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Alt 04.01.2004, 23:50
Bernd Beringer Bernd Beringer ist offline
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Re: Vergleich TT-News und TT-Info als Spielleiterprogramm für Bayern

Liebe Frau Röschmann,

da Sie mich in Ihrer veröffentlichten Mail erwähnt haben, gestatte ich mir, Ihnen hier eine öffentliche Antwort zu geben.

Wir haben in der Tat miteinander telefoniert - ich habe Sie auf Ihre Mail vom 26.9. hin angerufen. Ich erinnere mich gern daran, weil ich unsere beiden Gespräche (die allerdings keine 90 Minuten gedauert haben) als sehr angenehm empfand. Ich erinnere mich aber auch, dass ich Sie - wie alle anderen Tester auch, die sich direkt bei mir gemeldet haben - ein bisschen "gewarnt" habe. Denn es war von vornherein klar, dass derjenige, der TT-Info bereits benutzt und jetzt gleichzeitig TT-Liga benutzen wollte, einen etwas umständlichen Weg gehen musste, denn er ist ja mit (s)einer Liga mitten in der laufenden Saison eingestiegen und musste alle Daten neu eingeben. Das hatte ich Ihnen sehr deutlich gesagt; Sie haben sich, was ich durchaus positiv empfand, davon aber nicht "abschrecken" lassen. Von einem „Fragebogen nach dem Test“ habe ich weder gesprochen, noch hat ihn Präsident Claus Wagner in seinem Artikel in Bayern-Tischtennis 9/03 versprochen – da schreiben Sie leider nicht die Wahrheit. Ihre Daten habe ich sofort nach unseren beiden Gesprächen an die Geschäftsstelle weitergeleitet.

Jetzt "beschweren" Sie sich über die "umständliche" Daten-Eingabe - das halte ich nicht für fair, denn ich hatte Sie ja ausdrücklich auf diese Tatsache hingewiesen. Als noch unfairer empfinde ich allerdings folgende Sätze von Ihnen:

"Auf der Sitzung am 30.12. habe ich auch erfahren, daß die Entscheidung für tt-news wohl nur noch eine Formsache ist. Um Kosten geht es schon lang nicht mehr.
Wohl auch nicht zuletzt deshalb, weil ein Vorstandsmitglied bis vor kurzem bei tt-news gearbeitet hat."

Sie suggerieren damit, dass ich als (womöglich hauptamtlicher) „Mitarbeiter von TT-News“ eine Entscheidung pro TT-Info verhindert hätte. Das ist starker Tobak, liebe Frau Röschmann, denn das Gegenteil kommt der Realität weitaus näher. Ich habe zwar v o r meiner (unvorhergesehenen) Wahl zum Vizepräsidenten Öffentlichkeitsarbeit bei der Präsentation des TT-News-Teams mitgewirkt, aber n a c h meiner Wahl ins Präsidium sofort eine andere Position eingenommen, denn jetzt ging’s mir nicht mehr um einen „Vorteil“ für einen Anbieter, sondern nur noch um den Vorteil für den Bayerischen Tischtennisverband. Dass ich beim BTTV-Partner TT-News den (ehrenamtlichen) Ergebnisdienst für die Regionalliga Süd (bis heute) mache, habe ich nie verheimlicht, auch Ihnen gegenüber nicht, es bringt mich auch in keinerlei Konflikte.

Anfang September habe ich zusammen mit dem BTTV-Präsidenten durchgesetzt, dass es zu keiner schnellen Vergabe allein aus wirtschaftlichen Gründen kommt (da wäre TT-Liga unter allen Anbietern, damals waren es noch mehrere, der mit Abstand günstigste und somit „Winner“ gewesen), sondern dass auch die Beurteilung der Funktionalität eine ganz wichtige Rolle spielt. So kam es zu den Tests und zu dem Artikel von Claus Wagner im Bayern-Tischtennis.

