AW: Keine Lust mehr dank des tollen TTRs
Kaum ist die spielfreie Zeit angebrochen, wird die QTTR-Diskussion im Winterloch wieder forciert. Ist ja auch logisch, sich außerhalb der Saison eher grundsätzliche Gedanken zu machen.
Ich bin der Meinung, wir haben mit dem QTTR das präziseste Bilanzsystem, dass wir jemals hatten und finde es deshalb grundsätzlich gut. 3 Knackpunkte gibt es für mich.
1.) Toleranzwerte
Das ist m.E. der zentrale Knackpunkt. Mit der 35/50-Regel wird man einfach nicht der Realität von 80% der SpielerInnen in den unteren Klassen gerecht. Angemessen wären 30/70 oder 50/90 - insbesondere der teamübergreifende Wert sollte hoch sein. 35/50 geht von engen, puren Leistungskriterien aus und berücksichtigt Dinge wie soziale Netzwerke, Gebundenheit an Spieltage z.B. wegen Arbeitszeiten oder familiären Verpflichtungen leider gar nicht und geht davon aus, dass JedeR zu jeder Zeit sein Hobby ausführen kann und es unwichtig ist, mit wem man seine Freizeit verbringt. Und das ist zumindest für die unteren Mannschaften eines Vereins auf Kreisebene an der Realität vorbei. Durch SPV kann man das zumindest einfangen. Zwischen den Spielzeiten finde ich strenge Kriterien weniger schlimm. Doch so enge Kriterien nach einer Halbrunde negieren zu sehr das Prinzip "eine Saison - ein Team", das ich wichtig für einen Verein finde.
2.) Dilemma Turnierwertungen
Einerseits sind Turnierergebnisse insbesondere für die Vergleichbarkeit von Kreisen/Regionen/Verbänden wichtig, damit der QTTR regionenübergreifend vergleichbarer wird. Andererseits ist das Resultat, dass zumindest in meinem Umfeld es fast keine Turnierteilnahmen mehr gibt, weil die Risiken in Form von Aufstellungsauswirkungen für den Mannschaftsspielbetrieb zu groß sind. Während früher Turniere meist der Rahmen für Vereinsausflüge waren, werden jetzt mit dem QTTR Freizeitaktivitäten ganz ohne TT vorgezogen. Und das finde ich schade.
3.) Ehrlichkeit und Trickserei
Ich finde die Instanz "Entscheidung des Klassenleiters" sehr wichtig. Dadurch kann man jenseits von Toleranzen ggf. andere Umstände berücksichtigen, um tatsächlich nach Spielstärke melden. Das klappt aber nur, wenn Anliegen im Sinne von Spielstärke/Rahmenbedingungen ehrlich vorgebracht werden und Verein/KL das realistisch einschätzen können. Und da ist genau das Problem, dass das meist nicht funktioniert, weil viel zu viele Vereine Regellücken und positiv gemeinte Regelungen nutzen, um sich insbesondere bei Auf-/Abstiegsgefahr Vorteile zu verschaffen. Das hat auch dazu geführt, das starrere Kriterien die Klassenleiterentscheidungen weitgehend abgelöst haben. Fazit: Die TT-Gemeinde ist selbst dran Schuld - zu Lasten der "Ehrlichen".
Also liebe Verantwortliche, bitte sorgt für größere Toleranzen - insbesondere zur Halbrunde. Sonst wird der eigentlich gute QTTR in kritische Sippenhaft genommen.
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Nichts bleibt wie es wird!
Mephisto
TSG Oberrad
Geändert von Mephisto (21.12.2012 um 01:26 Uhr)
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