@all: gesundes und friedliches Neues Jahr!
@cheftrainer

(beide postings)
@ allround+spieler
Zitat: Ich höre von vielen "Der Krieg ist nicht die richtige Lösung", aber ich habe noch keinen "besseren" Lösungsvorschlag gehört!
Antwort: Ja, weil es in der Tat noch keine erkennbar erfolgreichen Ansätze gibt. Aber: Nur weil es noch (oder: niemals?) keine Mittel gegen Guerilla-Terrorismus gibt, muss man nicht ganze Länder "strafbombardieren"!
Meine Meinung:
Jeder Mitteleuropäer sollte sich mal erinnern, dass in Ex-Jugoslawien ganze Völker (Serben, Kroaten, Albaner...) in den Krieg gezogen wurden, weil deren Politiker und Militärs das billigend in Kauf nahmen. Die USA und die EU wollten Milosevic stoppen und leider mussten viele Zivilisten sterben. Eine solche Kriegspolitik ist immer letztes Mittel und sollte es wegen der Opfer bleiben.
Übrigens: Das war in Europa. Ich mache dort Urlaub. Das sind Menschen wie Du und Ich. Das ist nicht weit weg, wie Afghanistan oder Irak.
Wenn nun Attentäter/Terroristen auf die Idee kämen, völlig unerwartet in HH, Berlin, München oder... ein Stadion etc. zu sprengen??? Und die Bekennerschreiben kämen aus Italien, Kroatien oder den USA? Müßten wir dann nicht, sofern die Bekenner sich nicht stellen, Krieg gegen die Länder beginnen, wo sich solche Verbrecher aufhalten/verstecken?
Ich glaube nicht, dass jemand das für normal und richtig hält!
Vergleich: 11.9.2001 -> Attentäter soll Bin Laden sein, er soll sich in Afghanistan aufhalten, Afgh. wird bombardiert, weil es Bin Laden nicht findet. Die USA wurden von Afgh. weder bedroht noch angegriffen.
Wenn nun terroristische Zellen in D Unterschlupf fänden und wir (genau wie die USA ihrerseits) nicht schnell genug die Verstecke der Schläfer fänden?
Würden wir dann Bombenangriffe auf unsere Städte akzeptieren?
Oder gibt es da einen Unterschied?
Wird das Volk von Serbien, Afgh. oder Irak einem Bombenhagel ausgesetzt, weil es in irgendeiner Weise nicht das tat, was die USA gern hätte, finden wir in D das noch o.k. oder zumindest im Geltungsbereich, schließlich haben die ja auch Mist gebaut (Serbien: Krieg gegen Kroatien [aber nicht gegen USA bzw. Nato], Afgh.: keine Herausgabe von Bin Laden; Irak: Nutzung der von USA gelieferten Waffen gegen die "falschen" Leute).
Wenn aber das Geschehen in Italien, Fra., oder D passieren würde, wären wir doch eher gegen Krieg, oder????
Ich hoffe doch, dass wir da einig sind.
Warum ist Krieg also davon abhängig, bei welchem Volk der Terrorist sich versteckt?
Ist der Terrorist in Kabul untergetaucht: Bomben marsch!
Ist er in London oder Berlin: Polizeiarbeit und Spezialteams der Armee!
Warum wird da ein Unterschied gemacht?
Wir Europäer nehmen zu leicht Menschenrechtsverletzungen von "Stark" gegen "Schwach" hin, weil diese Kriegshandlungen unseren Konsum und unsere Gesundheit nicht tangieren! Beachtet: Weder Afgh. noch Irak haben der USA den Krieg erklärt, oder Bomben auf Amerika geworfen. Trotzdem wurden sie wg. fadenscheiniger Vorwände (atom. bzw. Chemie-Waffen) angegriffen! Das ist gegen das Völkerrecht! Wenn nun China (hat atomare Waffen) gegen Pakistan in den Krieg zieht, weil die Chinesen (besser: die Regierung) sich bedroht sehen? Ist das dann o.k., weil China größer ist?
Wo also ist das Recht der USA verbrieft, beliebige Länder anzugreifen, die wahlweise einen der folgenden Fehler begehen:
- Waffen besitzen
- Waffen besitzen und gegen den "Falschen" einsetzen
- Dictatoren an die Macht lassen (fast die gesamte dritte Welt)
- nicht nach den Vorgaben der USA handeln (Cuba...)
