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Re: WTTV löst Kreise auf
Wenn man eine Reform und kein Reförmchen will, sollte man aber auch ein Verband und kein Verbändchen sein. Die Satzung des WTTV räumt gerade der betroffenen Basis viel zu wenig Mitspracherecht ein. Sicherlich ist es richtig, daß man nicht jeden Miniantrag und jede kleine Änderung von den Mitgliedern absegnen lassen muß, aber insgesamt merkt man an solchen Beispielen wie dem des Kreises Herford, daß den DAmen und Herren in Duisburg es eigentlich herzlich egal ist, wenn bei ihren Aktionen mal ein Kollateralschaden rauskommt, solange nicht anderweitige hier nicht näher zu benennende Interessen betroffen sind. Die Bezirke und Kreise haben natürlich sehr viel Strukturelles selber in der Hand, wie Downspin schon angemerkt hat, aber manchmal werden sie durch eine Entscheidung des WTTV in eine Lage gebracht, in der sie selber nichts mehr zum Positiven ändern können. Die verschiedenen Bedürfnisse der Aktiven in den unterschiedlichen Regionen von NW werden halt nicht immer ausreichend bedacht.
In einem Bezirk wie Köln ist es eigentlich egal, ob man 3 oder 2 Kreise hat. Die räunlichen Entfernungen haben nicht zugenommen, als man den ERftkreis und den Kreis Köln-Links zusammengelegt hat. Statt nun 30-40km maximal von Nord nach Süd in einer KReisliga zu fahren, werden die Teams ab nächster Saison ca. dieselbe Entfernung von West nach Ost zurücklegen, dann aber in 2 Kreisligen ( derzeit übergangsweise noch mit 3 Kreisligen ). Hier hat die WTTV-Reform zumindest nicht geschadet ( ob sie genutzt hat, ist auch was anderes ). Zumindest bringt es den meisten Aktiven aber Spaß, mal gegen andere Verein anzutreten.
In Herford scheint das ja nicht so unproblematisch zu sein. Statt sich nun der Bedürfnisse der Aktiven anzunehmen, macht der WTTV das, was er bei Kritik immer tut: auf Stur stellen. Und das ist nicht nur jetzt so, sondern in gewisser Weise Tradition. Begründung: Man kann es nicht jedem recht machen. Angesichts dessen, daß der WTTV letztlich nichts anderes als ein Verein ist, der zum Nutzen und im Interesse seiner Mitglieder handeln soll, halte ich das für bedenklich. Ein Verein wie der WTTV existiert nicht von Gottes Gnaden, sondern zu dem Zweck, seinen Mitgliedern ein möglichst breites Dach für die Ausübung des Sports zu bieten.
Im Ergebnis wird man an der Auflösung des Herforder KReises nichts ändern können, es sei denn, ihr gründet einen "wilden Spielbetrieb", was aber wohl ziemlich an der Realität vorbeigeht. Vor einem ordentlichen Gericht dürften die Chancen wohl eher gering sein, denn m. W. befindet sich in der WTTV-Satzung eine Klausel, die den ordentlichen Rechtsweg ausschließt - zum Leidwesen des Kreises Herford. Ich als Jurist halte es zumindest für vertretbar, eine solche Klausel juristisch auch als unwirksam einzustufen, allein kaum ein Richter wird so vorgehen.
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Gazelle 2.0
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