschläge kurz zu setzen und präziser zu platzieren (halblang), gelingt mit dem HC.5 auch besser. Von der AS-Schnitterzeugung nehmen sich T-7 und HC.5 nicht viel.
Aber bei der Schnitterzeugung im Schupfspiel sehe ich wieder das HC.5 vorne. Habe schon lange nicht mehr so viele Rückschläge zum direkten Punkt machen können.
Das Manko ist dann eher der Block. Beim T-7 schon fast eine Waffe, bin ich mit dem HC.5 noch nicht ganz warm geworden in dieser Disziplin. Besonders der druckvolle RH-Block ist mit diesem etwas weicheren Holz schwieriger auszuführen.
Auf der VH konnte ich aber auf einmal einen ordentlichen Gegentopspin etablieren, wofür mir zuvor die Grundsicherheit gefehlt hat. Diese ist mit dem HC.5 deutlich gestiegen. Auf der RH empfiehlt sich auch eher ein Block mit etwas Gegenspinbewegung, gelingt einfach besser. Eigentlich ganz schön, dass mich das Holz nötigt, etwas aggressivere und modernere Techniken anzuwenden.

Mal sehen, wie sich das entwickelt.
Fazit: Ein sehr schönes Off Holz mit Tendenz zu Off+ (wobei ich also das T-7 (89g) schon als Off+ sehe, da mein Stiga TUBE Off (84g) dagegen im Tempo echt abstinkt, was aber von der Einteilung gegenüber anderen Vollhölzern total hinkommt, etc.), was insbesondere das Spinspiel grandios unterstützt, sowohl was Länge, als auch Tempo und Spin angeht. Äußerst variables Spinspiel auf entsprechend höherem Temponiveau möglich.
Ein Tempovergleich gegenüber ausschließlich faserverstärkten Hölzern ergibt aber eher Off-. Das Softcarbon auf dem Kernfurnier macht das Holz auch nicht sonderlich steif.
Mir fehlt ein wenig der knackige Anschlag, aber dann müsste ich wieder Abstriche beim Spinbogen machen. Man kann eben nicht alles haben.
Für den spinbetonten Offensivspieler, der ein paar Temporeserven bei gleichzeitig großer Variationsbreite gebrauchen kann, sicher ein Tip.