Offenbar wurde der Gegner zum Rückrundenauftakt unterschätzt. Das souveräne 9:0 zum Hinrundenstart wiegte die Krayer offenbar zu sehr in Sicherheit. Die Folge: ein schmeichelhaftes 8:8 in Grossenbaum nach 5:8-Rückstand in einer Bahnhofshalle.
Die Doppel:
Eine klaren Niederlage für Brüggemann / Leggewie folgte das erste Entsetzen. Kortmann / Engels gewannen die ersten beiden Sätze 9 und 18 (!!!) und hatten in den folgenden drei Sätzen nichts mehr gegenzusetzen und unterlagen noch in fünf Sätzen. Sehr souverän gewannen Brüggemann / Siegel mit starkem Spiel 3:0. Nur selten gingen die Krayer in dieser Saison mit einem Rückstand aus den Doppeln.
Die Einzel:
Ulrich Brüggemann nutzte erneut sein Recht, lange am Tisch stehen zu dürfen. Einen 0:2-Satzrückstand (9:11, 12:14) drehte er noch (11:9, 11:9), um im fünften Satz mit 8:11 unterlegen zu sein. Zwischenstand: 1:4. Mirco Kortmann spielte äußerst unsicher, konnte sich allerdings mit variablen Rollaufschlägen knapp in fünf Sätzen durchsetzen. Eine starke Leistung zeigte Roland Brüggemann in seinem ersten Einzel und gewann verdient mit aggressivem Spiel 3:1. Ralf Engels startete - für ihn untypisch - gut, führte schnell mit 2:0, unterlag allerdings (leicht unmotiviert?) noch mit 2:3. Thomas Leggewie war nach ausgeglichenem Spiel in fünf Sätzen knapp unterlegen. Ralf Siegel konnte die Leistung der Hinrunde übernehmen und gewann mit starkem Spiel souverän 3:0. Zwischenstand: 4:5.
Zugucken war für Mirco Kortmann im zweiten Einzel angesagt. Beim 0:3 waren zwar die Sätze relativ knapp, zu holen war allerdings nicht viel. Wie auch sonst ging Ulrich Brüggemann erneut über fünf Sätze. Und wie auch sonst lag er natürlich 0:2 hinten.Diesmal allerdings gewann er die Sätze drei bis fünf 6, 9, 7. Chancenlos war Ralf Engels im zweiten Einzel und unterlag klar 3:0. Überraschend war die Niederlage von Roland Brüggemann, der sich einem stark aufspielenden Gegner gegenübersah und in den entscheidenden Phasen Pech hatte. Resultat: 0:3, Zwischenstand: 5:8. Auch im zweiten Einzel wurde Ralf Siegel nicht wirklich gefordert und gewann erneut deutlich gegen einen entnervten Gegner 3:0. Thomas Leggewie kam in den fünften Satz und spielte dort das Tischtennis seines Lebens. Fast fehlerfreies Defensiv- und Offensivspiel führte dazu, dass bei allen Anwesenden die Kinnlade in Bodennähe landete. Die gute Leistung seines Gegners spielte hierbei keinerlei Rolle. Der fünfte Satz ging mit 11:6 nach Kray. Zwischenstand: 7:8
Abschlussdoppel:
Mirco Kortmann und Ralf Engels starteten ins Abschlussdoppel in etwa so, wie sie das erste Doppel beendet hatten: relativ schwach. Sie konnten sich allerdings zusammenreissen und sogar gutes Tischtennis bieten und gewannen die Folgesätze knapp 5, 10, 10.
Fazit:
Ein eigenartiger Abend in einer versteckten Bahnhofshalle mit gelben und grünen Wänden und braunen Absperrungen. Holzbalken, die das Dach in vier Metern Höhe stützten, konnten nur getoppt werden von den 2,10 Meter hohen Umkleidekabinen und Zwei-Personen-Deluxe-Duschen. All das soll allerdings nicht als Ausrede gelten. Ein schwacher Ralf Engels ohne Einzelsieg, ein paar knappe Fünfsatzniederlagen sorgten für ein nicht nur blaues, sondern dunkellilafarbenes Auge. Ein Punktverlust, der nach dem Spielverlauf gestern ein Punktgewinn war. Der Tabellenplatz bleibt weiterhin unverändert. Hinter Ruhrort stehen die Krayer noch immer auf Rang zwei.