- falsches Gesellschaftssystem (kommunistisch...)
- falsche Religion (Islam...)
- ...
Ich sehe hier nur Willkür und Machtausübung. Wenn es für die Wirtschaft innen- und/oder außenpolitisch Punkte macht (z.B. Einfluss auf Öl), wird Krieg irgendwie begründet. Es wird sich doch wohl ein Grund finden lassen oder wozu gibt es CIA und die Medien?
Macht ein Krieg nicht mal mehr dadurch Sinn, dass die neuesten ferngesteuerten Laserbomben unter realitätsnahen Bedingungen getestet werden können, findet auch kein Krieg statt, Beispiel: Afrika! Dort gibt es keine zu bomardierenden Großbunker und Wehranlagen. Also würden nur Flächenbombardements (Afrika ist groß und die Leute wohnen weit verstreut) oder Bodentruppen mit Handfeuerwaffen in Frage kommen. Ersteres scheitert am Aufwand und an der mangelnden Begründbarkeit. Es gibt keine grossen Armeen in grossen Verstecken, die man treffen könnte. Letzteres (Bodentruppen) kostet das Leben der GIs (täglich bei CNN oder bei El Dshasira...) und hat militärtechnisch keinen Erkenntnisgewinn. Keine Tests der neuen Waffensysteme und hohe Verlustquote! Also haben Diktatoren in Afrika Schwein gehabt (Bsp. Somalia). Massenmord und Verstoß gegen Menschenrechte sind nur dann ein Thema für die USA (den Weltpolizisten) und damit dann auch für Europa (wg. der NATO und der Finanzierung der Kriegs- und v.a. Nachkriegskosten), wenn wirtschaftliche Themen wie Öl eine Rolle spielen.
Krieg gegen terroristische oder dictatorische Länder hat sicher für einige Völker eine Chance gebracht (Vernichtung Hitlers) für andere ist das Rad der Geschichte um hunderte Jahre zurückgedreht worden.
Ich wage zu bezweifeln, dass Afgh. ohne die Schutztruppen (arme Soldaten, die dort ihr Leben riskieren!) zu einem christlich-demokratischen Gesellschaftsgebilde findet. Und mit Truppen auch nicht! Das bedeutet: Die Religion bleibt, die War-Lords bleiben. Die Strassen, Krankenhäuser und Städte sind platt gemacht. Kinder kennen die Waffen und können kämpfen. Schulen, Betriebe etc. fehlen. Was für ein Geschenk war denn nun der Krieg für Afgh.???
Nach Abzug der Truppen setzt sich der auf den Thron, der die meisten Waffen /Anhänger hat oder die USA versuchen jemanden zu installieren, was vorher über Jahrzehnte die Sowjets vergeblich und unter hohen Verlusten versucht haben. Die USA würde wieder eine Erfahrung sammeln.
Im Irak wird die USA nur so lange stabilisieren, wie die Medien die Opfer dort tolerieren. Steigt die Zahl der Nachkriegs-Opfer unter den GIs über das noch unbekannte Toleranzmaß "X", wird wie im Vietnam-Krieg ein Ende des Einsatzes vehement gefordert. Übrigens kostet jeder Tag im Irak hunderte von Millionen Dollar und die Amerikaner werden beizeiten die Frage nach dem "Warum?" stellen. Spätestens, wenn die Refinanzierung der Rüstungsausgaben über die Steuern an das Volk weitergereicht werden.
Wer regiert dann im Irak? Eine Marionette der USA oder ein radikaler Islamist?
Hat der Krieg irgendetwas für das Volk bewirkt? Ich glaube: Nein! Saddam wird durch einen anderen ersetzt und das Volk zahlt noch Jahrzehnte für die Schäden, die dem Volk angerechnet werden. Anspruchssteller für Schadenersatz: USA, GB, ...
Wer hat den Krieg begonnen? USA, GB, ...
Wessen Öl wird verkauft, um die Schäden (die Kriegskosten) zu bezahlen? Das irakische Öl. Diese Einnahmen fehlen dem Volk noch sehr lange...
Das Volk kann doch nicht von dem Krieg profitieren!? Oder sind die Attentate ein Zeichen der Liebe und Freundschaft zu den Befreiern? Hat es das nach dem 2. Weltkrieg auch gegeben? Nein!
Damals war es eine Befreiung!
Gruß
noreflex