Am 12.9. hat Claus Klingler im bayerischen Forum von TT-News zu einem Vergleich zwischen TT-Info und TT-Liga aufgerufen, am 13.9. hat er sich dort als „nicht objektiver Mitarbeiter von TT-Info“ geoutet, am 24.9. habe ich in diesem Thread in offizieller Mission Tester gesucht und am 29.10. habe ich ebenso dort dazu aufgefordert, die Erfahrungen mit TT-Info und/oder TT-Liga der Geschäftsstelle schriftlich mitzuteilen. Ich habe in allen meinen Beiträgen absolut neutral auf die Seiten von TT-Info und TT-Liga hingewiesen und diese Neutralität bis heute gewahrt. Allerdings habe ich auch nie ein Hehl daraus gemacht, dass die Entscheidung aufgrund verschiedener Parameter getroffen werden sollte – die (langfristige) Wirtschaftlichkeit spielt dabei in der heutigen Zeit natürlich eine sehr wichtige Rolle, wenn auch nicht die alleinige.

Kurz vor der Sitzung des Präsidiums und des Verbandsausschusses Ende November – da sollte eigentlich die Entscheidung fallen – hat Herr Landfried dem BTTV schriftlich mitgeteilt, dass TT-News nach einer Kooperation mit der Familie Freudenberger in Hessen TT-Liga 2.0 entwickle, er hat die Funktionalität von TT-Liga 2.0 ausführlich beschrieben und dabei auch neue Funktionen und (wirtschaftliche) Fakten ins Spiel gebracht, die er in Telefonaten mit dem Präsidenten präzisiert hat. Ich bitte um Verständnis, dass der Verband keine vertragsrelevanten Details in der Öffentlichkeit diskutieren kann, dass Einnahmen über Vermarktung und Sponsoring über einen langen Zeitraum aber schon allein deswegen bedeutend sind, weil sich hier für unsere Vereine möglicherweise völlig neue Aspekte ergeben.

Mehrere Tester hatten ihre Meinung inzwischen an die BTTV-Geschäftsstelle gemailt und auch im BTTV-Thread bei TT-News kundgetan. Es konnte sich hierbei natürlich nur um den Vergleich zwischen TT-Info und TT-Liga 1.0 handeln, weil TT-Liga 2.0 noch nicht voll funktionsfähig ist. Doch was soll der BTTV jetzt tun: eine möglicherweise große Zukunfts-Chance nicht ergreifen, weil sich eine relative Mehrheit von Testern, die ohnehin von einem der beiden Anbieter kam und die neue Alternative leider gar nicht testen konnte, für ein Programm ausgesprochen hat, das zugegebenermaßen bislang auf breite Akzeptanz gestoßen ist? Oder darauf vertrauen, dass der größte Internet-Anbieter der Welt in Sachen Tischtennis bis spätestens Mai 2004 unter Androhung einer Konventionalstrafe zwei vorhandene Programme zu einer neuen, höchst komfortablen Ligenverwaltungssoftware zusammenfügt und dabei dem Verband und seinen Vereinen langfristig hohen wirtschaftlichen Gewinn in Aussicht stellt?

Sie dürfen mir glauben, liebe Frau Röschmann: jedes einzelne Präsidiumsmitglied macht sich diese Entscheidung wahrlich nicht leicht, der Präsident schon gar nicht. In diesem Zusammenhang von einer „Bananenrepublik“ zu sprechen, bedeutet, den fairen Weg der Auseinandersetzung zu verlassen. Schade jedenfalls, dass die Angelegenheit sich immer mehr zu einer „Schlammschlacht“ entwickelt – einige Mails und Beiträge der letzten Tage deuten darauf hin.

Ich würde mich freuen, wenn wir wieder zu unserer anfänglich angenehmen Form des Umgangs miteinander zurückkehren würden. In diesem Sinne hoffe ich auf Ihr Verständnis – fair geht vor.

Bernd Beringer
VP Öffentlichkeitsarbeit

Geändert von Bernd Beringer (05.01.2004 um 00:03 Uhr)
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