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Alt 16.11.2012, 00:00
tomji tomji ist offline
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tomji ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt (Renommeepunkte ungefähr beim Startwert +20)
AW: t.h.c.b.

Testbericht

- Tom´s Hand Crafted Blades (t.h.c.b.) # 24:

Aufbau: Abachi-Fichte-Limba
Blattstärke: 5,5mm
Blattgröße: 158mm x 150mm
Flügelbreite (Blattbreite über den Griff): 7,85mm
Blattform: Ei
Gewicht: nicht gewogen, aber ca. wie #025.
Griff: gerade 102mm


- Tom´s Hand Crafted Blades (t.h.c.b.) # 025:

Aufbau: Abachi-Fichte-Koto
Blattstärke: 5,4mm
Blattgröße: 158mm x 150mm
Flügelbreite (Blattbreite über den Griff): 7,85mm
Blattform: Ei
Gewicht: 87g
Griff: gerade 102mm

Ich war schon lange neugierig darauf mal ein selbstgebautes Holz zu spielen und schon beim auspacken zauberten die Hölzer mir ein Grinsen ins Gesicht.

Ganz ehrlich so haben Hölzer auszusehen, perfekt verarbeitet, mit klassischen 60/70 Jahre Griffdesign und das Griffmaterial gigantisch. Das Griffmaterial besitzt optisch ansprechende Holzstrukturen und ist deutlich härter, als das heutige Griffmaterial, welches sich schon nach wenigen Wochen eindrückt. Es erinnert mich ein bisschen an meine alten Stiga‘s, aber diese sind noch härter.

Die Holzqualität der Furniere hat mich jetzt nicht sonderlich aus den Socken gehauen. Speziell das Koto konnte mich optisch gar nicht überzeugen, wie ein Vergleichsblick auf meine älteren P500 und OC auch bestätigte. Doch damit mich hier keiner falsch versteht, nicht aus den Socken gehauen soll nicht schlecht bedeuten. Eher durchschnitt und damit das erste was an diesen Hölzern nicht überragend war. Beim abziehen der Beläge gab es keinerlei Ansätze von ausfasern, obwohl die Beläge wirklich bombenfest saßen und ich mir schon Sorgen gemacht habe. Außerdem ist hier zu sagen, der Kunde kann sich die Holzqualität ja aussuchen. Auch eines der Hauptgründe warum ich Boutique Hölzer sehr interessant finde, denn von der Tischtennisindustrie wird auch in den nächsten Jahren nicht viel zu erwarten sein und schon gar nicht für einen vernünftigen Preis.

Besonders neugierig war ich auf die Härte des Holzes durch die Verklebung. Schließlich hab ich schon oft hier gelesen, dass diese maßgeblich für die Härte des Holzes verantwortlich ist.
Ich muss sagen, hier bin ich wieder absolut positiv überrascht, dass die beiden Hölzer genauso hart sind wie einen OC’s, die ja den gleichen Aufbau besitzen. Es gibt hier also keine negativen Überraschungen, wenn ich mir mal ein Holz zurecht zimmern lasse.

Die Form der Hölzer wurde vom einen alten Banda Walder Offensive kopiert. Nicht unbedingt der letze Schrei, Schlägerblatt mit Ei-Form und mit einem sehr langen Griff.
Sicherlich aber auch eine Marktlücke, liest man doch oft im Forum, dass fast alles gut ist, nur das Holz bitte ein Tick steifer, nicht so Kopflastig, oder weniger Vibrationen haben sollte. Speziell beim OC welches ja, je nach Alter, den gleichen Holzaufbau hat wie diese beiden Hölzer. Hier kann eine Veränderung der Schlägerblattform Wunder bewirken. Der obere Bereich des Schlägerblattes ist für die Länge der Ballkontaktzeit verantwortlich. Durch die etwas geringe Masse der Ei-Form, verkürzt sich diese im Verglich enorm. Die Hölzer spielen sich super schön lebendig, ohne aber im geraden Spiel schnell unangenehm elastisch zu, deshalb auch weniger Vibrationen und deutlich weniger Kopflastigkeit. Durch die fehlende Masse, aber auch weniger durchschlagskräftig und einen Tick langsamer. Vom Tempo her sind die beiden zwischen AR+ (z.B. PPA) und Off- (z.B. OC) einzuordnen.

Den Vergleich zwischen Limba und Koto kannte ich schon von meinen alten OC ganz gut und so hatte ich auch gemutmaßt, dass mir das weichere Limba aufgrund des steiferen Aufbaus etwas mehr zusagen würde. Was sich auch bestätigt hat. Da beide Hölzer, bis auf das Außenfurnier, aus ziemlich gleichwerten Material gebaut worden ist es aber echt interessant gewesen wie unterschiedlich Koto und Limba in diesen Fall vom Spielgefühl her ausgefallen sind. Obwohl Limba und Koto von der Härte na beinander liegen und im Grunde beide weich sind, war der Unterschied im Spielgefühl heftig deutlich. Das Anschlagsgefühl des Koto ist deutlich härter und knackiger, mit kürzer Ballkontaktzeit. Während man beim Limba das Gefühl hat, dass der Ball sich ein flauschiges Kuschelbett reinlegt und da gar nicht wieder raus kommen möchte. Unterschiede in Tempo und Spin sind jedoch eher in theoretischer Natur, dafür sind die Außenfurniere einfach viel zu dünn um daran einen merkbaren Anteil zu haben, aber vom Spielgefühl können wie wirklich ausschlaggebend sein.

Ich möchte mich an dieser stell noch einmal bei Thomas bedanken, dass er mich die beiden großartigen Hölzer hat testen lassen. Für mich steht absolut fest, dass wenn alle meine alten OC’s durch sind, ich mir auf den Fall ein paar neue hochwerte anfertigen lasse werde.

Ich bin jetzt nicht ganz detailliert auf einzelne Schläge eingegangen und habe einen Vergleich zum OC gezogen und denke habe alles Wichtige rübergebracht. Solltest Ihr dennoch noch mehr Fragen haben, schießt los, ich werde gerne versuchen sie zu beantworten.

p.s. Die Hölzer gehen zurück an Thomas (WIZO) und sind wieder zu haben.
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